Die im März 2026 zwischen SBB und SNCF Voyageurs unterzeichnete Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen und zur Entwicklung neuer Linien trägt Früchte: Nun haben SBB, SNCF Voyageurs und Eurostar eine Absichtserklärung zur Einführung einer möglichen Direktverbindung zwischen der Schweiz und London unterzeichnet. Die Absichtserklärung bildet einen wichtigen Meilenstein in der langfristigen Planung für eine mögliche neue Direktverbindung ins Vereinigte Königreich.
Die Nachfrage nach internationalen Bahnreisen ist gross, und SBB, SNCF Voyageurs und Eurostar sehen ein erhebliches Potenzial für eine Anbindung der Schweiz an London. London ist das beliebteste Flugziel aus der Schweiz. Zugleich besteht ein starkes Kundeninteresse an einer direkten Bahnverbindung ins Vereinigte Königreich. Direktverbindungen mit einer Reisezeit von 6 Stunden zwischen Zürich und London, 5 Stunden zwischen Basel und London und 5,5 Stunden zwischen Genf und London dürften laut Studien der Marktnachfrage und den Erwartungen der internationalen Reisenden entsprechen.
Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern
Im März haben SBB und SNCF Voyageurs eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Sie zielt darauf ab, die Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen zu stärken und potenzielle neue Verbindungen zu entwickeln, darunter auch zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Um dieses Ziel zu erreichen, sieht die Vereinbarung zudem die Beteiligung der Tochtergesellschaften von SNCF Voyageurs vor.
Die drei Unternehmen – SNCF Voyageurs, ihre Tochtergesellschaft Eurostar und die SBB – haben nun eine Absichtserklärung unterzeichnet, welche die Zusammenarbeit bei einem Projekt zur Einrichtung einer möglichen Direktverbindung zwischen der Schweiz und London festlegt. Die Partner sind dafür bestens aufgestellt: SNCF Voyageurs arbeitet bereits eng mit der SBB zusammen, und eine Direktverbindung nach London würde über Frankreich führen. Eurostar bietet seit mehr als 30 Jahren Verbindungen zwischen Kontinentaleuropa und dem Vereinigten Königreich über den Ärmelkanal an.
Die Unterzeichnung der Absichtserklärung ist ein wichtiger Meilenstein. Der nächste Schritt ist die Analyse möglicher Fahrpläne und Betriebskonzepte. Anhand der Ergebnisse werden dann die wichtigsten Massnahmen für die mögliche Einführung einer solchen Direktverbindung von der Schweiz nach London festgelegt.
Weitere Schritte erforderlich
Die drei Partner sind bestrebt, die potenzielle Direktverbindung nach London so bald wie möglich anzubieten, und treiben das Projekt kontinuierlich voran. Bis zur Einführung des neuen Angebots sind jedoch noch einige Schritte erforderlich. Dazu gehören die Vorbereitung der Einreiseformalitäten, die Klärung der erforderlichen Infrastruktur und zwischenstaatlichen Übereinkommen sowie der Verfügbarkeit von geeigneten Zügen und Trassen. Die Umsetzung wäre frühestens im Laufe der 2030er Jahre möglich.
