BAV: Analyse liefert schärferes Bild der Tram- und Busunfälle

Der öffentliche Verkehr ist grundsätzlich sehr sicher. In den letzten Jahren hat jedoch die Anzahl der Unfälle in Stadtbussen und Trams deutlich zugenommen. Frauen sowie Menschen über 65 Jahre sind dabei besonders verletzungsgefährdet – vor allem, wenn sie im Fahrzeug stehen. Dies zeigt ein neuer Bericht des Bundesamtes für Verkehr (BAV).

Das BAV und die öV-Branche haben 2023 ein Projekt lanciert mit dem Ziel, die Unfälle im städtischen Bus- und Tramverkehr vertieft zu analysieren und einzudämmen. Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) hat im Frühling 2025 die Präventionskampagne «Sie haben es in der Hand» lanciert. Diese schweizweite Aktion vermittelt den Fahrgästen Tipps für ein sicheres Verhalten während der Reise mit Bus und Tram sowie beim Ein- bzw. Aussteigen.

Seinerseits will das BAV als Sicherheitsaufsichtsbehörde die Datengrundlage vertiefen, um klarere Informationen zu haben, wie die Unfälle entstehen und ablaufen. Zu diesem Zweck hat das BAV detaillierte Daten erfasst und ausgewertet. Sie stammen von 270 Unfällen, die im Jahr 2024 bei fünf Transportunternehmen des Nahverkehrs registriert wurden. Dadurch wurde es möglich, ein schärferes Bild der betroffenen Personengruppen, der typischen Situationen und der Verletzungstypologie zu erstellen.

Hauptergebnisse

Die Analyse der Daten zeigt, dass die Unfälle vor allem Frauen sowie Fahrgäste über 65 Jahre (Seniorinnen und Senioren) betreffen. Die meisten Unfälle passieren, wenn diese Reisenden im Fahrzeug stehen, statt sich hinzusetzen. Am zweithäufigsten passieren Unfälle beim Einsteigen.

Weiter geht aus der Analyse folgendes hervor:

  • Unfälle geschehen überwiegend an Werktagen zwischen 10 und 18 Uhr.
  • Zu schweren Verletzungen führen vor allem Unfälle beim Aussteigen gefolgt von Unfällen beim Stehen im Fahrzeug.
  • Am häufigsten sind Kopfverletzungen.
  • Wenn Drittpersonen in einen Unfall involviert sind, dann handelt es sich in erster Linie um Autofahrerinnen und -fahrer, welche Vortrittsregelungen missachten.

Die Ergebnisse des Berichts helfen der Branche dabei, Präventionsmassnahmen zu entwickeln.


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