Fit für die Zukunft: Erneuerung von neun HGe 4/4 II-Lokomotiven der MGB [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 21. Juli 2021 veröffentlicht.

Die Matterhorn Gotthard Bahn (MGBahn) hat den Auftrag für die Erneuerung von neun ihrer Zahnrad-Lokomotiven des Typs HGe 4/4 II, dreier Steuerwagen des Typs BDt und ein Ersatzteilpaket für die Fahrzeuge im Jahr 2018 an die SBB vergeben. Bis Ende 2022 werden die Lokomotiven im SBB-Werk in Bellinzona auf den neuesten technischen Stand gebracht. Das Auftragsvolumen beträgt 35.4 Millionen Schweizer Franken.

Die SBB-Offerte setzte sich im offenen Ausschreibungsverfahren gegen mehrere Wettbewerber durch. Die Verträge wurden im Oktober 2018 unterzeichnet.

Der Unternehmensleiter der MGBahn, Fernando Lehner, unterstrich die Bedeutung der Revision:

«Die Erneuerung der Lokomotiven stellt deren Betrieb und Einsatz beim Glacier-Express, dem Autoverlad, im Güterverkehr und bei Infrastrukturarbeiten für die nächsten 25 Jahre sicher.»

Thomas Brandt, Leiter SBB Operating, zeigte sich über den Auftragszuschlag erfreut:

«Dass wir uns in der Ausschreibung durchsetzen konnten, unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit unseres Kompetenzzentrums für Reparaturen und Revisionen in Bellinzona.»

Während des so genannten Refits der rund 30-jährigen Lokomotiven wird unter anderem die elektrische Antriebstechnik der Lokomotiven ersetzt. Moderne Stromrichter in IGBT-Technik (Insulated-Gate Bipolar Transistor) und neue Asynchronmotoren ermöglichen dank optimierter Ansteuerungsalgorithmen in der Software einen energieeffizienten und leistungsfähigen Antrieb. Zudem wird bei der Revision eine moderne Leittechnik eingebaut. Diese liefert mit Hilfe neuer Führerstands-Displays dem Fahr- und Werkstattpersonal gezielte Störungs- und Diagnosemeldungen für eine rasche Störungsbehebung.

Die zusätzliche Fernwartungsanbindung bietet mittels Übertragung der Fahrzeug- und Diagnosedaten neue Möglichkeiten für die modulare Instandhaltung bei der MGBahn. Dabei werden die erforderlichen Wartungsarbeiten in einzelne Module unterteilt, um die Aufenthaltsdauer der Fahrzeuge in den Werkstätten zu reduzieren und sie so möglichst effizient im Betrieb einsetzen zu können.

Des Weiteren beinhaltet das Refitprogramm den Einbau einer neuen Zugsicherungsanlage, einer Brandmeldeanlage, Anpassungen im Führerstand und die Sanierung der Aussenhüllen. Zum Auftrag gehört ferner die Anpassung von drei Steuerwagen für die Autozüge der MGBahn. Bei diesen werden Anpassungen für die neue Leittechnik der Lokomotiven vorgenommen sowie die Führerstandausrüstung vereinheitlicht.

Die erste Lokomotive der MGBahn ist bereits Anfang Oktober 2018 per Tieflader von Brig nach Bellinzona transportiert worden und wurde dort runderneuert. Die weiteren Fahrzeuge folgen schrittweise. Bis Ende 2022 soll die Revision aller neun Lokomotiven abgeschlossen sein. Danach folgt der Umbau der drei Steuerwagen. Der Auftrag umfasst ein Investitionsvolumen von 35.4 Millionen Schweizer Franken.

Die MGB HGe 4/4 106 ist die erste revidierte Lok:

HGe 44 106 nach Refit_MGB_10 21
Die HGe 4/4 106 der Matterhorn Gotthard Bahn (MGB) hat als erste Lok der Serie das Refit im SBB Werk in Bellinzona durchlaufen. Wie die MGB schreibt, wird die Maschine bald wieder im regulären Verkehr zum Einsatz kommen. / Quelle: MGB

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Text-QuelleMGB
Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
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