Piko Pressekonferenz 2023 [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 19. Januar 2023 veröffentlicht.

Im Rahmen der alljährlichen Pressekonferenz berichtete die Geschäftsleitung des Sonneberger Modellbahnherstellers Piko über die Umsatzentwicklung des vergangenen Jahres und stellte den anwesenden Medienvertretern das attraktive Neuheiten-Programm sowie die Planung für 2023 vor.

Umsatzentwicklung 2022

Piko Inhaber, Herr Dr. René F. Wilfer, berichtete zusammen mit dem Gesamtvertriebsleiter, Jens Beyer, den anwesenden Gästen von einem herausfordernden, aber dennoch erfolgreichem Jahr 2022.

Nach dem starken Umsatzwachstum in den vergangenen beiden Jahren zeigte sich die Umsatzentwicklung im Jahr 2022 etwas schwächer. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Einerseits kam es, wie auch bereits im Jahr 2021, zu deutlich längeren Containerlaufzeiten von China nach Sonneberg. Während die Container früher zwischen 35 und 40 Tage unterwegs waren, waren es zwischenzeitlich bis zu 126 Tage. Hieraus resultierten bis zur Jahresmitte deutliche Lieferverzögerungen an den Handel – Modelle, die im April das Werk in China mit dem Schiff verlassen haben, kamen im August in Sonneberg an. Andererseits wirken sich nach wie vor die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Beschaffung elektronischer Bauteile für die Decoder-Herstellung auf die Auslieferung von digitalen und Soundmodellen aus. Diese beiden Faktoren in Kombination resultierten Stand August in einem Umsatzrückgang von -7% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

In der zweiten Jahreshälfte normalisierten sich die Containerlaufzeiten und auch die Rahmenbedingungen der Logistik verbesserten sich kontinuierlich. Infolge dessen konnten ab Mitte September eine Vielzahl von Piko Neuheiten an den Fachhandel ausgeliefert werden, wodurch sowohl im Inland als auch im Exportbereich starke Umsätze generiert werden konnten.

Weiterhin wirkte sich im Jahr 2022 ein weiteres Ereignis auf den Modellbahnmarkt aus: Der Krieg von Russland gegen die Ukraine hält seit Februar 2022 die ganze Welt in Atem und hinterlässt auch bei der deutschen Wirtschaft Spuren. Die infolgedessen steigenden Energiekosten, in Kombination mit den gestiegenen Containerkosten, zwangen Piko dazu, die Preise in der Jahresmitte ausserplanmässig zu erhöhen. Darüber hinaus schlägt sich auch die zunehmende, allgemeine Unsicherheit auf das Kaufverhalten am Modellbahnmarkt nieder. Die Angst der Menschen mit Blick auf die Zukunft spiegelt sich in einer Zurückhaltung beim Einkauf von nicht lebenswichtigen Dingen, zu denen auch die Modellbahnen gehören. Allerdings geht Herr Dr. Wilfer davon aus, dass sich diese Haltung in den nächsten Monaten verbessern wird, da sich einerseits die Energiekosten wieder normalisieren und die Menschen sich nicht endlos die Freude an ihrem Hobby nehmen lassen werden.

Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen gelang es dem Sonneberger Modellbahnhersteller auch in 2022 einen leichten Umsatzzuwachs im Vergleich zum Vorjahr zu erreichen. Mit einem Plus von + 2,7% lag dieses Wachstum allerdings unter dem zu Vorjahresbeginn angepeilten Gesamtzuwachs von + 8%.

Dennoch glaubt man bei Piko, dem Ziel, der zweitgrösste Modellbahnhersteller auf dem kontinentaleuropäischen Markt und die Nummer 1 unter den Gleichstromanbietern zu werden, auch in 2022 weiter deutlich näher gekommen zu sein.

Piko Vertriebsleiter Jens Beyer freute sich zu berichten, dass man sowohl im Inland wie auch im Exportbereich ein leichtes Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr erreicht habe und damit auf fast allen Märkten wachsen konnte.

Durch einen starken Dezember gelang es im deutschen Fachhandel, der mit über 50% Anteil am Piko Gesamtumsatz der grösste und wichtigste Vertriebskanal ist, das Gesamtjahr sogar mit einem Plus von 5% gegenüber dem Vorjahr und damit auf Planniveau abschliessen zu können.

Im Auslandsgeschäft entwickelte sich im abgelaufenen Jahr der Umsatz insbesondere in der Schweiz sehr gut. Damit gelang es Arwico – als Piko Importeur dieses traditionell sehr modellbahnaffinen Landes – die Schweiz zum umsatzstärksten Piko Exportmarkt in 2022 zu machen und sich gleichzeitig den Titel «Piko Exportnation des Jahres» zu sichern.

Daneben lief es auch in Tschechien sowie den direkt betreuten Vertriebsgebieten, wie in Polen, den Niederlanden, Österreich sowie Belgien und Dänemark recht gut und damit konnte Piko seine Marktposition in den entsprechenden Ländern weiter ausbauen.

