SBB bietet Kundinnen und Kunden mehr Platz und Sicherheit beim Velo-Transport [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 26. Februar 2021 veröffentlicht.

Die SBB verbessert das Angebot für Reisen mit Velos im Hinblick auf die Velosaison 2021. Sie reagiert damit auf die hohe Nachfrage und Kapazitätsengpässe im vergangenen Sommer. Auf den wichtigen Linien des Freizeitverkehrs Bern – Brig und Zürich – Chur verdreifacht die SBB ab 21. März die Kapazitäten zu den nachfragestarken Zeiten. Die SBB will Reisenden mit Velos mehr Verlässlichkeit für die Reiseplanung bieten: Wer am Wochenende (Freitag bis Sonntag) im Intercity mit dem Velo unterwegs ist, ist dank einer Reservation sicher, dass das Fahrrad transportiert werden kann. Der Preis für die Velo-Reservation wird von fünf auf zwei Franken gesenkt. Die SBB hat am 26. Februar 2021 Velo-, Konsumenten- und Branchenorganisationen das verbesserte Angebot vorgestellt und Perspektiven für das Reisen mit Velos aufgezeigt.

Die Nachfrage nach Reisen mit Velos und Ferien in der Schweiz ist aufgrund der Coronakrise stark gestiegen. Die Folge waren teilweise Kapazitätsengpässe und unzufriedene Kundinnen und Kunden, die ihre Reise mit dem Velo nicht mit dem geplanten Zug durchführen konnten. Im Spitzenmonat Juli 2020 wurden beispielsweise rund 80’000 Velotageskarten verkauft, was einer Zunahme von rund 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zudem hat die SBB auf den Hauptachsen Zürich – Chur und Bern – Brig bis zu 15’000 Velos im Selbstverlad transportiert.

Breit abgestützter Dialog und raschere Umsetzung von Kundenbedürfnissen

Die SBB geht davon aus, dass die Nachfrage für Reisen mit Velos weiter zunehmen wird und trägt dieser Entwicklung Rechnung. Sie hat deshalb mit den Organisationen Pro Velo und VCS einen breit abgestützten Dialog mit Velo-Interessenvertretern sowie Konsumenten- und Branchenorganisationen rund um das Thema «Nachhaltiges Unterwegssein mit dem Velo» angeregt.

Das Ziel ist, für die Kundinnen und Kunden ein verlässlicheres Angebot bei der Planung und der Reservation anzubieten und dieses weiter zu verbessern, zu vereinfachen und noch kundenfreundlicher zu gestalten. Die SBB ist allen Kundinnen und Kunden verpflichtet und will ein Angebot zur Verfügung stellen, das den Bedürfnissen möglichst aller Reisenden entspricht und Rechnung trägt – zum Beispiel auch Menschen mit einer Beeinträchtigung oder Familien.

Erhöhung der Kapazitäten und Planungssicherheit dank Reservation

Im Hinblick auf die Velosaison führt die SBB per 21. März verschiedene Anpassungen ein, um das Reisen mit Velos einfacher zu gestalten:

