Basel SBB: Grünes Licht zur Projektierung eines neuen Perronzugangs

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Das Foto zeigt den Blick von der Margarethenbrücke zum Bahnhof SNCF [links] und dem dahinter liegenden Bahnhof Basel SBB [rechts]. Geplant ist, die im Hintergrund sichtbaren Perrons zu verbreitern und zu verlängern. So können sie an den Perronzugang Margarethen angebunden werden. / Quelle: Vollbild Fotografie, Michael Kunz

Die Perrons im Bahnhof Basel SBB sollen von Westen her besser erschlossen werden. Der Bund erteilte der SBB dazu am 4. November 2022 grünes Licht für die Projektierung eines oberirdischen Perronzugangs. Dieser soll direkt neben der Margarethenbrücke liegen. Er geht frühestens 2037 in Betrieb.

Reisende und Passantinnen und Passanten sollen im Bahnhof Basel SBB auch künftig sicher und pünktlich an ihr Ziel gelangen. Deshalb enthält der Ausbauschritt 2035 unter anderem Bundesgelder für die Planung und den Bau einer zusätzlichen Gleisquerung mit Perronanschlüssen. Die SBB prüfte im Rahmen eines Studienauftrags des Bundesamtes für Verkehr (BAV) zwei Optionen für eine solche Querung: eine Unterführung zwischen der bestehenden Passerelle und der Margarethenbrücke sowie eine oberirdische Perronanbindung bei der Margarethenbrücke.

In einem ersten Schritt eine oberirdische Perronanbindung

Am 4. November 2022 erteilte das BAV der SBB nun den Auftrag, die oberirdische Option planerisch weiterzuverfolgen. Das Projekt mit Namen «Perronzugang Margarethen» beinhaltet eine rund 15 Meter breite Fussgängerbrücke. Sie soll direkt an der Ostseite der Margarethenbrücke liegen und alle Perrons mit Treppen, Rolltreppen und Doppelliften erschliessen. Teil des Projekts sind zudem umfangreiche Umbauten im Bereich der Perrons und Gleise. Frühestmöglicher Baubeginn ist aus heutiger Sicht 2031, frühester Inbetriebnahmetermin 2037. Die Kosten für das Gesamtprojekt liegen nach aktuellem Kenntnisstand in niedriger dreistelliger Millionenhöhe. Auftrag- und Geldgeber ist der Bund.

Die Grafik zeigt die Lage des Perronzugangs Margarethen und die damit verbundenen Umbauten im Bereich der Gleise und Perrons gemäss Vorstudie vom Februar 2022. Dies ist die Grundlage des Gestaltungswettbewerbs, der im Rahmen des Vorprojekts folgt. / Quelle: SBB CFF FFS

Die Wahl fiel aus drei Gründen auf eine oberirdische Erschliessung im Westen. Erstens verschieben sich die Halteorte der Züge im Bahnhof Basel SBB künftig mehr nach Westen und damit näher zur Margarethenbrücke. Zweitens erschliesst der Perronzugang Margarethen den künftigen Tramknoten «Markthallenplatz» besser. Mit diesem will der Kanton den Centralbahnplatz verkehrlich entlasten. Drittens ist es sinnvoller, eine neue Personenunterführung in enger Abstimmung mit einem künftigen Tiefbahnhof zu planen und zu realisieren. Beides – Personenunterführung und Tiefbahnhof – sind für spätere Angebotsausbauten im und um den Bahnknoten Basel nötig, so die Erkenntnisse aus der Studie Fünfpunkteplan.

Umfangreiche Anpassungen der Gleis- und Perronanlage nötig

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Um die Perrons an den neuen Perronzugang Margarethen anbinden zu können, sind umfangreiche Anpassungen der Gleis- und Perronanlage nötig. Diese plant die SBB so, dass sie auch den späteren, weiterführenden Ausbauplänen Rechnung tragen. So müssen die fünf Perrons an den Gleisen 4 bis 12 nach Westen verlängert werden. Den notwendigen Platz dafür wollen die Planerinnen und Planer mit dem Rückbau der Gleise und Perrons im französischen Bahnhofsteil (Bahnhof SNCF, Gleise 30 bis 35) gewinnen. Die Gleise im Bahnhof SNCF enden somit nicht mehr dort. Sie werden in den Bahnhof Basel SBB integriert und durchgebunden. Grund ist, dass separate Gleise für Züge von und nach Frankreich bei Eröffnung des Perronzugangs Margarethen nicht mehr nötig sein werden, da auf den grenzüberschreitenden Linien dann bereits mehrstromfähige Züge verkehren. Die historische Perronhalle des Bahnhofs SNCF wird die SBB anpassen müssen. Die internen und externen Fachstellen für Denkmalpflege zieht sie dabei laufend und eng mit ein. Der Westflügel des Bahnhofs Basel SBB ist nicht betroffen.

