SBB plant neue Serviceanlage für S-Bahn Zürich bei Güterbahnhof Schaffhausen

Für den Ausbau der Zürcher S-Bahn braucht es mehr Service- und Abstellkapazitäten. Das Areal beim Güterbahnhof Schaffhausen eignet sich betrieblich und wirtschaftlich am besten für eine neue Serviceanlage für S-Bahn-Züge. Das hat die Prüfung der SBB und von Stadt und Kanton Schaffhausen ergeben. Die Anlage wird so geplant, dass die Stadt das Areal schrittweise weiterentwickeln kann.

Für das Erfolgsmodell Zürcher S-Bahn mit täglich über 500 000 Reisenden braucht es künftig mehr Züge und mehr Kapazitäten für die Instandhaltung und die Abstellung. Damit die Pendlerinnen und Pendler täglich in sicheren, pünktlichen und sauberen Zügen reisen, baut die SBB in Schaffhausen eine neue Serviceanlage. Damit wird der Standort als moderner Mobilitätsknotenpunkt langfristig gestärkt. Zudem werden rund 60 Arbeitsplätze geschaffen.

Als Endpunkt mehrerer Linien der Zürcher S-Bahn ist die Stadt Schaffhausen ein bahnbetrieblich geeigneter Standort. Die Züge haben nur einen kurzen Weg in die Serviceanlage – unnötige Leerfahrten im bereits stark ausgelasteten Netz können vermieden werden.

Areal beim Güterbahnhof eignet sich am besten für Serviceanlage

Zusammen mit Stadt und Kanton Schaffhausen hat die SBB seit Februar 2025 mit einer Machbarkeitsstudie mögliche Standorte nördlich des Bahnhofs Schaffhausen geprüft. Diese Flächen befinden sich auf Grundstücken der SBB und werden bereits heute bahnbetrieblich genutzt.

Das Areal beim Güterbahnhof – am nördlichen Ende der Güterhalle – ist für die neue Serviceanlage aus betrieblichen und wirtschaftlichen Gründen am besten geeignet. Für die anderen geprüften Optionen im Gleisfeld hätte die heutige Nutzung (Abstellung von Zügen, Freiverlad) verlegt werden müssen. Dies wäre betrieblich schwieriger und teurer gewesen.

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Die neue Serviceanlage [rot] wird nördlich der Güterhalle in Schaffhausen erstellt. / Quelle: SBB CFF FFS

Zusammenarbeit für weitere Arealentwicklung

Die Serviceanlage wird so geplant, dass die Stadt Schaffhausen das Güterbahnhofsareal zu einem späteren Zeitpunkt umfassend weiterentwickeln kann. Zur Vertiefung der Optionen für die künftige Arealentwicklung arbeiten die SBB und die Stadt Schaffhausen auf Basis einer gemeinsamen Rahmenvereinbarung eng zusammen. Die Serviceanlage wird so erstellt, dass die Stadt Schaffhausen diese später überbauen kann. Die SBB gewährt die Baurechte über das gesamte Areal des Güterbahnhofs. Die Stadt kann diese im Unterbaurecht an Dritte vergeben.

Drei Instandhaltungsgleise für neue S-Bahn-Züge

Die neue Serviceanlage in Schaffhausen wird rund 220 Meter lang, 40 Meter breit und 10 Meter hoch werden. In der Halle sind drei Instandhaltungsgleise von je 150 Metern Länge geplant. Die Gleisanlagen in Schaffhausen werden für die Abstellung der neuen Züge ebenfalls angepasst. In der Anlage werden die neuen Fahrzeuge der Zürcher S-Bahn instandgehalten.

Die SBB beginnt in diesem Jahr mit der Projektierung der neuen Serviceanlage. Das Plangenehmigungsverfahren kann voraussichtlich in zwei Jahren starten. Die Inbetriebnahme ist für 2032 geplant.

SBB prüft Areal für zweite Anlage in Hinwil

Parallel zu den Arbeiten in Schaffhausen läuft im Kanton Zürich die Standortevaluation für eine zweite Anlage mit Zeithorizont 2050 im Industriegebiet Hinwil West weiter: Die SBB prüft mit der Schweizer Armee die Machbarkeit einer gemeinsamen Nutzung des Armeelogistikcenters. In einer gemeinsamen Absichtserklärung haben die Partner die Ziele, Inhalte und das Vorgehen festgehalten. Vertieft geprüft werden unter anderem Themen wie Verdichtung (bspw. Stapelung von Nutzflächen), gemeinsame Nutzung oder Betrieb von Infrastruktur sowie Auslagerungen.

Mitteilung von von Stadt und Kanton Schaffhausen
Mit dem Bau einer Serviceanlage der SBB erhält Schaffhausen die Chance, das bisher wenig genutzte Güterbahnhofareal zu entwickeln. An zentraler Lage soll ein neues Quartier mit Wohnraum und Arbeitsplätzen entstehen. Um die Entwicklung voranzubringen, unterbreitet der Schaffhauser Stadtrat dem Grossen Stadtrat eine entsprechende Vorlage.

Das Güterbahnhofareal erstreckt sich entlang der Fulachstrasse vom Kopfbau (Höhe Emmersbergstrasse) bis zur Schönenbergbrücke. Es befindet sich im Eigentum der SBB und umfasst ca. 26’000 m2. Seit Jahren ist das Areal unternutzt und besteht die Absicht, es zu entwickeln. Dies entspricht den raumplanerischen Zielen von Stadt und Kanton Schaffhausen.

