
Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV fordert von SBB Cargo, den Abbau sofort zu stoppen. Die Abbaupläne im Einzelwagenladungsverkehr (EWLV) gefährden aus Sicht des SEV die Zukunft des Schienengüterverkehrs und begünstigen eine unerwünschte Verlagerung des Gütertransports auf die Strasse. Der geplante Stellenabbau führt zudem zu einem massiven Verlust von Knowhow und verschärft den Fachkräftemangel. Der Schienengüterverkehr gehört zur Grundversorgung der Schweiz und soll gefördert werden.
«Der Schienengüterverkehr hat Zukunft. Doch die aktuellen Abbaupläne verursachen irreparablen Schaden»
, warnt Philipp Hadorn, SEV-Gewerkschaftssekretär, zuständig für SBB Cargo.
«Nach Umsetzung des geplanten Abbauvorhabens wäre SBB Cargo in Zukunft nicht mehr in der Lage, das prognostizierte deutlich ansteigende Verkehrsvolumen zu bewältigen.»
Die Aussage von SBB Cargo, der ab 2027 verkleinerte EWLV transportiere weiterhin 98 Prozent der heutigen Güterwagen, hält der SEV für unrealistisch. Das Reorganisationsprogramm «G-enesis» führt SBB Cargo in die falsche Richtung: Nach Abbau im Ganzzugverkehr, im kombinierten Verkehr sowie in verschiedenen Kader- und Stabsbereichen steht nun wieder der EWLV im Fokus.
«Damit setzt SBB Cargo ein falsches Zeichen. Es ist höchste Zeit, beim Abbauvorhaben die Notbremse zu ziehen»
, sagt Philipp Hadorn.
«Der EWLV ist volkswirtschaftlich sinnvoll. Er verursacht weniger Emissionen und Lärm, benötigt weniger Energie und Platz und stärkt die Versorgungssicherheit – gerade angesichts der bereits heute überlasteten Strassen.»
Bessere Rahmenbedingungen für den Schienengüterverkehr
Auch aus verkehrspolitischer Sicht sieht der SEV dringenden Handlungsbedarf.
«Bahn und Strasse unterliegen ungleichen Rahmenbedingungen»
, kritisiert Philipp Hadorn.
«Für eine wirksame Verlagerungspolitik braucht es dringend Korrekturen – hier ist auch die Politik gefordert.»
Der SEV verlangt deshalb, dass die Bundesabgeltungen für den EWLV nicht wie bisher auf acht Jahre beschränkt bleiben, sondern dauerhaft ausgerichtet werden.
«Der Schienengüterverkehr ist ein Service public und muss entsprechend gestützt werden.»
Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) muss Verlagerung dienen
Der SEV ist enttäuscht über den gestrigen Entscheid des Nationalrats zur LSVA. Statt die Verlagerung von der Strasse auf die Schiene zu fördern, werden E-Lastwagen gefördert. Der SEV begrüsst zwar den Entscheid, Lastwagen mit Elektroantrieb der LSVA zu unterstellen. Die grosszügigen Rabatte bis 100%, die die E-Lastwagen bis 2035 erhalten sollen, schwächen die Verlagerungspolitik jedoch längerfristig. Mit diesem Entscheid wird die LSVA zweckentfremdet. Das verschärft die Verlagerungskrise und schadet den Schienengüterverkehrsunternehmen wie SBB Cargo substantiell.
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- Aktuelle Artikel zum Schienengüterverkehr in der SEV-Zeitung:
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E-Lastwagen sind keine Lösung. Auch diese erzeugen immer noch höllischen Lärm und Mikroplastik durch Reifenabrieb. Dass diesen Rabatte (Subventionen) bis zu 100% gestattet werden, während beim Schienengüterverkehr gespart und Liberalisierungswahnsinn erteilt wird, ist skandalös!
Vielleicht ist es Zeit für eine Volksinitiative.
Wieso soll der Staat ein Logistik-Unternehmen betreiben? Das ist ineffizient. Es gibt unzählige Firmen, die das privat machen. Auch auf der Schiene.