Das Projekt durchläuft einen Gestaltungswettbewerb

Als nächster Schritt erarbeitet die SBB nun im Auftrag des BAV das Vorprojekt. An dessen Anfang ist ein Gestaltungswettbewerb geplant. Die SBB will diesen im zweiten Halbjahr 2023 via siamp.ch ausschreiben, der Beschaffungsplattform des Bundes und der bundesnahen Unternehmen. Zum einen soll mit dem Wettbewerb ein verkehrlich und stadträumlich optimales Zusammenspiel mit einem künftigen Ersatzneubau für die Margarethenbrücke entwickelt werden. Zum anderen liegt der neue Perronzugang im Perimeter des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung. Er hat darum entsprechend hohen Gestaltungsansprüchen zu genügen. Dazu bietet ein Wettbewerb die besten Voraussetzungen.

Ziel des Vorprojekts ist es anschliessend, das Wettbewerbsresultat so zu vertiefen, dass die bauliche und technische Umsetzung des Perronzugangs aufgezeigt werden kann. Auf das Vorprojekt folgt das Auflage- und Bauprojekt. Diese Projektierungsphase beinhaltet unter anderem das Bewilligungsverfahren mit öffentlicher Auflage. Parallel dazu plant der Kanton Basel-Stadt Verbesserungen für den Fuss- und besonders für den Veloverkehr und stimmt diese technisch und terminlich eng mit dem Perronzugang Margarethen ab.

Provisorische Passerelle als Überbrückungsmassnahme

Um die bestehende Passerelle kurzfristig zu entlasten und die nötigen Kapazitäten für das Bahnangebot ab 2025 zu schaffen, ist eine provisorische Passerelle mit Perronzugängen geplant. Diese wird zwischen der Margarethenbrücke und der bestehenden Passerelle das Gleisfeld überqueren. Die SBB will sie von 2023 bis 2025 erstellen, zusammen mit dem zusätzlichen Perron auf der Seite Gundeldinger Quartier. Beide Ausbauten sind Teil des Ausbauschritts 2025 des Bundes. Die provisorische Passerelle ist so konzipiert, dass man sie effizient an die später geplanten Umbauten der Perron- und Gleisanlage anpassen und verlängern kann. Wann genau die provisorische Passerelle rückgebaut wird, richtet sich nach den Kundenfrequenzen und der Umsetzung weiterer Ausbauten.

Fünfpunkteplan: Die Grundlage für den langfristigen Ausbau des Bahnknotens Basel
Seit 2017 wird der komplexe Ausbau des Bahnknotens Basel im Gremium «Bahnknoten Basel» organisiert. Federführend ist seit 2020 das Bundesamt für Verkehr (BAV). Beteiligt sind die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, das Bundeseisenbahnvermögen (BEV) mit der Deutschen Bahn (DB), die Schweizerischen Rheinhäfen und die SBB. Im Rahmen der Bahnknotenorganisation hat die SBB im Auftrag des BAV den sogenannten Fünfpunkteplan erarbeitet, in enger Abstimmung mit den Bahnknoten-Partnern. Der Fünfpunkteplan legt fest, welches Bahnangebot im Bahnknoten Basel langfristig – also in den Jahrzehnten nach dem Ausbauschritt 2035 – nötig ist, für Güter- und Personenverkehr. Davon leitet der Fünfpunktplan ab, welche Infrastrukturen es im Bahnknoten braucht, um dieses Angebot fahren zu können. Bezüglich der Perronzugänge kamen die Bahnknotenpartner im Fünfpunkteplan zum Schluss, dass man den Bahnhof SBB langfristig mit mehreren zusätzlichen Gleisquerungen erschliessen muss. In erster Priorität soll eine Erschliessung westlich der bestehenden Passerelle erstellt werden. Diese wird nun mit der Projektierung des Perronzugangs Margarethen angegangen.

– Weitere Informationen zum Fünfpunkteplan und den Ausbauten in und um Basel: www.sbb.ch/ausbauten-basel

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