Der öffentliche Personenverkehr in der Schweiz ist so beliebt wie nie zuvor. 2025 stiegen die Fahrgastzahlen bei der BLS um gut drei Prozent auf einen neuen Höchstwert. Gleichzeitig steigen die Kosten, weil die BLS das Angebot laufend ausbaut. Wegen sinkender Nachfrage beim Güterverkehr und finanziellen Sondereffekten verbucht die BLS für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von 10,3 Millionen Franken.
In den Zügen und Bussen der BLS waren 2025 rund 73,4 Millionen Fahrgäste unterwegs – das sind gut drei Prozent mehr als im Vorjahr. Erfreulich ist, dass sich die hohe Nachfrage mit einer steigenden Qualität deckt. Die Pünktlichkeit, eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale, steigt seit mehreren Jahren leicht an. Die positive Entwicklung widerspiegelt sich auch in der Zufriedenheit der Kundinnen und Kunden. In der Zufriedenheitsumfrage bewerten sie die BLS als vertrauenswürdig, kompetent und verlässlich.
Weniger Mittel der öffentlichen Hand
Die finanzielle Situation ist trotz des Wachstumskurses angespannt. Die BLS baut ihr Angebot laufend aus. Im Jahr 2025 hat die BLS in Abstimmung mit den Bestellerkantonen das Angebot auf den Linien Luzern–Langenthal, Bern–Murten/Payerne und Thun–Konolfingen verbessert. Diese Linien haben überdurchschnittlich stark zum Wachstum der Fahrgastzahlen beigetragen. Durch Angebotsausbauten steigen die Kosten etwa für die Ausbildung zusätzlichen Personals. Trotz steigender Anforderungen bewältigt die BLS den Bahnbetrieb mit weniger finanziellen Mitteln der öffentlichen Hand. 2025 hat die BLS für den regionalen Personenverkehr 11,5 Millionen Franken weniger Abgeltungen bezogen als im Jahr zuvor. Den Spardruck von Bund und Kantonen nimmt die BLS als Ansporn, effizienter zu werden.
Güterverkehr – herausforderndes Umfeld für Verlagerung
Das Segment Güterverkehr, das sich aus den Beteiligungen der BLS an der BLS Cargo AG und der Ralpin AG zusammensetzt, war 2025 von zahlreichen geplanten und ungeplanten Bauarbeiten auf dem europäischen Schienennetz geprägt. Die reduzierte Pünktlichkeit und Zugsausfälle verursachten Erlösausfälle und Mehrkosten. Ausserdem reagiert die Logistikbranche sensibel auf die geopolitische Lage, was die Nachfrage dämpft. Die daraufhin bei BLS Cargo eingeleiteten Kostensparmassnahmen konnten den Umsatzrückgang nicht vollumfänglich kompensieren. Zusätzlich belastete die Einstellung der «Rollenden Landstrasse» per Ende 2025 das Ergebnis. Die BLS weist im Segment Güterverkehr ein um 6,8 Millionen Franken negatives Ergebnis aus.
Insgesamt schliesst die BLS das Geschäftsjahr 2025 auf Konzernebene mit einem Verlust von 10,3 Millionen Franken ab. Dieser ist im Wesentlichen auf das anspruchsvolle Marktumfeld im Güterverkehr sowie Sondereffekte in Form von Wertberichtigungen im Lokomotivbestand zurückzuführen.
Das Ziel der BLS ist nachhaltige Mobilität
Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Strategie der BLS. Die langfristigen Ziele des nachhaltigen Engagements sind unter anderem die kontinuierliche Verbesserung der Klima- und Umweltbilanz, die verstärkte Nutzung der Kreislaufwirtschaft sowie eine inklusive Arbeitsumgebung für die Mitarbeitenden. Hierzu wurden die wesentlichen Themen in einer Analyse festgelegt und Massnahmen daraus abgeleitet.
Der Nachhaltigkeitsbericht 2025 zeigt die Fortschritte in den entsprechenden Bereichen, etwa beim Schotterrecycling, dem Energiekonzept der Werkstätte Bönigen oder der Runderneuerung von Reifen bei Busland.
