Positives Geschäftsergebnis der Regionalbahn Thurbo im Jubiläumsjahr

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2022 feierte Thurbo ihr 20-jähriges Bestehen. Dank sehr erfreulicher Nachfrageentwicklung schliesst Thurbo das Jubiläumsjahr mit einem Rekordergebnis von 16 Millionen Franken Gewinn ab. Und dies, obschon Thurbo in den beiden Vorjahren keine zusätzliche Finanzhilfe wegen Covid-19 in Anspruch nahm. Knapp 97% der Thurbo Züge verkehrten im vergangenen Jahr pünktlich. Thurbo bildete 27 Lokführer:innen erfolgreich aus, weitere 14 haben die Ausbildung in Angriff genommen.

Thurbo erreicht 2022 bei einem Betriebsaufwand von 187 Millionen Franken (Vorjahr 178) und einem Betriebsertrag von 204 Millionen Franken (Vorjahr 187) einen Gewinn von 16.4 Millionen Franken (Vorjahr knapp 2) und damit ein unerwartet positives Jahresergebnis. Grund für dieses Ergebnis ist hauptsächlich die erfreuliche Nachfrageentwicklung nach Covid-19: Die Reisenden sind zurückgekehrt. Der Gewinn wird den Reserven zugeführt. Da Thurbo im Gegensatz zu vielen anderen Transportunternehmen in den Jahren 2020 und 2021 für die Covid-19-bedingten Verluste keine Finanzhilfen von Bund und Kantonen in Anspruch nahm, war die zweckgebundene Reserve für den regionalen Personenverkehr Ende 2021 nahezu aufgebraucht. Diese kann nun wieder geäufnet werden. Da sich nach heutiger Einschätzung die Nachfrage weiterhin positiv entwickelt, dürfte es Thurbo möglich sein, die öffentliche Hand (Bund und Kantone) auch in diesem Jahr mit einem tieferen Abgeltungsbedarf zu entlasten.

Zuverlässig und pünktlich mit einer Ausnahme

96.9% der Züge verkehrten 2022 pünktlich (2021: 97.0%). Dazu trug auch die gute Verfügbarkeit der Flotte von Thurbo bei. Die S1 zwischen Schaffhausen und Wil SG konnte diese Ziele leider nicht vollumfänglich erreichen, da es zahlreiche Störungen an der Bahninfrastruktur im Bahnhof Konstanz und auf der Seelinie zwischen Schaffhausen und Romanshorn gab. Diese Störungen hatten auch Verspätungen auf den Nachbarlinien S14 und S44 zur Folge. Thurbo hat wie in den Vorjahren auch 2022 alle Zielwerte des Qualitätsmesssystems des Bundesamtes für Verkehr BAV (QMS RPV CH) erfüllt. Und besonders erfreulich ist, dass Thurbo Kundinnen und Kunden auch weiterhin zu den zufriedensten Reisenden im ZVV gehören. Die Anzahl der Kundenreaktionen blieb trotz mehr Kundinnen und Kunden auf demselben Niveau wie 2021.

20 Jahre Thurbo

Am 15. Dezember 2002 fuhr der allererste Zug in der Geschichte von Thurbo von Konstanz nach Winterthur. Zwei Dekaden später feierte die Regionalbahn Thurbo ihr 20-jähriges Jubiläum. Davon profitierten auch die Kundinnen und Kunden: Zur Feier wurden neun Jubiläumslinien wie zum Beispiel die Genuss- oder die Hochrhein-Linie im Betriebsgebiet von Thurbo vorgestellt, die zur Entdeckung der verschiedenen Regionen einladen. Ab 2023 bestehen die Linien weiter als Erlebnislinien. Und am 15. Dezember 2022, also exakt 20 Jahre nach dem ersten Zug, wurden mehrere Tausend Kund:innen in den Zügen mit einer kleinen Aufmerksamkeit überrascht. Anlässlich des Jubiläums von 175 Jahre Schweizer Bahnen, wurde im Juni in St. Margrethen am Jubiläumsanlass ein Thurbo Gelenktriebwagen auf den Namen Vorarlberg getauft. Dies auch mit Blick auf die erste trinationale S-Bahn-Linie S7, mit welcher Thurbo zusammen mit der ÖBB Romanshorn mit dem Vorarlberg und Lindau verbindet.

Neue Linien sind erfolgreich

Die neue S44, die seit dem Dezember 2022 alle zwei Stunden Konstanz und Kreuzlingen mit Weinfelden verbindet, wird von den Kundinnen und Kunden rege genutzt. Das gilt auch für die trinationale S7, die bereits seit rund eineinhalb Jahren an den Wochenenden zwischen Romanshorn – Rorschach – Bregenz – Lindau-Reutin verkehrt: Nach dem Wegfall aller Covid-19 Massnahmen auch in Deutschland nimmt auf der S7 die Zahl der Reisenden stetig zu.

Grenzenlos erfahren

Thurbo fährt seit der Gründung mit ihren Linien über die Grenzen. In Deutschland nach Waldshut und Konstanz, in Kooperation mit der ÖBB nach Bregenz und Lindau. Thurbo erlangte im November 2022 die Sicherheitsbescheinigung für den Betrieb auf grenznahen Strecken in Deutschland durch die Europäische Eisenbahnagentur (ERA) bzw. das deutsche Eisenbahn Bundesamt (EBA). Damit übernahm Thurbo ab dem 1. März 2023 die Verantwortung für den Betrieb der eigenen Linien bis in die DB-Bahnhöfe Konstanz und Waldshut. Bisher wurde diese Verantwortung durch die SBB Deutschland GmbH getragen. Auch erlangte Thurbo im vergangenen Jahr die Erneuerung der Netzzugangsbewilligung durch das Bundesamt für Verkehr, und das SQS-Rezertifizierungsaudit wurde ohne Auflagen erfüllt.

Ausbildung

2022 stand wieder im Zeichen der Lokführer:innen-Ausbildung: Zwei Ausbildungsklassen mit insgesamt vier Lokführerinnen und 23 Lokführern schlossen ihre Ausbildung erfolgreich ab. Und im September startete eine neue Klasse mit drei Frauen und elf Männern die elfmonatige Ausbildung. Thurbo setzt auf hohe Ausbildungsstandards und bildet ihre Lokführer:innen seit jeher selber aus. Dafür steht am Standort in Kreuzlingen ein Fahrsimulator zur Verfügung.


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Text-QuelleThurbo
Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
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