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Fünfpunkteplan: Grundlagen-Bericht für Ausbau des Bahnknotens Basel [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 25. Mai 2022 veröffentlicht.

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Züge der SBB in der Halles des Bahnhofs Basel SBB. / Quelle: Keystone, Georgios Kefalas

Die Partner für die langfristige Entwicklung des Bahnknotens Basel haben in den letzten drei Jahren ihre Arbeiten in einem Fünfpunkteplan koordiniert. Die Arbeiten zeigen auf, welches Bahnangebot in Basel langfristig nötig ist und welche Infrastrukturausbauten es dafür braucht. Über Zwischenschritte wurde laufend informiert. Nun liegt der Schlussbericht vor. Er legt dar, dass als erstes eine Erweiterung der betrieblichen Anlagen Basel SBB nötig ist, um während späterer Bauarbeiten und im künftigen Betrieb zusätzliche Kapazität für das Aufrechterhalten des Bahnbetriebes sicherzustellen. Voraussetzung für eine Realisierung von Herzstück, Tiefbahnhof und weiteren Ausbauten im Knoten Basel ist ein entsprechender Beschluss des Bundesparlamentes.

Langfristig soll der Bahnknoten Basel gemäss der Stossrichtung «Tiefbahnhof Basel SBB plus Herzstück» ausgebaut werden. Über dieses Zwischenergebnis des Fünfpunkteplans wurde im Juni 2021 informiert. Mit der Festlegung einer schrittweisen Abfolge der Angebot- und Infrastrukturausbauten können die Bauarbeiten während des laufenden Betriebs ausgeführt und kann die Finanzierung sichergestellt werden.

Im Rahmen der Schlussarbeiten wurde geklärt, ob einzelne Elemente aus baulichen oder technischen Gründen in einer bestimmten, zwingenden Abfolge gebaut werden müssen. Dazu wurden die für den Angebotsausbau notwendigen Infrastrukturmassnahmen in fünf Paketen gebündelt und untersucht.

Folgende Infrastrukturpakete wurden gebildet:

Ertüchtigung Knoten Basel SBBDer Ausbau (Ertüchtigung) im Umfeld des Bahnhofs Basel SBB zu betrieblichen Zwecken sichert die Kapazität der Service- und Abstellanlangen sowie die Pünktlichkeit und schafft zusätzliche Kapazität während späterer Bauarbeiten und im künftigen Betrieb.
Herzstück Westast, inkl.
Tiefbahnhof Basel SBB
Der Herzstück Westast, inkl. Tiefbahnhof Basel SBB, ermöglicht zusätzliche Durchbindungen im Regionalverkehr Schweiz–Frankreich sowie eine neue Haltestelle Basel Mitte.
Herzstück-Ostast, inkl.
Tiefbahnhof Basel SBB
Der Herzstück-Ostast, inkl. Tiefbahnhof Basel SBB, ermöglicht Durchbindungen im Regionalverkehr Wiesental/Hochrhein–Schweiz sowie eine neue Haltestelle Basel Mitte. Ermöglicht werden auch zusätzliche Service- und Abstellanlagen im Basel Bad Bf. Je nach Wahl der Linienführung ist zudem eine Haltestelle Basel Klybeck möglich.
FricktalAusbaumassnahmen im Fricktal ermöglichen den S-Bahn-Viertelstundentakt Fricktal und bringen Nutzen für den Güterverkehr.
WisenbergDas Ausbau-Paket Wisenberg (Tunnel-Neubaustrecke zur Juraquerung) ermöglicht auf der Nord-Süd-Achse (Ergolztal) Taktverdichtungen im Güter-, Regional- und Fernverkehr.

Die Analyse zeigt, dass als erstes das Paket «Ertüchtigung Knoten Basel SBB» umgesetzt werden muss. Mit diesem werden die Gleisanlagen optimiert und die Kapazitäten in den Abstell- und Serviceanlagen sichergestellt. Dies, um während späterer Bauarbeiten und für künftige Angebote zusätzliche Kapazität für einen zuverlässigen Bahnbetrieb sicherzustellen. Alle weiteren Infrastrukturpakete bauen darauf auf.

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Weiter zeigt der Bericht, dass es mit Ausnahme der Ertüchtigung keine technisch zwingende Reihenfolge zum Ausbau der Bahninfrastruktur im Knoten Basel gibt. Die Entscheide dazu können zu einem späteren Zeitpunkt gefällt werden. Für die Realisierung der verschiedenen Elemente sind eine zufriedenstellende Wirtschaftlichkeit sowie entsprechende Bau- und Finanzierungsbeschlüsse des eidgenössischen Parlaments nötig.

