Für den SEV ist klar: Die SBB muss mehr Lokführer/innen ausbilden [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 30. September 2021 veröffentlicht.

Mangel an Lokpersonal

Zugsausfälle in der Region Genfersee? Das erstaunt die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV nicht. Sie fordert, dass die SBB ihre Anstrengungen zur Ausbildung neuer Lokführerinnen und Lokführer verstärkt. Mit dem aktuellen Personalmangel wird der Fahrplanwechsel im Dezember 2021 schwierig.

Dass der Unterbestand beim Lokpersonal noch nicht aufgefüllt ist, ist für Hanny Weissmüller, die Präsidentin des Unterverbands des Lokomotivpersonals (LPV) im SEV nicht erstaunlich:

«Die Planungsfehler machen sich vor allem in der Westschweiz bemerkbar, besonders in der Region Genf: Dort fuhr der Léman Express auf dem Höhepunkt der Pandemie nicht mehr im Viertelstundentakt. Inzwischen ist der Viertelstundentakt wieder in Kraft, und die Situation wird sich mit dem Fahrplanwechsel im Dezember noch verschärfen, mit der Einführung des Viertelstundentakts zwischen Cossonay-Penthalaz und Lausanne. Damit wird das Lausanner Lokpersonal keine freien Kapazitäten mehr haben, um in Genf auszuhelfen.»

Der aktuelle Personalmangel ist auf Absenzen zurückzuführen, die eigentlich vorhersehbar waren: Lokführerinnen und Lokführer sind erschöpft und erkranken, was den verfügbaren Personalbestand schmälert.

«Es war zwar unmöglich vorherzusagen, ob eine Person am Montag oder am Donnerstag krank werden würde, doch dass dieser Stresspegel nicht anhaltend tragbar ist, hat man gewusst»

, sagt Hanny Weissmüller.

Für SEV-Gewerkschaftssekretär Jürg Hurni ist offensichtlich, dass die SBB ihre Rekrutierungsbemühungen verstärken muss:

«Die Arbeitsbelastung für das Personal ist enorm. Die Zahl der neu ausgebildeten Mitarbeitenden reicht nicht aus, um die in den letzten Jahren aufgelaufenen Arbeitsstunden zu reduzieren. Ausserdem müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass es in den nächsten Jahren viele Pensionierungen geben wird und entsprechend Lokpersonal ausgebildet werden muss. Die SBB hat für 2022 einen leichten Personalüberhang angekündigt. Wir bezweifeln, dass dies wirklich der Fall sein wird.»

Am 1. September 2021 hat die Delegiertenversammlung des SEV-Lokomotivpersonals (LPV) eine Resolution verabschiedet, die eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 41 auf 39 Stunden für Mitarbeitende mit unregelmässigen Diensten fordert. Die Gesundheit des Personals steht auf dem Spiel, und die Arbeit im Führerstand ist bezüglich Verantwortung, Arbeitszeiten, psycho-technischen Fähigkeiten und Sprachkenntnissen sehr anspruchsvoll.


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Text-QuelleSEV
Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
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