Glattalbahn-Verlängerung Kloten: Baubewilligung beantragt [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 31. Oktober 2023 veröffentlicht.

Das Gesamtprojekt erreicht einen weiteren Meilenstein

0
Viadukt Glatttalbahn Autobahn_VBG_10 23
Auf einem Viadukt überquert die Glattalbahn, sowie Fuss- und Veloverkehr, zukünftig die Autobahn A51. / Quelle: VBG

Die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG hat beim Bundesamt für Verkehr (BAV) das Gesuch um Baubewilligung (Plangenehmigungsgesuch) für die Glattalbahn-Verlängerung Kloten eingereicht. Damit hat das Gesamtprojekt einen weiteren Meilenstein erreicht. Der Baustart ist frühestens ab 2026 geplant. Die Glattalbahn soll voraussichtlich ab 2031 bis ins Entwicklungsgebiet von Kloten fahren.

Die VBG haben auf der Grundlage des im Jahr 2020 genehmigten Vorprojekts die Projektierungsarbeiten für die Verlängerung der Glattalbahn vorangetrieben. Im September 2023 wurde das Bauprojekt fertiggestellt und durch den Kanton Zürich als Auftraggeber genehmigt. Auf dieser Grundlage hat die VBG im Oktober 2023 das Gesuch um Baubewilligung beim BAV eingereicht. Nach der Einreichung des Gesuchs wurde das Gesamtprojekt ab Januar 2024 ausgesteckt und anschliessend ab Februar öffentlich aufgelegt. Direktbetroffene können ab diesem Zeitpunkt während 30 Tagen Einsprache gegen das Projekt erheben.

Parallel zum Plangenehmigungsverfahren wird auf der Grundlage des Bauprojekts die kantonale Finanzierungsvorlage erarbeitet, über welche vom Regierungsrat, vom Kantonsrat und im Falle eines Referendums an der Urne durch die kantonale Stimmbevölkerung entschieden wird.

Ein stimmiges Gesamtprojekt für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft  

Mit einer neuen leistungsfähigen Verkehrsverbindung für die Glattalbahn und den Velo- und Fussverkehr will der Kanton Zürich einen wirkungsvollen Beitrag zur Modalsplitverlagerung (prozentuale Verteilung des Personen- und Güterverkehrs auf die verschiedenen Verkehrsmittel) zugunsten des öffentlichen Verkehrs im stark beanspruchten Verkehrssystem der Flughafenregion schaffen. Gleichzeitig soll damit das von der Stadt Kloten und dem Kanton geplante, gemischt genutzte Steinackerquartier in hoher Qualität an die Stadt und den Flughafen Kloten angebunden werden. Das Gesamtprojekt verbindet die Stadt Kloten nachhaltig und umweltfreundlich mit dem Flughafen Zürich, einem der meistfrequentierten Orte der Schweiz. Gleichzeitig will der Kanton Zürich das bestehende Hochwasserrisiko für die Stadt Kloten und den Flughafen minimieren.

Die beschränkten Platzverhältnisse und die örtlichen Abhängigkeiten der einzelnen Teilprojekte erfordern eine gemeinsame Planung und Ausführung. Damit löst der Kanton Zürich wirkungsvoll und nachhaltig drei Herausforderungen in einem Projekt und kann Synergien optimal nutzen.

«Das Planen und Bauen im dicht bebauten Gebiet ist äusserst komplex»

, sagt Guido Hirzel, Gesamtprojektleiter.

«So gilt es beispielsweise Werkleitungen im Boden, Auflagen des Gewässerschutzes, bestehende Verkehrsbeziehungen und vieles mehr zu berücksichtigen. Für die Stadt Kloten und die Flughafenregion ist das Gesamtprojekt eine einmalige Chance, die es so kein zweites Mal geben wird.»

