öV-Branche reagiert auf steigende Kosten

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 31. März 2026 veröffentlicht.
Preisanpassungen per Fahrplanwechsel 2026/27

Die öV‑Branche hat für Dezember 2026 eine differenzierte Anpassung der Tarife im Nationalen Direkten Verkehr um durchschnittlich 3,9 Prozent beschlossen. Steigende Kosten und politische Entscheide machen diesen Schritt notwendig. Im Gegenzug profitieren Kundinnen und Kunden von einem Ausbau des Angebots und von neuem Rollmaterial und Dienstleistungen, welche die hohe Qualität im öffentlichen Verkehr sicherstellen.

Nach drei Jahren mit stabilen Billettpreisen steht die öV-Branche vor einer deutlich veränderten wirtschaftlichen Ausgangslage. Die allgemeine Teuerung ist seit Ende 2023 weiter angestiegen (+1,3 Prozent bis Februar 2026). Auch die Kosten für Material und Personal sind spürbar gestiegen und die Energiepreise hoch geblieben. Gleichzeitig wächst die Nachfrage im öffentlichen Verkehr. Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, sind zusätzliche Investitionen notwendig. Diese Aufwände können Transportunternehmen zunehmend trotz Effizienzsteigerungen nicht mehr vollständig intern auffangen.

Zusätzliche finanzielle Lücken entstehen durch politische Entscheide. Dazu gehören unter anderem der vom Parlament im Rahmen des Entlastungspakets 2027 beschlossene Wegfall der Rückvergütung der Mineralölsteuer ab 2027 und die Finanzierung des regionalen Personenverkehrs. So liegt der Kreditrahmen für den regionalen Personenverkehr deutlich unter dem angemeldeten Bedarf der Branche für die Jahre 2027 und 2028.

Tarifanpassung sorgfältig abgewogen

Der Strategierat der Alliance SwissPass hat deshalb eine Tarifanpassung im Nationalen Direkten Verkehr um durchschnittlich 3,9 Prozent beschlossen. Diese Massnahme betrifft national gültige Billette und Abonnemente. «Preiserhöhungen sind für Kundinnen und Kunden ein sensibles Thema. Deshalb hat die Branche diesen Schritt sehr sorgfältig geprüft. Er ist jedoch notwendig, um Angebot, Qualität und Investitionen im öffentlichen Verkehr langfristig zu sichern», sagt Strategieratspräsident Marco Lüthi.

Nicht alle Preise steigen gleich

Die Preisanpassung erfolgt differenziert. Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien werden gar nicht oder nur geringfügig teurer. Der Preis für das Generalabonnement steigt etwas stärker als jener für Einzelbillette. Das Halbtax-Abo verteuert sich um 5 Franken. Der Bonus der Guthaben-Pakete beim Halbtax PLUS bleibt unverändert. Bei Velo- und Hunde-Billetten sind Anpassungen vorgesehen.

öV-Branche baut Angebot weiter aus

Gleichzeitig investieren die Transportunternehmen weiter in modernes Rollmaterial, Infrastruktur und Servicequalität. Kundinnen und Kunden profitieren von dichteren Takten und neuen Angeboten. Dazu gehören unter anderem der Halbstundentakt zwischen St. Gallen und Sargans, ein neues Nachtnetz an Wochenenden und der grösste Angebotsausbau seit 20 Jahren in der Nordwestschweiz per Ende 2025. Diese Erweiterungen des Angebots erfordern substanzielle Mittel und tragen ebenfalls zu den steigenden Kosten bei.

Detaillierte Preise werden im Frühling veröffentlicht

Die detaillierten Preise für alle Angebote kommuniziert die öV‑Branche zu einem späteren Zeitpunkt im Frühling 2026. Die neuen Preise gelten ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026. Regionale Verbünde legen ihre Tarifanpassungen eigenständig fest.

Tarifanpassung im Dezember 2026: ZVV startet Vernehmlassung
Aufgrund der anspruchsvollen finanziellen Rahmenbedingungen schlägt der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) per Dezember 2026 eine Tariferhöhung um durchschnittlich rund 2.7 Prozent vor. Die Gemeinden, Verkehrsunternehmen und regionalen Verkehrskonferenzen werden von April bis Mitte Mai 2026 zur Vernehmlassung eingeladen.
 