Abschluss des Fünfpunkteplans

Das Bundesamt für Verkehr (BAV), die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, die SBB AG und von deutscher Seite das Bundeseisenbahnvermögen mit der Deutschen Bahn (BEV mit DB) sind seit 2019 im Gremium Bahnknoten Basel organisiert. In den vergangenen Jahren koordinierten die Partner die Bahnverkehrsentwicklung im Raum Basel entlang von 5 Punkten:

  • wie soll die langfristige Entwicklung in Basel aussehen (Zielbild)
  • welche Perron-Erschliessungen sind im Bahnhof Basel SBB mittel- und langfristig nötig
  • wie wird eine unterirdische Verbindung, das Herzstück, angelegt (Stossrichtungsentscheid)
  • wie wird das Herzstück an die Bahnhöfe Basel SBB, Basel Badischer Bahnhof und Basel St. Johann angeschlossen (Stossrichtungsentscheid)
  • welches sind die baulichen und technischen Rahmenbedingungen zur Realisierungsabfolge der verschiedenen Infrastrukturpakete

Mit der Analyse zur Realisierungsabfolge sind nun alle 5 Punkte bearbeitet. Der Schlussbericht fasst die jüngsten Arbeiten zusammen.

Weiteres Vorgehen

Bereits im Sommer 2021 ausgelöst wurden mit dem Stossrichtungsentscheid die Folgearbeiten zum Fünfunkteplan: In einer Vorstudie werden seit Januar 2022 die besten Varianten für die Projekte im Bereich Bahnknoten Basel erarbeitet. Untersucht werden beispielsweise die drei unterschiedlich langen Linienführungen des Herzstück-Ostasts, ob die Einbindung des Herzstücks in den Basel Badischen Bahnhof ober- oder unterirdisch erfolgen soll oder die genaue Lage des Tiefbahnhofs Basel SBB und dessen Zufahrten. Die Vorstudie wird voraussichtlich Ende 2024 fertig gestellt.

Wie bereits mit dem Stossrichtungsentscheid vom letzten Sommer kommuniziert, werden die Kosten für Herzstück, Tiefbahnhof Basel SBB und Ertüchtigungen im Kernperimeter Knoten Basel auf insgesamt rund 9 Milliarden Franken geschätzt. Bei entsprechendem Realisierungsbeschluss des Bundes würden die Kosten über den Bahninfrastruktur BIF finanziert. Das Bauen unter Betrieb sowie die Finanzierung erfordern, dass die Ausbauten über mehrere Bahn-Ausbauschritte des Bundes verteilt würden.

Die trinationale S-Bahn nimmt Fahrt auf
Das Bundesamt für Verkehr (BAV), die SBB und die beiden Basel informierten über die jüngsten Meilensteine zum Ausbau der Bahninfrastruktur in und um Basel. Aktuell erstellt die SBB Bauwerke für erste Angebotsverbesserungen der trinationalen S-Bahn – etwa den S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Liestal und Basel. In Zukunft sollen weitere Ausbauten im Umfeld des Bahnhofs Basel SBB dafür sorgen, dass hier ein Tiefbahnhof entstehen und das Herzstück realisiert werden kann. Die beiden Basel sind äusserst erfreut, dass damit die trinationale S-Bahn weiter Fahrt aufnimmt.

Derzeit und in naher Zukunft läuft viel rund um das Bahnnetz der Region: Die SBB realisiert bis 2025 die Infrastrukturen für den S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Liestal und Basel SBB und baut die Kapazitäten am Bahnhof Basel SBB aus. In einem weiteren Zeitraum bis ca. 2035 führen die Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen im Dreiland zahlreiche weitere Projekte aus, unter anderem den Doppelspurausbau im Laufental (Duggingen-Grellingen), die neue Haltestelle Basel Solitude, die Bahnanbindung Euro Airport und den Ausbau der Rheintal-, Wiesental- und Hochrheinbahn.