| SEV: Das BLS-Personal erbringt 2025 erneut Bestleistungen |
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| Das BLS-Personal hat im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass die Rekordzahl von 73,4 Mio. Fahrgästen sicher und pünktlich ans Ziel gekommen sind. Verglichen mit dem Vorjahr reisten in den BLS-Zügen 2,9 % mehr Fahrgäste, auf den BLS-Schiffen sogar 7,8 %. Durch den Spardruck im regionalen Personenverkehr und durch die Baisse von BLS Cargo – unter anderem durchs vorzeitige Aus der Rollenden Landstrasse verursacht – weist der BLS-Konzern einen Verlust von 10,3 Mio. Franken aus. Nach zwei Jahren mit je über 20 Mio. Franken Konzerngewinnen unschön, aber verkraftbar. Damit das BLS-Personal weiterhin motiviert bleibt und Höchstleistungen erbringen kann, wird der SEV für die Lohnrunde im Herbst entsprechende Forderungen stellen. Gleichzeitig sind Korrekturen im Schienengüterverkehr nötig. Verlagerung sichern – nicht auf Kosten des Personals Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene darf nicht weiter abnehmen. Werden immer mehr Transporte auf die Strasse rückverlagert, droht nicht nur das Verkehrssystem punktuell zu kollabieren, was die Versorgungssicherheit und die Stabilität von Logistikketten gefährdet, sondern es können weder die Umweltziele erreicht noch die Verlagerungsziele der Alpeninitiative endlich umgesetzt werden. Aktuell herrscht im Güterverkehr eine Verlagerungskrise – in der Schweiz und in ganz Europa! Die Politik ist gefordert, hier rasch wirksame Lösungen zu finden, denn nur wenn es gelingt, die nördlichen Zulaufstrecken soweit zu modernisieren, dass ein zuverlässiger stabiler Betrieb gewährleistet ist und der strukturelle Kostennachteil des Schienengüterverkehrs dadurch deutlich sinkt, lässt sich die Rückverlagerung stoppen. Für den SEV ist klar: Eine Stärkung des Schienengüterverkehrs wird nur mit dem Personal gelingen. Gute Arbeitsbedingungen, ausreichende Qualifikationen und hohe Sicherheitsstandards sind zentrale Voraussetzungen für einen zuverlässigen Bahnbetrieb. Versuche, über Deregulierung, steigenden Druck auf das Personal oder abgesenkte Anforderungen kurzfristige Wettbewerbsvorteile gegenüber der Strasse zu erzielen, gehen in die falsche Richtung. Sie lösen die strukturellen Probleme des Güterverkehrs nicht, sondern verschärfen sie langfristig. «Wer die Verlagerung ernst meint, muss in die Schiene investieren – nicht beim Personal sparen», sagt Barbara Keller, Vizepräsidentin SEV. Der SEV fordert Rahmenbedingungen, die die Schiene stärken: mit leistungsfähiger Infrastruktur, verlässlichen Angeboten und gut ausgebildetem Personal. Nur so kann Vertrauen zurückgewonnen und die Verlagerung nachhaltig wieder auf Kurs gebracht werden. Gemeinsam mit der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) wollen wir den Schienengüterverkehr zusätzlich auf europäischer Ebene stärken. Die ETF hat dafür die Kampagne #SaveRailFreight lanciert. Sie bündelt die Forderungen der europäischen Eisenbahngewerkschaften für mehr öffentliche Investitionen und den Erhalt eines leistungsfähigen Schienengüterverkehrs. Ziel ist es, den Schienengüterverkehr als öffentliche Dienstleistung von allgemeinem Interesse zu sichern und weitere Verlagerungen auf die Strasse zu verhindern. Nein zu Englisch als Betriebssprache Der SEV lehnt Englisch als einheitliche Betriebssprache im internationalen Bahnverkehr ab. Der Vorschlag von BLS Cargo zielt darauf ab, Personal ohne Kenntnisse einer Landessprache einzusetzen und führt zu erhöhtem Druck auf Löhne und Arbeitsbedingungen im Güterverkehr. Aus Sicht des SEV verkennt dieser Ansatz jedoch die betrieblichen Realitäten: Im Bahnbetrieb ist eine präzise, sichere und jederzeit verständliche Kommunikation zentral – insbesondere in Störfällen, bei Rangierarbeiten oder in Notlagen, wo auch externe Einsatzkräfte eingebunden sind. Die Verwendung einer Fremdsprache auf allgemeinem Niveau erhöht hier das Risiko von Missverständnissen erheblich. Bewährt hat sich die Kommunikation in der jeweiligen Landessprache, in der auch Vorschriften, Kommunikation und Notfallprozesse verankert sind. Eine Absenkung der Sprachanforderungen zugunsten von Englisch auf der Schiene in der Schweiz würde die Sicherheit und die Qualität im Bahnbetrieb schwächen, ohne die strukturellen Probleme des Güterverkehrs zu lösen. |
Links
- Die Zahlen zum Geschäftsjahr 2025 der BLS AG sowie der Nachhaltigkeitsbericht können online unter bls.ch/geschaeftsbericht eingesehen werden.
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