Nachdem der ZVV-Tarif von 2017 bis 2023 unverändert geblieben war, werden die Preise seither wieder schrittweise angepasst. Grundlage dafür ist die vom Kantonsrat verabschiedete ZVV-Strategie 2025 – 2029. Darin ist festgelegt, dass der Kostendeckungsgrad des öffentlichen Verkehrs auf über 60 Prozent gehalten werden soll. Zudem fliesst das Defizit des öffentlichen Verkehrs auch in die mittelfristige Finanzplanung des Regierungsrates ein. Aufgrund der finanzpolitischen Vorgaben von Regierungs- und Kantonsrat soll deshalb eine Preiserhöhung umgesetzt werden.
 
Keine Rabatte mehr bei Mehrfahrtenkarten und eine moderate generelle Anpassung
 
Der nationale Tarif und auch der Z-Pass kennen seit Jahren keine Rabatte mehr auf Mehrfahrtenkarten. Im ZVV gab es bisher noch unterschiedliche Rabattstufen auf Mehrfahrtenkarten. Neu sollen diese bestehenden Rabatte vollständig aufgehoben werden. Damit gleicht sich der ZVV-Tarif dem nationalen Tarif an.

Aufgrund des Wegfalls der Rabatte bei den Mehrfahrtenkarten müssen die übrigen Abonnemente und die Einzeltickets durchschnittlich nur um 2.1 Prozent erhöht werden. Bei den Lokalnetzen und den Kurzstreckentickets ist keine Preisanpassung vorgesehen. Insgesamt ergibt sich aus all diesen Massnahmen eine durchschnittliche Erhöhung der Preise um rund 2.7 Prozent. Die Alliance SwissPass, die den nationalen Tarif festlegt, sieht im nationalen direkten Verkehr eine Tariferhöhung von durchschnittlich 3.9 Prozent vor.
 
Vernehmlassung bis im Mai 2026
 
Vor dem Entscheid von Verkehrs- und Regierungsrat über die Tarifanpassungen können sich die Gemeinden, Verkehrsunternehmen und regionalen Verkehrskonferenzen im Rahmen einer digitalen Vernehmlassung zu den geplanten Änderungen äussern. Die Vernehmlassung startet im Frühjahr und dauert bis Mitte Mai 2026.

Tarifbeispiele Tarif 2027_ZVV_31 3 26
Beim Libero-Tarifverbund kommt es im Dezember 2026 zu Preisanpassungen
Die steigenden Kosten im öV lassen sich nicht mehr vollständig durch Effizienzsteigerungen ausgleichen. Der Libero-Tarifverbund passt deshalb im Dezember 2026 die Preise an. Sie betreffen in erster Linie die Einzeltickets und das damit verwandte Sortiment, während ein grosser Teil der Abo-Besitzer von gleichbleibenden Preisen profitiert.

Der Libero-Tarifverbund passt auf 2027 die Ticket- und Abonnementspreise an. Im Durchschnitt steigen die Preise um 3,5%, sie gelten ab dem Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2026. Letztmals sind die Preise im Libero-Tarifverbund im Dezember 2023 angepasst worden. Hauptgrund für die erhöhten Preise sind die gestiegenen Kosten: Die Ausgaben für Material, Personal und Energie sind in den letzten Jahren gestiegen und lassen sich nicht mehr vollständig durch Effizienzmassnahmen ausgleichen.

Die Preise der Einzelbillette werden moderat um durchschnittlich 2,8% erhöht. Vor allem bei den am häufigsten genutzten Einzelbilletten fallen die Anpassungen bewusst zurückhaltend aus. Wer im Besitz eines Halbtax-Abos ist, profitiert davon, dass die Preise von Einzeltickets für Kurzstrecken, 1-2 Zonen, 3 Zonen sowie für die städtischen Zonen 300 (Biel), 700 (Thun) und 750 (Interlaken) gar nicht angehoben werden. Es handelt sich um das Sortiment im Halbtax-Bereich, das bis anhin noch mehr als 50% des Vollpreises kostete. Bei den Tageskarten und Multitageskarten kommt es zu denselben Effekten wie bei den Preisen für Einzeltickets, im Durchschnitt liegt die Preiserhöhung bei 3 Prozent.

Rabatt bei der Mehrfahrtenkarte (MFK) fällt weg

Die Preisanpassungen bei den Einzeltickets haben auch Auswirkungen auf die Preise der Mehrfahrtenkarten (MFK), die entsprechen angehoben werden. Zudem richtet sich der Libero-Tarifverbund nach dem direkten Verkehr und anderen Tarifverbünden aus und schafft den Rabatt von 10% ab, wodurch sich eine überdurchschnittliche Preiserhöhung von durchschnittlich 13,5% ergibt. Trotz des Wegfalls des 10%-Rabatts bleibt die MFK ein attraktives Angebot für Kundinnen und Kunden, die gelegentlich auf derselben Strecke fahren. Auch bei den Multi-Tageskarten gab es bis anhin einen Rabatt von 10%, der ab 2027 wegfällt. Dadurch steigen die Preise gegenüber heute um durchschnittlich 13,4 Prozent.

