Die SBB GmbH gewinnt das Vergabeverfahren für die S-Bahn Schaffhausen – Singen

Die SBB GmbH gewinnt das Vergabeverfahren für die S-Bahn Schaffhausen – Singen. Zudem wurde der Vertrag für die Strecke Schaffhausen – Erzingen ebenfalls bis Ende 2027 verlängert.

Die SBB GmbH hat vom Land Baden-Württemberg den Zuschlag für die Strecke Schaffhausen – Singen erhalten. Im Dezember dieses Jahres wird die SBB GmbH den Verkehr von der DB Regio übernehmen. Der neue Verkehrsvertrag läuft bis Ende 2027. Das Fahrplanangebot wird sich nicht ändern, weiterhin verbinden mit der S24 und der halbstündlichen S-Bahn drei Züge pro Stunde Thayngen mit Schaffhausen.

Die Eisenbahnstrecke zwischen Trasadingen und Thayngen befindet sich zwar auf Schweizer Territorium, ist aber dennoch eine Deutsche Eisenbahnstrecke. Die Verantwortung für die Bestellung der Eisenbahnverkehre liegt beim Land Baden-Württemberg. Die Qualität des Betriebs auf der S-Bahn Singen – Schaffhausen, die aktuell durch die DB Regio betrieben wird, entsprach in den vergangenen Jahren nicht den Ansprüchen der Bevölkerung und des Kantons. Nach Interventionen des Kantons hat sich das Verkehrsministerium Baden-Württemberg im Laufe des Jahres 2021 mit der DB Regio auf eine vorzeitige Vertragsauflösung per Ende 2022 geeinigt und die Strecke neu ausgeschrieben. Der Kanton hatte zudem vom Verkehrsministerium die Möglichkeit erhalten, Einfluss auf die Gestaltung der Ausschreibungen zu nehmen und Schweiz-spezifische Anforderungen einzubringen. In der Ausschreibung wurde ein besonderer Fokus auf die Qualität der Leistungserbringung gelegt. So muss die Wartung der Fahrzeuge in unmittelbarer Nähe des Netzes erfolgen.

Baudirektor Martin Kessler ist sehr erfreut,

«dass dieses Mal die Qualität den Ausschlag gegeben hat und deshalb die SBB GmbH den Zuschlag erhalten hat. Nun wird die ganze S-Bahn Schaffhausen von der SBB bedient und wir sind überzeugt, dass die Fahrgäste nun wieder vermehrt auf die Bahn umsteigen werden.»

«Ich freue mich, dass wir mit der SBB GmbH einem zuverlässigen Unternehmen den Zuschlag erteilen konnten, das in der Region verwurzelt ist. Wir wünschen der SBB alles Gute – und dass sie den hohen Erwartungen der Fahrgäste in der Region gerecht werden kann»

, sagte Ministerialdirektor Berthold Friess.

Zum Einsatz kommen künftig dreiteilige Elektrotriebwagen der Baureihe GTW 2/8, die teilweise auch im Klettgau im Einsatz sind. Damit wird die Sitzplatzkapazität auf der Linie deutlich erhöht. Einige sehr nachfragestarke Züge werden dabei sogar noch mit einem zweiteiligen Triebwagen der Baureihe GTW 2/6 verstärkt.

Bereits zu Jahresbeginn hatte das Land Baden-Württemberg den bestehenden Verkehrsvertrag mit der SBB GmbH für die S-Bahn Erzingen – Schaffhausen über 2023 hinaus ebenfalls bis Ende 2027 verlängert. Auch auf dieser Strecke bleibt der Fahrplan unverändert.

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Kommentare

3 Kommentare

  1. Eine sehr gute Entscheidung für die Region zwischen Bodensee und Schaffhausen. Es darf jetzt schon Vorfreude aufkommen, denn man kennt die verlässlichen Qualitäten der SBB..
    Bei dieser Gelegenheit: Das beste für alle im Hinblick auf Schienenverkehr am Bodensee wäre, wenn die SBB (evtl. in Zusammenarbeit mit der ÖBB) auch den Bahnverkehr zwischen Lindau und Singen komplett übernehmen würde. Damit würde endlich eine absolut leistungsfähige S-Bahn Bodensee kommen. Ein, nach meiner Meinung, Mega-Projekt und Riesen- Chance für alle, die in den Ländern rings um den Bodensee wohnen und arbeiten, und selbstverständlich auch für den Tourismus…

  2. Der Kanton Schaffhausen war also auf das Wohlwollen des Landes Baden-Württemberg bei der Ausschreibung der Verkehre angewiesen. Das hätte man auch anders haben können! Der Kt. SH finanzierte die Elektrifizierung der Klettgau-Strecke Schaffhausen-Beringen-Trasadingen-Erzingen (D) mit. Er hätte die im Staatsvertrag vom 27. Juli 1852 von der Eidgenossenschaft mit dem damaligen Grossherzogtum Baden vermerkte Möglichkeit wahrnehmen sollen, mit einer Kündigungsfrist von fünf Jahren die auf seinem Hoheitsgebiet liegende deutsche Strecke Trasadingen-Schaffhausen-Thayngen zurückzukaufen. Damit hätte der Kt. SH heute direkten Einfluss auf die Angebotsbedingungen. Frage an Herrn Baudirektor Martin Kessler: Warum wurde dieser Rückkauf im Rahmen des Elektrifizierungsprojekts nicht umgesetzt? Als Nebeneffekt wären auch die hässlichen, klobigen deutschen Gitterturmmasten der Fahrleitung (z. B. im Einschnitt zwischen Neuhausen und Beringen) nicht gebaut worden, sondern es stünden dort jetzt die schmalen H-Profilmasten der SBB-Bauart.

  3. Bevor man überhaupt an eine Verwirklichung einer solchen Idee des Betriebs der deutschen Bodenseegürtelbahn durch die SBB denken kann, müsste diese Strecke zuerst mal elektrifiziert, modernisiert (überall 55 cm-Perronhöhen) und teilweise auf Doppelspur ausgebaut werden. Nachden mit Ach und Krach und jahrelanger Verzögerung die Strecke Lindau-Geltendorf(-München) und die Südbahn Ulm-Friedrichshafen-Lindau den Fahrdraht bekommen haben, wird es die DB nicht schaffen, in diesem Jahrzehnt die Elektrifizierung der Lücke zwischen Radolfszell und Friedrichshafen hinzubekommen. Wir müssen froh sein, wenn bis 2030 die Hochrheinstrecke unter Fahrdraht kommt!

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