Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF) führen die grosse Revision der Standseilbahn Neuveville–Saint-Pierre durch. Vom Donnerstag, 27. August bis am Freitag, 4. Dezember 2026 muss der Betrieb der Anlage eingestellt werden. Die Reisenden werden gebeten, während der Unterbrechung auf die Buslinie 4 Fribourg, Auge Sous-Pont – Fribourg/Freiburg, gare routière auszuweichen.
Die Standseilbahn von Freiburg ist eine einzigartige Anlage, deren Betrieb eine sorgfältige Wartung erfordert. Gemäss Seilbahngesetzgebung müssen alle Anlagen regelmässig revidiert werden. Insbesondere ist alle sechs Jahre eine kleine Generalrevision und alle zwölf Jahre eine Generalrevision durchzuführen. Für das Jahr 2026 ist eine umfassende Überholung der Anlage erforderlich, bei der die Kabinen vom Fahrgestell getrennt werden. Für die Durchführung dieser umfangreichen Wartungsarbeiten wird die Standseilbahn von Donnerstag, 27. August, bis Freitag, 4. Dezember 2026, ausser Betrieb genommen. Die Wiederaufnahme des Betriebs erfolgt am Samstag, 5. Dezember 2026.
Die beiden Fahrzeuge werden mit Hilfe eines Krans von den Schienen gehoben und anschliessend in die Werkstätten der auf Standseilbahnen und Bergbahnen spezialisierten Firma Garaventa AG in Uetendorf transportiert, um dort einer gründlichen Revision unterzogen zu werden. Die Kontrollen betreffen die wichtigsten sicherheitsrelevanten Komponenten, insbesondere die Achsen, die Lauf- und Führungsräder, die Lager, die mit der Zahnstange gekoppelten Zahnräder, die Bremstrommeln und deren Bremsbänder, die Fahrgestelle und die Bremssteuerungen (Überdrehzahlschutz und Seilschlaff) sowie die Seilverankerungsmechanismen. Diese Bauteile werden einer zerstörungsfreien Prüfung (ZFP) unterzogen, um die Masshaltigkeit zu überprüfen, allfällige Risse oder Verschleisserscheinungen festzustellen und jegliche Anomalien zu identifizieren, die ihre ordnungsgemässe Funktion beeinträchtigen könnten.
In Freiburg führt ein Fachbüro während des Betriebsunterbruchs eine allgemeine Prüfung der Infrastruktur der Seilbahn durch. Die Anlage wird einer gründlichen Überprüfung unterzogen, um ihre Zuverlässigkeit zu gewährleisten und sicherzustellen, dass sie allen Sicherheitsanforderungen entspricht. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Kulturgüter des Kantons Freiburg werden auch die Tal- und Bergstationen restauriert, um die Qualität des Empfangs und den Komfort der Fahrgäste zu verbessern. Darüber hinaus werden die beiden Wagen in einer spezialisierten Werkstätte vollständig neu lackiert. Die Kosten für diese Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten an den Anlagen werden auf 1,1 Millionen Franken veranschlagt.
Die TPF bitten ihre Kundinnen und Kunden für mögliche Unannehmlichkeiten um Entschuldigung. Während des Betriebsunterbruchs werden die Reisenden gebeten, für ihre Fahrten die Buslinie Nr. 4 Fribourg, Auge Sous-Pont – Fribourg/Freiburg, gare routière zu benutzen.
| Die Standseilbahn Neuveville/Saint-Pierre ist eine der sieben letzten Standseilbahnen in Europa, die mit Wasserballast betrieben werden und wahrscheinlich die Einzige, die Abwasser nutzt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Betriebsart aus wirtschaftlichen Gründen sowie zur Gewährleistung ihrer Unabhängigkeit und Regelmässigkeit gewählt. Das Gewicht des abwärtsfahrenden Wagens, dessen Tank vor der Abfahrt mit Abwasser gefüllt wird, zieht ein Seil, das den anderen Wagen den Hang hinaufbefördert. Sobald der abwärtsfahrende Wagen an der Talstation angekommen ist, wird der Tank in die Kanalisation des Neustadt-Quartiers entleert. Nun funktioniert die Die Länge der Fahrstrecke beträgt 126,4 m bei einer Steigung von 56,4 m. Die Kapazität jedes Wagens beträgt 20 Plätze. Pro Jahr befördert das Funi rund 200‘000 Personen. Die Freiburgischen Verkehrsbetriebe sind seit 1970 für den Betrieb der Anlage verantwortlich. |
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