Abonnemente: Für viele gibt es keine Preiserhöhung

Gute Neuigkeiten gibt es für Besitzerinnen und Besitzer von Abonnementen im Libero-Stammgebiet. Hier gibt es praktisch keine Preiserhöhungen, lediglich die Abos von 8, 9 und allen Zonen werden angehoben. Das führt zu einer durchschnittlichen Erhöhung von 1,5% bei den Monatsabonnementen und von 1,3% bei den Jahresabonnementen. Vor einigen Jahren sind die Regionen Biel/Solothurn/Berner Jura sowie Thun/Oberland zum Libero-Tarifverbund gestossen. Weil sie zuvor ein tieferes Preisniveau hatten, wurden die Abonnementspreise in den letzten Jahren nur schrittweise an die Preise im Stammgebiet angepasst. Nun kommt es zur letzten Anpassung der Preise für Monats- und Jahresabonnemente. Sie kosten ab Dezember 2026 gleich viel wie die Abonnemente im Stammgebiet.
A-Welle Preisanpassungen per 13. Dezember 2026
Die Tarife im Tarifverbund A-Welle sind seit Dezember 2023 unverändert. Die Preise für Abonnemente für Kinder und Jugendliche sind gar seit Dezember 2017 nicht angepasst worden. Auf den Fahrplanwechsel vom 13. Dezember 2026 werden die Tarife in der A-Welle durchschnittlich um 3.6 Prozent erhöht (betrifft das gesamte Sortiment der A-Welle).

Wie bei der letzten Preiserhöhung per Dezember 2023 setzt die A-Welle ein Zeichen für Kinder und Jugendliche: Die Abonnement-Preise für Kinder und Jugendliche werden nur leicht erhöht, durchschnittlich um 0.5%. Dies, um unsere heranwachsende treue Kundschaft weiterhin für den öV zu begeistern und um die zusätzlichen Ausgaben für Familien und Alleinerziehende möglichst gering zu halten.

Die Transportunternehmen leisten einen grossen Beitrag für einen attraktiven öffentlichen Verkehr und sie haben auch zuletzt das Angebot weiter ausgebaut, z.B. mit einem starken Ausbau des Abend- und Wochenendverkehrs, um auf die geänderten Mobilitätsbedürfnisse der Kundinnen und Kunden im Speziellen in der Freizeit zu reagieren.

Die allgemeine Teuerung sowie zusätzliche Belastungen durch das Entlastungspaket 27 des Bundes (+ 80 Rappen Mehrkosten pro Liter Diesel durch Aufhebung der Rückerstattung der Mineralölsteuer für den öffentlichen Verkehr) erfordern nun allerdings finanzielle Massnahmen auf Seiten der Trans-portunternehmen und das auch bei der A-Welle.

Mit diesem verantwortungsvollen und zukunftsgerichteten Handeln kann weiterhin eine hohe Qualität im öffentlichen Verkehr gehalten und wo nötig erhöht werden.

Detaillierte Preise für alle A-Welle Tarife werden zu einem späteren Zeitpunkt im Frühling 2026 kommuniziert. Die neuen Preise gelten ab dem 13. Dezember 2026.
Preisanpassungen im Tarifverbund Passepartout
Analog zum Nationalen Direkten Verkehr passt auch der Tarifverbund Passepartout die Ticketpreise per 13. Dezember 2026 an. Die Anpassung ist aufgrund steigender Kosten notwendig. Diese entstehen insbesondere durch höhere Kosten für Energie, Material und Personal, durch die allgemeine Teuerung sowie durch Investitionen in Angebot, Infrastruktur und Fahrzeuge. Der konkrete Umfang der Preiserhöhung bei Passepartout wird derzeit noch geprüft.
 
Nachdem die Preise im öffentlichen Verkehr während den letzten drei Jahren stabil geblieben sind, hat der Nationale Direkte Verkehr (NDV) angekündigt, die öV-Tarife mit dem kommenden Fahrplanwechsel um durchschnittlich 3.9 Prozent anzuheben. Auch der Tarifverbund Passepartout plant eine Preisanpassung per 13. Dezember 2026. Die neuen Preise werden nach Abschluss der internen Entscheidprozesse und der Konsultation des Preisüberwachers voraussichtlich Ende August 2026 bekannt gegeben.