Serviceanlage der SBB nicht ohne Arealentwicklung

Die SBB benötigen für den nächsten Ausbauschritt der Zürcher S-Bahn weitere Serviceanlagen für den sachgerechten Unterhalt von zusätzlichen Zügen, und zwar an verkehrstechnisch geeigneter Lage. Eine breit angelegte Standortevaluation zeigte, dass sich Schaffhausen als Standort eignet. Die Evaluation von drei Standorten zeigte, dass das Areal beim Güterbahnhof – am nördlichen Ende der Güterhalle – für die neue Serviceanlage aus betrieblichen und wirtschaftlichen Gründen am besten geeignet ist.
Die SBB planen die neue Serviceanlage in Schaffhausen rund 220 Meter lang, 40 Meter breit und 10 Meter hoch. In der Halle sind drei Instandhaltungsgleise von je 150 Metern Länge vorgesehen. Die Gleisanlagen in Schaffhausen werden für die Abstellung der neuen Züge ebenfalls angepasst. In der Anlage werden die neuen Fahrzeuge der Zürcher S-Bahn instandgehalten. Damit wird der Standort als moderner Mobilitätsknotenpunkt langfristig gestärkt. Zudem werden rund 60 Arbeitsplätze geschaffen. 
Stadt und Kanton Schaffhausen sind mit den SBB übereingekommen, den Bau der Serviceanlage zusammen mit einer Arealentwicklung zu projektieren. Dabei einigten sich die Stadt und die SBB auf eine Zusammenarbeit: Die SBB erstellt am Standort «Güterhallen» eine Serviceanlage mit bebaubarem Dach. Gleichzeitig gewähren die SBB der Stadt Schaffhausen über alle Baufelder Baurechte. Die Stadt wiederum vergibt diese Baufelder im Unterbaurecht.

Vorinvestitionen für Bebaubarkeit

Um die Arealentwicklung sicherzustellen, sind Vorinvestitionen der Stadt nötig. Dabei handelt es sich aufgeteilt auf die drei Baufelder um folgende Massnahmen:
Im Baufeld Nord: Fundamente und Stelzen für die spätere Errichtung eines Hochhauses über den Gleisen.

Im Baufeld Mitte handelt es sich um die Mehrkosten für die statische Ausgestaltung des Daches der Serviceanlage, so dass diese flexibel bebaut werden kann.

Im Baufeld Süd sind gegebenenfalls Vorbereitungen für die spätere Baurechtsabgabe notwendig.
Die Vorinvestitionen werden kumuliert und inkl. Reserven auf 34 Mio. Franken beziffert. Die Stadt kann diese Ausgaben zu einem späteren Zeitpunkt mit den Baurechtszinserträgen vollständig refinanzieren. Das Vorgehen und die Refinanzierung dieser Vorinvestitionen bei der Festlegung des Baurechtszinses haben die Stadt und die SBB in einer Rahmenvereinbarung verbindlich vereinbart.

Kompetenzdelegation für zeitgerechte Entwicklung

Um dem Stadtrat und dem Grossen Stadtrat die nötigen Handlungskompetenzen für eine zeitgerechte Entwicklung des Güterbahnhofareals zu gewähren und die Stadt die verbindlichen Vereinbarungen mit den SBB eingehen kann, beantragt der Stadtrat dem Grossen Stadtrat den Erlass einer Verordnung. Diese delegiert dem Stadtrat die Ausgabenkompetenzen für die Vorinvestitionen bis zu einem Deckel von 34 Mio. Franken (indexiert). Die Sonderkompetenz ist nötig, damit Entscheide fristgerecht gefällt werden können und gilt nur, wenn das kantonale Amt für Grundstückschätzungen bestätigt, dass die Vorinvestitionen refinanzierbar sind. Die Konditionen der Baurechtsvergabe werden zu einem späteren Zeitpunkt vom Grossen Stadtrat festgelegt. Das Gleiche gilt für Investitionen durch die Stadt wie z.B. einer neuen Brückenverbindung zur Hochstrasse. Der Verordnung müssen der Grosse Stadtrat und die Stimmbevölkerung zustimmen. Wird die Arealentwicklung abgelehnt, wird die Serviceanlage von den SBB isoliert erstellt.

Weitere Schritte

Als nächster Schritt ist für die Arealentwicklung eine Testplanung vorgesehen. Anschliessend erfolgen das Umzonungsverfahren und die Baurechtsabgaben. Zur Sicherstellung einer hohen Qualität der Bauten und Freiräume sollen von den Baurechtsnehmern Architekturwettbewerbe durchgeführt werden.
Die SBB arbeiten das Projekt für die Serviceanlage detaillierter aus und planen, diese im Jahr 2032 zu eröffnen.

Würdigung: Eine einmalige Chance für Schaffhausen

Die Zusammenarbeit mit den SBB im Zuge des Baus der Serviceanlage eröffnet eine einmalige Chance für die Entwicklung des Güterbahnhofareals.

Auf dem Güterbahnhofareal entstehen attraktiver und zentrumsnaher Wohnraum für rund 800 Einwohnerinnen und Einwohner sowie ca. 900 Arbeitsplätze auf ca. 24’000 m2 Gewerbeflächen, ohne dass Kulturland verloren geht. Mit neuen Quartierverbindungen über die Gleise und zum Entwicklungsschwerpunkt «Ebnat West» können die Entwicklungsgebiete besser vernetzt und an die Altstadt angebunden werden. Die Vorfinanzierungen der Stadt können über die Baurechtsdauer vollständig refinanziert werden. Die Entwicklung entspricht auch den Zielen des Kantons, der das gemeinsame Vorgehen mit den SBB und der Stadt unterstützt. So beteiligt sich der Kanton an der Erarbeitung der gemeinsamen Planungsvereinbarung und unterstützt die weitere Planung und Entwicklung des Güterbahnhofareals.

Link zur Vorlage
Link zu weiteren Infos und Einladung zu Infoanlass

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