Einen wesentlichen Beitrag zur positiven Entwicklung haben wieder überaus attraktive und hochwertige Neuheiten in den 4 Spurgrössen H0, der Gartenbahn, TT und N sowie das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis und die hervorragende Qualität der Piko Modelle geleistet.

Piko hat sich damit in den vergangenen Jahren weltweit zu einem zuverlässigen Partner am Modellbahnmarkt entwickelt, sowohl für den Fachhandel, als auch für die Konsumenten. Ein zentrales Element dieser Partnerschaft ist die gute und stabile Warenversorgung des Handels sowie die termingerechte Auslieferung der angekündigten Neuheiten. Obgleich diese im Jahr 2022 durch die zuvor beschriebenen Faktoren nicht immer sichergestellt werden konnte, zeigt sich Piko zuversichtlich, dass die Modelle in 2023 wieder termingerecht im Handel erscheinen.

Neuheitenvorschau und Planung 2023

Piko Inhaber, Herr Dr. René F. Wilfer, nutzte die Pressekonferenz zudem, um den anwesenden Medienvertretern zusammen mit Produktmanager Matthias Fröhlich das attraktive Neuheiten-Programm zu präsentieren, welches mehr als 450 neue Produkte in den vier Spurgrössen G, H0, TT und N umfasst und damit auch in 2023 wieder sehr umfangreich ausgestaltet ist.

In der Spur G (Massstab 1:22,5), der Spur der Gartenbahner und die grösste Spurweite bei PIKO, erscheint in diesem Jahr die äusserst attraktive Diesellokomotive NoHAB, auch liebevoll «Rundnase» genannt, in der Ausführung der Strabag im Design Santa Fe. Das Modell erscheint sowohl als Version mit als auch ohne Sound.

Mit der Neukonstruktion des Railjet Steuerwagens mit Business-Abteil ergänzt Piko das Railjet-Sortiment um ein wesentliches Element. Zusammen mit der bereits im Piko Sortiment befindlichen passenden Piko Lokomotive, dem 1. und 2. Klasse Personenwagen und dem 2023 ebenfalls neu hinzukommenden Buffet-Wagen können vorbildgerechte Züge gebildet werden.

Im H0 Bereich (Massstab 1:87), dem umsatzstärksten und umfangreichsten Segment innerhalb des Piko Portfolios, erscheinen erneut eine Vielzahl von interessanten Neuheiten in den Produktlinien Expert, Expert Plus, Classicnostalgie und Hobby. Auf einige Highlights für den in- und ausländischen Markt wurde im Rahmen der Pressekonferenz näher eingegangen.

Ein Glanzstück im Piko H0 Segment stellt die Dampflok der BR 03 dar. Die Lokomotive wird im Laufe des Jahres in den drei verschiedenen Ausführungen als BR 003 der DB, als BR 03 der DR und als Pm2 der PKP erscheinen. Alle Modelle der Baureihe überzeugen durch die Berücksichtigung der landestypischen Besonderheiten bis hin zum kleinsten Detail.

Bei den Elektrolokomotiven dürfen sich die Freunde historischer Altbau-Lokomotiven auf die ab 1928 gebaute BR 117 / E 17 freuen. Hier erscheint gleich zu Beginn des Jahres die modernisierte 117 110-7 der DB als besonderes Exemplar dieser urtümlichen Lokomotive.

Im internationalen Bereich präsentiert Piko die Schnellzuglokomotive Rh 1018 der ÖBB sowie die Weiterentwicklung der «Laminátka», die tschechische Baureihe S499.02 der ČSD. Beide Modelle zeugen von höchster Modellbaukunst und einer grossen Detailtreue.

Mit der Baureihe V 100 rollt eine schlichte Nebenstrecken-Lokomotive in das Piko H0 Sortiment. Die Diesellok mit Mittelführerstand erscheint als BR 211 der Deutschen Bundesbahn. Mit den Neukonstruktionen der SM31 der PKP sowie der KM 4000 erhält die Dieseltraktion zudem internationalen Zuwachs. Letztgenannte erscheint in der Ausführung der Southern Pacific Railway und ist mit vorbildgerechter Lackierung und Bedruckung der ersten drei von Krauss-Maffei an SP gelieferten Lokomotiven erhältlich.

Ab diesem Jahr sind auch die sogenannten modernisierten IC-Wagen der Deutschen Bahn bei Piko zu finden. Während die DB AG auf bereits bestehende Wagen zurückgriff, setzt Piko auf eine vollständige Neukonstruktion. Ein passender Steuerwagen ergänzt die 1. und 2. Klasse Wagen sowie den Speisewagen.

Modellbahner aus Belgien und den Niederlanden dürfen sich auf die Formvarianten der ICR-Personenwagen freuen. Hier präsentiert Piko unter anderem die Fyra Personenwagen mit passender Zuglokomotive der Baureihe 186. Als besonderes Highlight erscheinen zudem neu konstruierte Steuerwagen zur Komplettierung der Zugbilder.

Stellvertretend für die vielzähligen, interessanten Farb- und Formvarianten wurden die neuen Ausführungen der NoHAB Diesellokomotiven genannt, welche Im Vorjahr als Formneuheit präsentiert und jetzt im Januar ausgeliefert werden.