Steigende Kosten und Investitionen in den öffentlichen Verkehr  

Der öffentliche Verkehr wird in der Schweiz gemeinsam durch Ticketeinnahmen und Beiträge der öffentlichen Hand finanziert. Die Transportunternehmen haben in den letzten Jahren zahlreiche Effizienzsteigerungen umgesetzt und Kosten eingespart. Die aktuellen Kostensteigerungen können jedoch nicht mehr vollständig intern kompensiert werden. 

Zu den wesentlichen Kostentreibern zählen die steigende Nachfrage nach öffentlicher Mobilität sowie die damit verbundenen Investitionen in Angebot, Infrastruktur und Fahrzeuge. Gleichzeitig führen die allgemeine Teuerung, höhere Energie- und Materialkosten sowie veränderte politische Rahmenbedingungen zu zusätzlichen finanziellen Belastungen. Dazu gehört unter anderem der Wegfall der Rückvergütung der Mineralölsteuer. Zudem wird die Umstellung auf den fossilfreien öffentlichen Verkehr weiter vorangetrieben, was zusätzliche Investitionen erfordert. 

Ohne Preisanpassung müssten mittelfristig Leistungen reduziert oder zusätzliche Mittel der öffentlichen Hand eingesetzt werden. Mit der geplanten Preisanpassung trägt der Tarifverbund Passepartout dazu bei, Angebot, Qualität und Investitionen im öffentlichen Verkehr langfristig zu sichern. Somit profitieren die Fahrgäste weiterhin von einem attraktiven und leistungsfähigen öffentlichen Verkehr mit guten Verbindungen und modernen Fahrzeugen.
Tarifverbund Zug hebt Preise moderat an
Die Tarife sind seit Dezember 2023 unverändert. Im Rahmen der nationalen Tarifmassnahmen werden die Preise im Tarifverbund Zug (TVZG) moderat angepasst. Damit werden das Angebot und die Qualität trotz Teuerung und steigender Kosten in der ÖV-Branche gesichert. 

Die Tariferhöhung entspricht dem Umfang der nationalen Tarifmassnahme und wird mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 eingeführt. Die Preise der Einzelbillette steigen zwischen 10 und 40 Rappen, die Monatsabonnemente um 1 (Jugend) bzw. 4 (Erwachsene) Franken. Wer sich für ein Jahresabo entscheidet, profitiert am meisten. Das Jahresabo entspricht neun Monatsabos bzw. einem Rabatt von drei Monaten und lohnt sich bereits ab zwei Reisetagen im ÖV pro Woche. 

Seit der letzten Tariferhöhung im Dezember 2023 hat die allgemeine Teuerung um 1,3 Prozent zugenommen. Im gleichen Zeitraum wurde in den ÖV investiert und das Angebot deutlich ausgebaut. Auch die hohe Qualität konnte beibehalten werden, wie das Top-Ergebnis der kürzlich durchgeführten Kundenzufriedenheitsumfrage im Kanton Zug belegt. Generell lässt sich festhalten: Das Tarifniveau im Tarifverbund Zug ist im schweizweiten Vergleich tief. 

Die finanziellen Rahmenbedingungen der ÖV-Branche verändern sich durch politische Entscheide: Die Rückvergütung der Mineralölsteuer entfällt schrittweise ab 2026 und das Schweizer Parlament hat den Kreditrahmen für den Personenverkehr für die Jahre 2027 und 2028 gekürzt. 

Trotz der politischen Lage lässt sich festhalten: Der öffentliche Verkehr ist beliebt. Immer mehr Menschen nutzen die Angebote des Tarifverbunds Zug, was sich in der steigenden Nachfrage widerspiegelt. Mit der moderaten Tariferhöhung lassen sich das Angebot und die Qualität langfristig sichern. 
Frimobil: Neue Preise ab dem 13. Dezember 2026
Am Sonntag, 13. Dezember 2026 passen alle öV-Transportunternehmen in der Schweiz ihre Preise an. Auch im Perimeter des Tarifverbunds Frimobil gelten ab diesem Datum somit neue Preise. Letztmals erfolgte im Dezember 2023 eine Tarifanpassung.