42’500 m2 ökologische Aufwertung  

Mit den Massnahmen zum Hochwasserschutz entlang des Alt- und Bedenseebachs wird die Chance für eine umfangreiche, ökologische Aufwertungen genutzt. Obwohl der Altbach im heutigen Zustand grün wirkt, ist er wegen seiner geradlinigen, monotonen Führung und den fest verbauten Ufern für Flora und Fauna kein besonders wertvoller Lebensraum. Dasselbe gilt für den Bedenseebach, der ab dem Stadtrand heute mehrheitlich unterirdisch verläuft. Mit dem Gesamtprojekt soll der Bedenseebach künftig grösstenteils freigelegt und zusammen mit dem Altbach ökologisch aufgewertet werden. Insgesamt entstehen auf rund 42’500 m2 Fläche entlang der beiden Bäche zusätzliche, naturnahe Lebensräume für zahlreiche verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Die Bevölkerung profitiert im Stadtzentrum entlang des Altbachufers von neuen Aufenthaltsorten am Wasser.

Informationen im Büro & Infocenter vor Ort  

Im neu eröffneten Büro & Infocenter an der Petergasse 12 in Kloten – direkt an der künftigen Linienführung der Glattalbahn – informiert die VBG die Bevölkerung aus erster Hand über das Gesamtprojekt. Neben öffentlichen Informationsanlässen mit Linienbegehungen steht das Büro & Infocenter für Besuche während den Öffnungszeiten oder nach individueller Vereinbarung offen. Das Angebot richtet sich insbesondere auch an betroffene Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer.

Kostenvoranschlag und Finanzierung  

Mit dem Abschluss des Bauprojekts wurde auch der Kostenvoranschlag erstellt. Die Gesamtkosten belaufen sich bei einer Genauigkeit von +/- 10% auf insgesamt CHF 551 Mio. Franken inkl. MwSt. Die Kosten der einzelnen Teilprojekte setzen sich wie folgt zusammen: CHF 305 Mio. Franken für die Glattalbahn-Verlängerung, CHF 101 Mio. Franken für die Velohauptverbindung mit separatem Fussweg und CHF 145 Mio. Franken für die Hochwasserschutzmassnahmen. Finanziert werden soll das Gesamtprojekt durch den Kanton Zürich. Er erwartet die Mitfinanzierung des Bundes für die beiden Teilprojekte Glattalbahn und Velohauptverbindung in der Höhe von rund 40% im Rahmen des Agglomerationsprogrammes der vierten Generation sowie weitere Subventionen für den Hochwasserschutz.

Gesamtprojekt Glattalbahn-Verlängerung Kloten 
Seit Ende 2010 verbindet die Glattalbahn das Gebiet Zürich Nord mit den Agglomerationsgemeinden im mittleren Glattal. Das Gesamtprojekt Glattalbahn-Verlängerung Kloten sieht die Verlängerung der Glattalbahn von Zürich Flughafen bis ins Entwicklungsgebiet Steinacker in Kloten vor. Gleichzeitig wird im Projekt das Hochwasserrisiko für Kloten und den Flughafen minimiert, indem der nötige Hochwasserschutz mit Aufwertung des Alt- und Bedenseebachs umgesetzt wird. Als drittes Teilprojekt wird eine Velohauptverbindung von Zürich Flughafen bis Bassersdorf Industrie erstellt, welche ein wichtiges Puzzleteil des Kantonalen Velonetzplans darstellt. Die räumliche Nähe und die Abhängigkeiten dieser Vorhaben bedingen eine gemeinsame Bearbeitung. 

Auftraggeber sind die Volkswirtschaftsdirektion, vertreten durch den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), und die Baudirektion des Kantons Zürich, vertreten durch das Tiefbauamt (TBA) und das Amt für Abfall Wasser, Energie und Luft (AWEL). Verantwortlich für die koordinierte Gesamtplanung und Projektierung ist die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG.  

– Informationen über das Gesamtprojekt: www.glattalbahn.ch

Links


Beiträge abonnieren

Erhalten Sie neue Beiträge direkt per Mail.

Meinung

Eigene Meinung zum Thema?

Jetzt kommentieren

Keine Kommentare

KOMMENTAR SCHREIBENAntwort abbrechen

Die mobile Version verlassen