Die Fahrzeuge der Expert Plus Linie stellen die Spitze der Piko H0 Modelle dar. Passend zu den Expert Modellen der Baureihe 03 erscheint die BR 003 der Deutschen Bundesbahn auch als Expert Plus Modell. Dieses verfügt zusätzlich über einen radsynchron angesteuerten, gepulsten Verdampfer, welcher in Kombination mit den vielfältigen Licht- und Soundfunktionen des Modells maximalen Modellbahn-Spass auf der Anlage garantiert.

Das Classicnostalgie Programm wird unter anderem um eine BR 211 in blau gelber Lackierung der S-Bahn Leipzig in Epoche IV erweitert. Passend dazu erscheinen zudem ein Durchgangswagen sowie ein Steuerwagen in zeitgemässer Lackierung und Bedruckung. Zusätzlich erscheinen viele weitere Farbvarianten bekannter Wagentypen.

Im preisgünstigen H0 Hobby Sortiment überzeugen mehrere Farb- und Beschriftungsvarianten bekannter Baureihen und Wagen, darunter Doppelstockwagen mit passendem Steuerwagen der DSB.

Nachdem im letzten Jahr vermutlich viele TT-Bahner sehnsüchtig in Richtung des H0 Sortimentes geblickt haben, erscheint in diesem Jahr als Hauptneuheit im Piko TT Sortiment (Massstab 1:120) die Dampflok der Baureihe 93. Zuerst wird das Modell in einer Version der Epoche III der Deutschen Reichsbahn umgesetzt, sowohl als Variante ohne sowie mit vorbildgerechtem Sound. Zu den zahlreichen weiteren Neuheiten im TT Bereich gesellen sich unter anderem eine Variante der E 50 der DB in Epoche III sowie zwei Formvarianten der im letzten Jahr erschienenen BR S499.1, einmal als Ausführung der ČD Cargo und zum anderen der ZSSK in Epoche VI. Als besonderes Highlight verfügen ab sofort alle neu ausgelieferten Piko TT Modelle ab Werk über eine TT Kurzkupplung, welche vorbildgerechte Modellabstände ermöglichen.

Im Piko N Bereich (Massstab 1:160) erscheinen die formneuen Modelle der Elektrolokomotive TRAXX, zum einen in der Ausführung der DB AG mit zwei Einholmstromabnehmern und zum anderen in der Ausführung der SBB mit vier Stromabnehmern. Wie gewohnt wurde grösster Wert auf die Formgebung, die Detaillierung sowie die Vorbildtreue der Modelle gelegt. Zur Baureihe E 16 gesellt sich eine Variante der DB in Epoche III und für Freunde modernerer Lokomotiven präsentiert Piko eine BR 101 der DB AG in Epoche V, welche alle form- und beschriftungstypischen Besonderheiten des Vorbildes berücksichtigt.

Als weitere Formneuheit in der kleinsten Piko Spurgrösse rollen im kommenden Jahr die IC Wagen in das Piko Sortiment. Diese Wagen, welche bei der DB durch den Slogan «Jede Stunde, jede Klasse» berühmt wurden, erscheinen in der ersten und zweiten Klasse sowie als Speisewagen.

Digitalfahrer und digitale Einsteiger können sich über eine komplett neu entwickelte Version des PIKO SmartControlwlan freuen. Der Handregler der neuen Zentrale verfügt über ein übersichtliches Farbdisplay und ist mittels WLAN kabellos mit der Zentrale verbunden. Damit steht der freien Bewegung um die Anlage nichts mehr im Weg.

Aufgrund der guten Positionierung von Piko im Handel, der umfangreichen und attraktiven Neuheiten für die verschiedenen Märkte und Spurgrössen sowie unter Beachtung der auch in 2023 weiter anhaltenden schwierigen Rahmenbedingungen geht man für 2023 von einer moderaten Umsatzsteigerung in Höhe von + 3% gegenüber dem Jahr 2022 aus.

Dabei soll sich der Exportbereich mit einem geplanten Wachstum von + 8% etwas stärker entwickeln als der Inlandsumsatz.

Einen Überblick über das komplette Piko Modellbahnsortiment 2023 findet man sowohl im Internet unter www.piko.de als auch in den aktuellen Katalogen für 2023. Der TT und N Katalog ist wie gewohnt seit Anfang des Jahres im Fachhandel sowie direkt bei Piko erhältlich. Der H0 Katalog und der G Katalog erscheinen in diesem Jahr erstmals nur in digitaler Form und können kostenfrei im Piko Online-Shop heruntergeladen werden. Stattdessen gibt es zu den beiden Spurweiten jeweils einen erweiterten Neuheiten-Prospekt in gedruckter Form, in welchem alle Neuheiten für 2023 gesammelt vorgestellt werden. Diese sind kostenlos beim Fachhandel sowie bei Piko erhältlich.

Meinung

Eigene Meinung zum Thema?

Text-QuellePiko
Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

respond

Kommentare

Kommentar schreiben:

In Verbindung bleiben

Folgen Sie uns auf Social-Media.

Ähnliche Artikel