Eine auf nationaler Ebene beschlossene Tariferhöhung

Heute haben die in der Branchenorganisation Alliance SwissPass zusammengeschlossenen Schweizer öV-Transportunternehmen eine allgemeine Tariferhöhung der Fahrpreise beschlossen.

Nach drei Jahren mit stabilen Billettpreisen steht die öV-Branche vor einer deutlich veränderten wirtschaftlichen Ausgangslage. Die Kosten für Material und Personal sind spürbar gestiegen und die Energiepreise hoch geblieben. Zudem sind Investitionen erforderlich, um den stetig steigenden Fahrgastzahlen gerecht zu werden. Diese Aufwände können Transortunternehmen trotz Effizienzsteigerungen nicht mehr vollständig intern auffangen. Zusätzliche finanzielle Lücken entstehen durch politische Entscheide. Ein Beispiel dafür ist die Aufhebung der Mineralölsteuer-Rückerstattung zum 1. Januar 2027, die sich auf 50 Millionen Franken beläuft.

Um das Angebot, die Qualität und die Investitionen langfristig zu sichern, wird die öV-Branche ab Dezember 2026 die Tarife im nationalen Direktverkehr differenziert anpassen. Die Preise steigen landesweit um durchschnittlich 3,9 %, während die Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien stabil bleiben oder nur geringfügig angepasst werden. Die Preiserhöhung im öffentlichen Verkehr ist zu relativieren, da sie zwischen 2017 und heute einer vergleichbaren Entwicklung folgt wie der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) im gleichen Zeitraum.

Eine Notwendigkeit für Frimobil

Der Tarifverbund Frimobil, dem sieben Transportunternehmen angehören, lehnt sich den auf nationaler Ebene festgelegten Tarifanpassungen an. Der Verbund zieht jedoch eine moderatere Erhöhung vor, um das Nachfragewachstum zu stützen und anzukurbeln. Daher werden die Preise bei Frimobil zum Jahresende um durchschnittlich 3,8 % angehoben. Wie in der gesamten Branche werden die detaillierten Preise im Herbst bekannt gegeben. Es wird darauf hingewiesen, dass das Gesetz zur Sanierung der Kantonsfinanzen (SKfG), über das am kommenden 26. April in einer Volksabstimmung abgestimmt wird, nicht der Grund für diese Erhöhung ist.

20 Jahre in den Diensten einer vereinfachten Mobilität

Anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums wird Frimobil im Herbst mehrere Sonderaktionen für seine Kundinnen und Kunden sowie für die breite Öffentlichkeit starten. Diese Angebote werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Pro Bahn: Tariferhöhungen im öV werden abgelehnt
Pro Bahn Schweiz steht Tariferhöhungen im öffentlichen Verkehr klar ablehnend gegenüber. Wer auf den öV umsteigt, soll nicht mit einem schlechteren oder teureren Angebot konfrontiert werden. Das gilt ebenso für treue Stammkundinnen und -kunden.

Zudem müssen die Kundinnen und Kunden von Effizienzgewinnen profitieren. Einsparungen durch den vermehrten Verkauf und die Nutzung digitaler Tickets sowie durch den Abbau von Serviceleistungen dürfen nicht einseitig bei den Transportunternehmen verbleiben, sondern sollen sich auch in stabilen oder tieferen Preisen niederschlagen.

Zudem steht die Preiserhöhung im Widerspruch zu den politischen Zielsetzungen der Schweiz: Der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr (Modalsplit) soll steigen, um die Klimaziele – insbesondere im Rahmen des Pariser Abkommen – zu erreichen. Höhere Preise senden hier das falsche Signal.
Pro Bahn Schweiz wird weiterhin aktiv den Dialog mit der Branche suchen.

Im Zentrum stehen dabei folgende Ziele:

– Erhöhung des öV-Modalsplits
– Gewinnung neuer Kundinnen und Kunden

Als zentralen Lösungsansatz fordert Pro Bahn Schweiz eine grundlegende Tarifreform:

– Abschaffung von Kundenfallen und des Tarifwirrwars sowie eine tiefe Einstiegshürde ins System öV.
Diese Reform bietet die Chance für eine klare, verständliche und faire Tarifstruktur sowie eine Neupositionierung des Einzelbilletts.

Die Finanzierung soll über zwei Pfeiler erfolgen:

– Effizienzsteigerungen und strukturelle Vereinfachungen im öV-System durch eine vereinfachte Tarifstruktur sowie im nicht kundenrelevanten Bereich
– zusätzliche Einnahmen durch steigende Nachfrage infolge attraktiverer Preise

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Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
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