Übergabe Velo-Petition an Bundeskanzlei und SBB: Über 54’000 Velofahrende wollen keine Reservationspflicht für Veloverlad

Die neue Reservationspflicht für Velos im Fernverkehr hat einen Haken: Sie bremst die Kombination von Bahn und Velo aus. Deshalb haben mehr als 54’000 Menschen die Petition «Gegen die Reservationspflicht – Für ein offenes System Bahn und Velo» unterschrieben. Pro Velo, VCS und ein Dutzend weitere Verbände haben sie am 6. September 2021 der SBB und der Bundeskanzlei übergeben.

Am Morgen des 6. September überreichten zahlreiche Mitglieder der 14 Organisationen die Petitionsunterschriften an einem Velohaken an Linus Looser, Leiter Produktion Personenverkehr der SBB, vor dem SBB-Hauptsitz in Bern Wankdorf. Gleichzeitig wurde die Petition elektronisch bei der Bundeskanzlei eingereicht.

Die Petition verlangt, dass der Veloselbstverlad mit dem Zug einfacher und die Reservationspflicht abgeschafft werden, sonst droht eine Verlagerung auf die Strasse. Ein deutlicher Kapazitätsausbau für die Velomitnahme im Zug ist gerade im Sommer zentral, damit der Zug auch im Freizeitverkehr eine attraktive Alternative gegenüber dem Auto bleibt. Auch angesichts des aktuellen Velo-Booms muss die SBB auf dieses Kundenbedürfnis reagieren.

Ruedi Blumer, Präsident des VCS Verkehrs-Club der Schweiz, ist überzeugt:

«Immer mehr Menschen kombinieren Velo und Zug, im Alltag wie in der Freizeit. Diese Kombination ist umwelt- und klimapolitisch erwünscht und darf nicht durch die Reservationspflicht behindert werden.»

Jürg Buri, Geschäftsleiter von Pro Velo hält fest:

«Die 54’000 Velofahrenden fordern, dass die SBB dafür sorgt, auf den beliebten Stecken mit geeignetem Rollmaterial genügend Platz für die Velomitnahme zu schaffen.»

Umsetzung muss verbessert werden

Das Petitionskomitee anerkennt zwar, dass angesichts der sehr schnell wachsenden Nachfrage nach Velomitnahme im Zug die nötigen Kapazitäten nicht innert kurzer Zeit geschaffen werden konnten. Doch die Nachfragesteigerung zeichnete sich schon seit Jahren ab und dennoch wurde dieser Trend von der SBB nicht aufgenommen. Das darf nicht wieder passieren.

Für künftige Rollmaterialbeschaffungen müssen die Bedürfnisse der Bahnfahrenden mit Velo stärker berücksichtigt werden. Zudem muss die SBB die Umsetzung der Reservationspflicht stark verbessern. Denn dieser Sommer hat gezeigt: Mit der SBB App sind Reservationen insbesondere für Gruppen sehr aufwändig, oft kommt es auf dem Perron und im Zug zu Pannen. Deshalb fordert die Petition sofortige Verbesserungen an der App und mittelfristig eine bedarfsgerechte Erhöhung des Platzangebotes für Velos und somit die Abschaffung der Reservationspflicht, die seit dem 21. März 2021 in allen Intercity-Zügen von Freitag bis Sonntag gilt.

Die Petition «Gegen die Reservationspflicht – Für ein offenes System Bahn & Velo» wurde von 54‘137 Personen unterzeichnet; 40‘201 online Deutsch, 7‘801 online Französisch, 531 online Italienisch und 5‘604 auf Papier.

Die Allianz Petition Velo ist eine Allianz zur Lancierung der Petition der Organisationen: Bike Days, IGöV Schweiz, Pro Bahn Schweiz, Pro Velo Schweiz, Swiss Bike Park, Swiss Cycling, Swiss Primebike Group, Thömus, UmverkehR, Velojournal, Veloplus, Verein Vélorution, Verein Frei Pass Schweiz und VCS Verkehrs-Club der Schweiz.


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Text-QuelleVCS
Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
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Kommentare

2 Kommentare

  1. Velos im Zug sind ein grosses Uebel. Zusammen mit der Frech- und Schluddrikeit vieler Velofahrer, die ihre Blechesel rücksichtslos hinwerfen, daneben übergrosses Rucksack und anderes Gepäck, wird sehr oft der Gang unpassierbar gemacht.
    Unnötig breite Lenkstangen an denen man hängen bleibt, schmutzige Räder etc. Ist kein Platz mehr vorhanden, wird der Göppel sogar ins Abteil gestellt, was kümmern mich die anderen Fahrgäste.
    Veloverbot im Schnellzug, spezielles Abteil in der S-Bahn und deutlich höhere Billetpreise.

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