  • Kapazitätsausbau: Die SBB erhöht für den Veloselbstverlad auf den wichtigen Linien des Freizeitverkehrs die Kapazitäten zu den nachfragestarken Zeiten wenn immer möglich auf bis das Dreifache der bisherigen Kapazitäten. Dazu zählen die Strecken Bern – Brig und Zürich – Chur. Aber auch ins Tessin, nach Interlaken und am Jurasüdfuss werden zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt. Auf diesen Linien werden die Reisenden wenn möglich von SBB Mitarbeitenden beim Verladen der Velos unterstützt.
  • Um die Kapazitäten auch mittel- und langfristig ausbauen zu können, prüft die SBB derzeit bei verschiedenen Zugstypen, mit welchen technischen Massnahmen langfristig zusätzliche Veloplätze geschaffen werden können. Kurzfristig sind nur kleine Anpassungen beim Rollmaterial möglich.
  • Reservation für Veloplätze: Kundinnen und Kunden müssen ihre Reise mit dem Velo verlässlich und sicher planen können. Dies ermöglicht die SBB mit einer Reservation, die zwei Franken kostet, auf den Intercity-Zügen in der Schweiz. Wer also einen Platz für das Velo reserviert hat, kann dieses auf dem gewünschten Zug mittransportieren. Die Züge sind im Online-Fahrplan mit dem bekannten Fahrrad-Symbol gekennzeichnet. Eine Mitnahme von Velos im Selbstverlad in den gekennzeichneten Zügen ist nur mit einer Reservation und gültigem Velo-Billett möglich. Die Reservation kann bis kurz vor der Abfahrt in der SBB Mobile App getätigt werden. Ein Kauf ist auch am Schalter oder – mehrere Tage im Voraus – über das SBB Contact Center (Tel. 0848 44 66 88) möglich.
  • Der Preis für die Reservation wird von bisher fünf Franken auf zwei Franken für eine durchgängige Verbindung – beispielsweise für mehrere Streckenabschnitte – gesenkt. Neu können auch internationale Züge innerhalb der Schweiz mit einer Reservation für den Velotransport genutzt werden, teilweise mit abweichenden Preisen und Buchungsmöglichkeiten. Im Regionalverkehr (R, S, RE-Züge) sowie in den Interregio-Zügen (IR) können Velos ohne Reservation mit einem gültigen Velo-Billett transportiert werden.
  • Guthaben für Velopass-Kundinnen: Velopass-Inhaber erhalten einmalig ein Guthaben für 25 Reservationen im Wert von 50 Franken.
  • Faltvelos: Die Mitnahme von Faltvelos ist im gesamten öffentlichen Verkehr auch ohne zusätzliche Verpackung und wie bisher ohne zusätzliches Velo-Billett möglich.
120’000 Menschen nutzen täglich Veloparking sowie Sharing- und Miet-Angebote
In den letzten Jahren hat die SBB das Angebot für Reisen mit Velos ausgebaut, unter anderem mit Velobereichen in Zügen und bedientem Service im Gepäckabteil. An den Bahnhöfen wurden zudem die Veloabstellplätze in Zusammenarbeit mit den Gemeinden in den vergangenen Jahren um rund 10’000 erhöht. Der Ausbau seit 2013 umfasst insgesamt 96 300 Plätze (2020: +824).

Rund 120’000 Menschen nutzen täglich Veloparking- und Sharing-Zonen sowie Mietangebote.
VCS: Petition gegen die Reservationspflicht
Ab dem 21. März 2021 wird die SBB in allen Intercity-Zügen am Wochenende eine Reservationspflicht für den Veloselbstverlad einführen. Damit wird die Velomitnahme teurer und komplizierter. Die SBB verspricht zwar für die ferne Zukunft, in den IC-Zügen mehr Platz zu schaffen, das Ticketing zu vereinfachen und die Reservationsgebühr zu kompensieren. Das wird begrüsst. Doch die von der SBB kommunizierten Schritte gehen in die falsche Richtung.

Die SBB soll dafür sorgen, dass auf den beliebten Stecken des Freizeitverkehrs an den Wochenenden mit geeignetem Rollmaterial und Entlastungszügen genügend Platz für die Velomitnahme geschaffen wird. Der vergangene Sommer hat gezeigt: Immer mehr Menschen unternehmen Ausflüge in der Schweiz mit dem Velo oder Mountainbike. Die Kombination von Velo und Zug ist umwelt- und klimapolitisch erwünscht und vom Parlament gefordert.

Die Forderungen der Petition

Der VCS, Pro Velo und 11 weitere Organisationen wenden sich deshalb mit einer Petition an die SBB und den Bundesrat als Eigner.

Sie fordern: Die SBB soll mehr Platz schaffen für

– die Mitnahme von Velos, Kinderwagen, Sportgeräten und Gepäckstücken, z.B. durch Multifunktionsabteile oder durch den Einsatz von Entlastungszügen oder Gepäckwagen zu Spitzenzeiten.
– Die Reservationspflicht in IC-Zügen ist aufzuheben.
– Bessere Kundeninformation auf dem Perron und ein einfacheres Ticketing.
– Die Bedürfnisse der Velofahrenden sollen bei der SBB stärker miteinbezogen werden: sowohl bei der Beschaffung von neuen Zügen als auch bei der Gestaltung des Betriebs.
In der Zwischenzeit muss eine allfällige Reservationspflicht…
– für die Kundinnen und Kunden insgesamt kostenneutral sein. (Z.B. durch die Senkung der Preise für die Velobillette).
– einen sicheren Platz für das Velo garantieren.
– einfach und flexibel handhabbar sein: Nur ein Ticket, welches alle nötigen Reservationen beinhaltet.
– auf diejenigen IC-Strecken beschränkt sein, auf denen (örtlich, zeitlich) erwiesenermassen Engpässe bestehen.

Jetzt Petition online unterschreiben
– Alternativ können Unterschriftenbögen hier heruntergeladen und ausgedruckt werden-

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