Für den darüber hinaus gehenden Angebotsausbau im Güter-, Fern- und S-Bahn-Verkehr ist eine weitere Kapazitätssteigerung im Knoten Basel notwendig. Mit dem Beschluss des Ausbauschrittes 2035 hat das Bundesamt für Verkehr (BAV) hierzu 2019 die Federführung übernommen. Das BAV, die SBB, das Bundeseisenbahnvermögen mit der Deutschen Bahn, die beiden Basel und die Schweizerischen Rheinhäfen haben nun ihre strategische Langfrist-Planung abgeschlossen: In einem ersten Schritt bilden weitere Bahnausbauten im Umfeld des Bahnhofs Basel SBB die Voraussetzungen für weitere Angebote, einen Tiefbahnhof und den Bau des Herzstücks. Vereinfacht gesagt: Der Bahnhof muss zuerst im Westen und Osten optimiert und vergrössert werden, damit der Bahnbetrieb auch während den ober- und unterirdischen Bauarbeiten aufrecht erhalten werden kann. Die weiteren Meilensteine – der Bau des Herzstücks (West- und Ostast), der dritte Juradurchstich und der Ausbau der Strecke ins Fricktal – könnten auf dieser Basis in beliebiger Reihenfolge realisiert werden.

Neue Wohn- und Arbeitsgebiete erschliessen

«Die Region braucht eine echte S-Bahn – die gibt es nur mit dem Herzstück», betonte Esther Keller, Vorsteherin des Bau- und Verkehrsdepartements Basel-Stadt. Das Parlament hat bereits 2019 die Projektierungsmittel von 100 Millionen Schweizer Franken für das Herzstück im Rahmen des Ausbauschritts 2035 des Bundes beschlossen. «Ich bin überzeugt: Die Frage ist nicht, «ob», sondern nur noch «wann» das Herzstück kommt», so Keller. Ihr Baselbieter Kollege Isaac Reber, Vorsteher der Bau- und Umweltschutzdirektion, verwies auf das stete Wachstum der Region: «In der Agglomeration Basel wohnen und arbeiten immer mehr Menschen. Wir brauchen mehr Kapazitäten – wir wollen die neuen Wohn- und Arbeitsgebiete mit der S-Bahn erschliessen und die bestehende Infrastruktur effektiver nutzen.» In einem ersten Schritt benötigt die Region mehr Verbindungen auf den bestehenden Bahnlinien – dazu gehören die beiden S-Bahn-Viertelstundentakte Liestal-Basel und Aesch-Basel oder der Ausbau des französischen S-Bahn-Asts mit der Bahnanbindung des Euro Airports. Der gezielte Bau neuer Haltestellen ermöglicht bessere Übergänge zwischen Tram/Bus und S-Bahn sowie die hochwertige Erschliessung wichtiger Entwicklungsgebiete. In einem weiteren Schritt müssen all jene Linien, die derzeit in Basel enden, miteinander verknüpft werden, damit durchgängige Linien entstehen – sogenannte Durchmesserlinien. Möglich wird das mit dem Herzstück, das die Basler Bahnhöfe SBB, Badischer Bahnhof und Bahnhof St. Johann unterirdisch miteinander verbindet. Erst damit entstehen zahlreiche neue Direktverbindungen, kürzere Reisezeiten und ein leistungsfähigeres S-Bahn-Angebot. Gleichzeitig werden auf den bestehenden Strecken wertvolle Kapazitäten für den Güter- und Fernverkehr frei.

Stossrichtungsentscheid vom Sommer 2021

Im vergangenen Sommer haben das BAV, die beiden Basel und die involvierten Bahnunternehmen entschieden, welche Stossrichtung für die langfristige Entwicklung des Bahnknotens Basel verfolgt werden soll: Den Planungen wird nebst dem Herzstück mit der Tiefhaltestelle Basel Mitte auch ein Tiefbahnhof Basel SBB zu Grunde gelegt. Grundlage für diesen Entscheid war eine umfassende Studie – der Fünfpunkteplan. Die Studie zeigt auf, welches Angebot im Personen- und Güterverkehr in Basel langfristig nötig ist und welche Infrastrukturausbauten es dafür braucht. Diese Grundlagen haben die SBB und das BAV in Abstimmung mit den Bahnknotenpartnern erarbeitet. Anfang 2022 haben die SBB zusammen mit dem Bundeseisenbahnvermögen im Auftrag des BAV eine Vorstudie gestartet, in welcher bis Ende 2024 die Erkenntnisse aus dem Fünfpunkteplan vertieft und offene Fragen geklärt werden sollen. Zu letzteren zählen unter anderem die Linienführung des Herzstücks ab Basel Mitte zum Badischen Bahnhof, die Zweckmässigkeit einer Haltestelle Klybeck sowie die Notwendigkeit eines Tiefbahnhofs Basel Badischer Bahnhof. Das nationale Parlament entscheidet sodann im Rahmen künftiger Bahn-Ausbauschritte, welche Elemente des Ausbaus wann realisiert werden.

– Präsentation: Abschluss der strategischen Langfrist-Planung

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