SBB prüft Beschaffung von Hochgeschwindigkeitszügen

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 13. März 2025 veröffentlicht.

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Trinationaler ETR 610: Der SBB RABe 503 022 hat 2017 eine spezielle Beklebung für die Bahnverbindung Deutschland - Schweiz - Italien und den Taufnamen «Johann Wolfgang von Goethe» erhalten. / Quelle: Dario Häusermann

Die Zahl der Zugreisenden zwischen der Schweiz und dem Ausland wächst. Die SBB will ihr Angebot in diesem Bereich ausbauen. Sie strebt dabei den Einsatz von Hochgeschwindigkeitszügen im grenzüberschreitenden Personenverkehr an. Sie hat deshalb bis Anfang Juni 2025 Informationsaustausche durchgeführt, um zu klären, wie sie die Züge beschaffen und warten könnte.

Immer mehr Kundinnen und Kunden reisen mit dem Zug von der Schweiz ins Ausland und umgekehrt. Die SBB arbeitet daher intensiv daran, die grenzüberschreitenden Verbindungen in Kooperation mit ihren Partnerbahnen auszubauen. Dafür braucht sie künftig mehr Züge und muss voraussichtlich in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre ältere Fahrzeuge (Astoro 1. Serie, ETR 610) ersetzen – dabei könnten künftig auch Hochgeschwindigkeitszüge zum Einsatz kommen. Aus diesem Grund prüft die SBB die mögliche Beschaffung von bis zu 40 mehrstromfähigen Hochgeschwindigkeitszügen, welche im Verlauf der 2030er-Jahre insbesondere im Verkehr nach Italien und Frankreich zum Einsatz kommen würden, sowie gegebenenfalls für weitere Destinationen wie Barcelona und London.

Informationsaustausche auf der Beschaffungsplattform Simap ausgeschrieben

Im Hinblick auf eine mögliche Ausschreibung für die Beschaffung der Hochgeschwindigkeitszüge hatte die SBB am 12. März 2025 auf der Beschaffungsplattform Simap je einen Informationsaustausch für Rollmaterialhersteller und für Anbieter von Operating Lease publiziert [Beschaffungsprojekt «Hochgeschwindigkeitszüge» – Informationsaustausch mit RollmaterialherstellernBeschaffungsprojekt «Hochgeschwindigkeitszüge» – Informationsaustausch mit Anbietern für Operating Lease].

Die Informationsaustausche mit Rollmaterialherstellern und Leasinggebern zur Beschaffung und Finanzierung von bis zu 40 Hochgeschwindigkeitszügen für den Einsatz im internationalen Personenverkehr wurden Anfang Juni 2025 abgeschlossen. Ziel dieser Austausche war, Informationen zu zwei geplanten Ausschreibungen zu erhalten: einerseits zum Kauf inklusive Servicevertrag für die Instandhaltung für 15 Jahre, andererseits zu einem Leasingvertrag über 15 Jahre.

Das Interesse war sowohl bei den Herstellern als auch bei den Leasinggebern gross. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in die Ausschreibungsunterlagen einfliessen und bei den anstehenden Entscheiden berücksichtigt. Da es sich um ein ordentliches Beschaffungsverfahren handelt, kann die SBB derzeit keine detaillierteren Auskünfte geben.

Die angestrebten Ausschreibungen sind voraussichtlich für das Jahr 2026 geplant.


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4 Kommentare

  1. Ich möchte darauf wetten, dass Ducrot vor der Beschaffung wieder die hohle Hand beim Steuerzahler machen wird.
    Und will die SBB als nur noch 11- „beste“ Bahn in Europa (immerhin noch 5 Plätze vor der DB) die zuhause in einer hermetisch abgeriegelten und geschützten Werkstatt hockt, im Free Acess in einem zubehmend liberalisierten Markt mitspielen? In diesem Markt sind andere Anbieter wie der erstplatzierten Trenitalia, der zweitplatzierten RegioJet, Italo, SNCF, ÖBB oder Westbahn längst aktiv und glänzen mit einem Niveau bei Service und Kundenorientierung, das der SBB mit ihrer ,,von oben herab“ Mentalität völlig fremd ist. Damit und Peinlichkeiten und Schikanen wie Heidi statt Heidemarie hat man ausserhalb der geschützten Werkstätte keine Chancen.

    • Also ich finde es toll, das die SBB auch im internationalen Verkehr durchstarten will. Aber ob die Verbindung nach London je realisiert wird, hab ich allerdings meine Zweifel. Aber es wäre schon cool, wenn man einfach in Zürich einsteigen kann und in London wieder aussteigt. Das würde einem auch das Mühsame Bahnhofswechseln mit der U-Bahn in Paris ersparen. Aber damit man in England einreisen kann, muss man ja durch irgendeine spezial-Grenzkontrolle, und ob so eine Mega-Anlage für einige Zugpaare pro Tag nach London in der Schweiz installiert wird, weiss ich ja nicht…

  2. Wenn die SBB das Abenteuer auf eigenes unternehmerisches Risiko eingeht dann soll sie machen. Ich bin als Steuerzahler nicht bereit, zur Kasse gebeten zu werden.. Trenitalia beweist ja seit Jahren, dass sie es beherrschen. Aber das sind Profis.

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