FAIRTIQ startet BIBO-Markterprobung mit 10 Schweizer Transportunternehmen

FAIRTIQ startet BIBO-Markterprobung mit zehn Schweizer Transportunternehmen – der Weg zur vollautomatisierten Ticketing-Lösung 

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Die RhB Ge 4/4 II 615 «Fairtiq» in Spur H0m von Bemo. / Quelle: Bemo

FAIRTIQ, internationaler Marktführer für mobile pay-as-you-go (MPAYG), startet in der Schweiz die Markterprobung seiner vollautomatisierten Be-In/Be-Out-Technologie (BIBO). Die Entwicklung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit einer Allianz von zehn Schweizer Transportunternehmen und markiert einen zentralen Meilenstein in der technologischen Weiterentwicklung der handsfree Postpaid-Ticketing-Lösung.

Mit dem Pilot unter dem Namen «FAIRTIQ Go» wird die BIBO-Technologie erstmals in einem realen Marktumfeld mit Partnern und ausgewählten Testnutzenden in der Schweiz validiert und weiterentwickelt. Ziel ist die schrittweise Einführung einer vollständig automatisierten Ticketing-Logik in der FAIRTIQ-App für Reisen innerhalb der Schweiz im Laufe des Jahres.

Von CICO zu CIBO zu BIBO – eine klare Vision für die ideale ÖV-App

Seit der Einführung des manuellen Check-in/Check-out-Systems (CICO) im Jahr 2016 verfolgt FAIRTIQ eine klare Vision: Ticketing soll möglichst einfach funktionieren und für Reisende im Hintergrund ablaufen. 

Mit Check-in/Be-out (CIBO) – bekannt als Smart Stop – wurde das manuelle Beenden der Fahrt für Nutzende bereits automatisiert. Mit Be-in/Be-out (BIBO) folgt nun der nächste Schritt: Die App erkennt selbstständig, wann eine Reise im öffentlichen Verkehr beginnt und endet – ohne manuelles Swipen am Anfang oder Ende der Fahrt. Damit bietet BIBO allen Reisenden «GA-Komfort» ganz ohne Abo: einsteigen und losfahren, ohne sich mit Tarifzonen, Ticketkombinationen oder dem Swipen beschäftigen zu müssen.

Innovative Preismodelle wie myRIDE, die derzeit in der Schweiz getestet werden, entkoppeln den Fahrpreis von Zonen und fixen Abonnements und setzen stattdessen auf eine distanzbasierte, flexible Abrechnung. Damit solche Modelle jedoch breit akzeptiert werden, muss auch die Nutzung selbst möglichst reibungslos sein. BIBO reduziert die Nutzerinteraktion auf null und schafft damit die Voraussetzung, dass dynamische, distanzbasierte Preissysteme ihr volles Potenzial entfalten können. Mit dieser Weiterentwicklung rückt FAIRTIQ seiner Vision einer idealen ÖV-App einen entscheidenden Schritt näher: einer App, bei der Ticketing als aktiver Vorgang für Reisende praktisch verschwindet.

Markterprobung unter realen Bedingungen: FAIRTIQ Go

Unter dem Namen FAIRTIQ Go wird die BIBO-Funktion derzeit gemeinsam mit zehn Schweizer Transportunternehmen mit einer geschlossenen Nutzergruppe getestet. Nutzende aktivieren FAIRTIQ Go in der App und swipen am Reisetag einmalig. Interessierte können sich über die FAIRTIQ-Website für die Teilnahme an der Markterprobung anmelden. Das Feedback aus der Praxis fliesst kontinuierlich in die Weiterentwicklung ein und bildet die Grundlage für die geplante, breitere Einführung im Laufe des Jahres.

FAIRTIQ Go bleibt eine optionale Funktion für FAIRTIQ-Nutzende. Wer mit manuellem Swipen oder Smart Stop unterwegs sein möchte, kann dies weiterhin tun.

Datenschutz, Genauigkeit und Verlässlichkeit

Die Weiterentwicklung von BIBO folgt klaren Grundprinzipien:

Zuverlässige Reiseerkennung

Das System wurde gezielt weiterentwickelt, um Fahrten im öffentlichen Verkehr möglichst präzise von anderen Bewegungen wie Gehen oder Autofahren zu unterscheiden.

Datenschutz

Spezielles Augenmerk wurde darauf gelegt, das System so aufzubauen, dass der Datenschutz auch mit aktivierter BIBO-Funktion jederzeit gewährleistet ist. Daten werden grundsätzlich nur lokal auf dem Mobiltelefon erfasst und bearbeitet. Daten ausserhalb des ÖV werden umgehend gelöscht. Nur wenn die App erkennt, dass tatsächlich eine Fahrt im ÖV stattfindet, werden die während der ÖV-Reise erfassten Daten an das zentrale Backend für Funktionen wie Reiseberechnung und Abrechnung übertragen. 

Optimierter Batterieverbrauch

Die Funktion ist so ausgelegt, dass sie den täglichen Einsatz ermöglicht, ohne den Batterieverbrauch des Smartphones übermässig zu belasten.

Schweizer Allianz als Innovationsplattform

Die Markterprobung erfolgt gemeinsam mit folgenden Schweizer Transportunternehmen: Appenzeller Bahnen, Aargau Verkehr (AVA), Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU), Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS), Rhätische Bahn (RhB), Regionale Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW), Transports publics fribourgeois (TPF), Verkehrsbetriebe Luzern (VBL), Verkehrsbetriebe Biel (VB/TPB) und die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB). Gemeinsam mit FAIRTIQ treiben diese Verkehrsunternehmen die nächste Entwicklungsstufe des automatisierten Ticketings in der Schweiz voran.

Gian-Mattia Schucan, Gründer und Co-CEO von FAIRTIQ, sagt:

«BIBO war von Beginn an Teil unserer Vision einer idealen ÖV-App. Mit der Markterprobung erreichen wir den nächsten Entwicklungsschritt von CICO über CIBO hin zu einer Nutzung ohne aktive Nutzerinteraktion. Das ist ein wichtiger Schritt für das digitale Ticketing.»


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