| Bisherige Schritte auf dem Weg zu einer Direktverbindung nach London |
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| Aufbauend auf früheren Studien und der am 8. Mai 2025 in London von Bundesrat Albert Rösti und der britischen Verkehrsministerin Heidi Alexander unterzeichneten Absichtserklärung für ein zwischenstaatliches Übereinkommen führt die SBB im Auftrag des Bundesamts für Verkehr weitere Studien durch, während Eurostar und SNCF Voyageurs ihre Entwicklung mit neuen internationalen Verbindungen fortsetzen wollen. |
| Über SNCF Voyageurs |
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| SNCF Voyageurs wurde am 1. Januar 2020 gegründet und befördert als Personenverkehrsunternehmen des SNCF-Konzerns täglich 5 Millionen Reisende in 15 000 Zügen. Mit TGV INOUI, OUIGO, Eurostar und TGV Lyria bietet das Unternehmen Fern- und Hochgeschwindigkeitsverbindungen zu 230 Zielen in Frankreich und Europa an. SNCF Voyageurs betreibt zudem im Rahmen des Service public Bahnverbindungen für Verkehrsbehörden (Regionen und Staat). Dazu zählen Transilien in der Region Île-de-France, TER in elf Regionen und Intercités im Tages- und Nachtverkehr auf Strecken, die der regionalen Entwicklung dienen. Mit dem Know-how seiner 65 000 Mitarbeitenden bietet SNCF Voyageurs seinen Kunden – ob Reisende, Verkehrsbehörden oder Unternehmen – CO₂-arme Transportlösungen. Das Unternehmen bietet ausserdem technische Lösungen für Dienstleistungen und Rollmaterial sowie Unterhaltsdienste über Masteris an. Die Tochtergesellschaft SNCF Connect & Tech entwickelt digitale Lösungen und Services, darunter Tesmo für Unternehmen und Behörden und SNCF Connect als führende Rundumplattform für nachhaltiges Reisen für Fahrgäste. SNCF Voyageurs erwirtschaftete im Jahr 2025 einen Umsatz von 20,9 Milliarden Euro. |
| Über Eurostar |
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| Mit einer Flotte von 51 Hochgeschwindigkeitszügen betreibt Eurostar das grösste internationale Hochgeschwindigkeitsnetz in Westeuropa und bedient mehr als 20 Ziele in Deutschland, Belgien, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Im Jahr 2025 beförderte Eurostar 20 Millionen Reisende. Um sein langfristiges Wachstum zu unterstützen, hat Eurostar bei Alstom bis zu 50 Celestia-Doppelstockzüge bestellt, die ab Mai 2031 eingeführt werden sollen. Die Aktionärsstruktur von Eurostar stellt sich wie folgt dar: – SNCF Voyages Développement (55,75%), eine Tochtergesellschaft von SNCF Voyageurs – CDPQ (19,31%) – SNCB (18,50%) – Federated Hermes Infrastructure Fund (6,44%) |
Links
- #CrossChannelRail – CrossChannelRail Final Report
- Berner Zeitung: SBB: Boom bei internationalen Bahnreisen bis 2035 erwartet
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Endlich bewegt sich da etwas! Die heutigen Bahnverbindungen aus der Schweiz nach London mit dem Umsteigen in Paris und dem stressigen Transfer von der Gare du Lyon zur Gare du Nord sind zu wenig attraktiv. Künftig mit dem EuroStar von Basel, Genf und Zürich ein Stunde schneller ohne Umsteigen entspannt mitten in die City of London fahren zu können wird attraktiv und klimaschonend sein.
Die Weichen für das Anpassen der Bahnhofinfrastukturen in Basel und Genf an die strengen Sicherheitsvorgaben der Kanaltunnelbetreiber und die komplexen Einreisevorschriften in das nebelumwallte Land der skurrilen Briten müssen jetzt gestellt werden, bevor Sachzwänge geschaffen werden, welche das Vorhaben unnötig verteuern.
Eigenwirtschaftlich ist höchstens ein einziger Zug pro Tag und Richtung zu betreiben! Es ist ein Verhältnisblödsinn, dafür spezielle Gleise und Abfertigungsvorrichtungen gemäss britischem Erfordernis in Basel und Genf zu erstellen. Dafür ist der Platz schlicht nicht vorhanden und die Kosten zu hoch.
Man könnte meinen, die SBB hätten nicht genügend „Baustellen“ hier im Inland – sowohl tatsächliche wie betrieblich-administrative – als dass so ein Auslandsprojekt angestossen werden muss. Wenn schon, wäre es viel besser, einen Zubringerzug nach Lille-Europe mit Umstieg in eine bestehende Verbindung aus Amsterdam/Brüssel einzurichten.
Dadurch könnte man zuerst das Reisepotential effektiv prüfen, bevor teure und womöglich zu wenig gebrauchte Anlagen hierzulande gebaut werden. Zudem wäre eine solche Verbindung bei gutem Willen der beteiligen Bahnen und Behörden mit bestehendem, zugelassenem Rollmaterial in relativ kurzer Zeit marktreif zu verwirklichen: Zeithorizont Dez. 2027 und nicht erst in den 2030er Jahren!