Kreuzungsstelle Sefinot: MGBahn realisiert erstes STEP2025-Projekt schweizweit

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Die Kreuzungsstelle Sefinot der MGB am Tag der Eröffnung, am 24. August 2017. / Quelle: Matterhorn Gotthard Bahn

Anfang 2014 hat das Schweizer Stimmvolk den Plänen für Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) mit deutlicher Mehrheit zugestimmt. Mit der Kreuzungsstelle „Sefinot“ im Vispertal auf der Strecke der Matterhorn Gotthard Bahn (MGBahn) wurde am 24. August 2017 das erste von rund 65 schweizweiten Projekten des ersten Ausbauschrittes 2025 innerhalb des Strategischen Entwicklungsprogramms Bahninfrastruktur (STEP) offiziell in Betrieb genommen.

Die Strecke zwischen Visp und Zermatt ist der meistbefahrene Abschnitt auf dem grösstenteils einspurigen Streckennetz der MGBahn. Seit der Eröffnung des NEAT-Abschnitts durch den Lötschberg vor zehn Jahren hat die Nachfrage auf dem gesamten MGBahn-Netz stark zugenommen. Aufgrund dessen besteht seit Ende 2014 ein Halbstundentakt zwischen Fiesch und Zermatt mit optimalen Anschlüssen am Vollknoten Visp nach Bern und Genf.

Die im geplanten Zeit- und Kostenrahmen (8.1 Millionen CHF) fertiggestellte Kreuzungsstelle Sefinot ist eines von vier STEP2025-Projekten der MGBahn zur nachhaltigen Stabilisierung des Betriebs auf der hoch frequentierten Strecke. Die offizielle Inbetriebnahme erfolgte am 24. August im Beisein von Vertretern des Bundesamtes für Verkehr (BAV) sowie von Politik, Partnern und den am Bau beteiligten Unternehmen und Mitarbeitenden der MGBahn. Christophe Beuret, als Sektionschef Grossprojekte beim BAV federführend bei der Umsetzung des Ausbauschrittes, würdigte die Rolle der Privatbahnen und des Regionalverkehres als wichtiges Element des öV-Landes Schweiz:

„Die Privatbahnen erschliessen ländliche Räume und Tourismusgebiete, kennen die Bedürfnisse ihrer Regionen und bieten bürgernah Mobilitätsdienstleistungen an“

, erklärte Beuret bei seiner Ansprache.

MGBahn-Unternehmensleiter Fernando Lehner ergänzte:

„Die neuen Kreuzungsstellen sorgen für ein deutliches Plus bei der operativen Stabilität und bieten Chancen, das bestehende Angebot kundengerecht weiter auszubauen.“

Neben Sefinot werden im Herbst bei St. Niklaus im Mattertal und in Lax im Goms zwei weitere Kreuzungsstellen betriebsbereit sein. Das vierte STEP2025-Projekt bei der MGBahn ist der doppelspurige Ausbau des Herdtunnels kurz vor Zermatt, dessen Fertigstellung für das Jahr 2021 geplant ist. Die vier MGBahn-Projekte sind mit rund CHF 55 Millionen veranschlagt.

BAV: Erstes Projekt des Bahn-Ausbauschritts 2025 bereit für die Kundinnen und Kunden
Mit der neuen Kreuzungsstelle Sefinot, die sich auf dem Netz der Matterhorn-Gotthard-Bahn im Vispertal befindet, ist heute das erste Projekt des Bahn-Ausbauschritts 2025 (AS 2025) in Betrieb genommen worden. Der AS 2025 war vor vier Jahren im Rahmen der Vorlage zu Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) vom Parlament beschlossen worden. Er umfasst Projekte im Umfang von 6,4 Milliarden Franken.

Die Kreuzungsstelle Sefinot ermöglicht einen stabilen Halbstundentakt auf der stark frequentierten Strecke nach Zermatt und kostet rund 8 Millionen Franken. Es handelt sich um eines von rund 65 Projekten des AS 2025. Die grössten Projekte des AS 2025 sind der Ausbau des Bahnhofs Genf und Ausbauten im Umfeld der Bahnknoten Basel und Bern. Diese bringen den Kundinnen und Kunden bessere Angebote in den S-Bahnen sowie im Regional- und Fernverkehr. Mit weiteren Massnahmen wird unter anderem die Einführung des Halbstundentakts auf den Strecken Bern – Luzern und Zürich – Chur ermöglicht. Zudem werden durch den Einsatz von 400 Meter langen Doppelstockzügen mehr Sitzplätze auf den Achsen Genf – St. Gallen und Basel – Interlaken bereitgestellt.

Zusammen mit dem bereits früher beschlossenen Ausbauprogramm zur zukünftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB) werden bis 2025 total 11,8 Milliarden Franken in den Ausbau des Bahnnetzes investiert. Für die Zeit danach zeichnen sich wegen der stark steigenden Verkehrsnachfrage weitere Engpässe ab. Das Parlament hat den Bundesrat deshalb beauftragt, bis Ende 2018 die Botschaft für einen weiteren Ausbauschritt 2030/35 vorzulegen. Im Herbst wird der Bundesrat dazu die Vernehmlassung eröffnen.

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