Waldenburgerbahn: Letzter Regelzug auf 750 Millimeter-Gleisen abgefahren [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 10. April 2021 veröffentlicht.

Am Ostermontag, 5. April 2021 fuhr das Walde­burgerli mit den Schindler/BBC-Pendelzügen zum letzten Mal auf 750 mm-Schmalspur durch das Tal. Mit einer feierlichen Bahnparade, zwischen 11 und 13 Uhr, wurde die bestehende Waldenburgerbahn würdig verabschiedet. Der letzte fahrplanmässige Zug der schmalsten öffentlichen Schmalspurbahn der Schweiz verliess Liestal am 6. April 2021, um 00:55 Uhr, in Richtung Waldenburg.

Paradefahrt mit 10-teiligem Zug

Wegen Corona war leider nur ein sehr begrenztes Programm zur Verabschiedung möglich. Immerhin, die Remise war am 5. April als Museum von 10 – 16 Uhr offen und mit einer feierlichen Bahnparade, zwischen 11 und 13 Uhr, wurde die Bahn würdig verabschiedet. Zahlreiche Bahnfreunde aus der ganzen Schweiz nahmen von der schmalsten öffentlichen Bahn in der Schweiz Abschied.

Ab Waldenburg verkehrten zwei je 5-teilige Züge, welche bei der Station Altmarkt zusammengekoppelt und als 10er-Traktion mit einer Länge von 180 Metern in den Bahnhof Liestal einfuhren. Im Burggraben, kurz vor dem Bahnhof Liestal, wurde der Zug von der Ae 6/6 11407 «Aargau» des Vereins Mikado 1244 empfangen. Bei der Rückfahrt nach Waldenburg wurde der Zug in Altmark wieder in zwei Zugteile getrennt.

In der Zeit der Bahnparade verkehrten für die regulären Züge Bahnersatzbusse.

Bisheriger Rollmaterial geht in die Slowakei

Das bisherige Rollmaterial, die Schindler/BBC-Pendelzüge, wurde an die Schwarzgranbahn (Čiernohronská železnica, kurz ČHŽ) in der Slowakei verkauft, wo es nach der Elektrifizierung der dortigen Strecke weiterhin aktiv im Einsatz stehen soll.

Bei Stadler in Valencia sind zehn Tramlink-Kompositionen im Bau. Die Bestellung wurde zusammen mit der Limmattalbahn getätigt, wobei leichte Änderungen die Varianten unterscheiden (unter anderem verfügen die Fahrzeuge der Limmattalbahn über Zweispannungs-Fahrmöglichkeit).

Busersatz seit 6. April 2021

Seit 6. April 2021 und bis Dezember 2022 verkehren Bahnersatzbusse zwischen Liestal und Waldenburg. Die neue WB soll dann zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 in Betrieb gehen.

Der Busbetrieb der Linie 19 ist auf die Bahnanschlüsse in Liestal ab­gestimmt. Der Fahrplan ist auf das Fahrgastaufkommen aus­gerichtet. Während der Stosszeiten wird der Takt auf 7,5 Minuten verdichtet. Es werden alle Haltestellen im Bereich der Bahnhaltestellen entlang der Hauptachse bedient sowie in Liestal zusätzlich die Haltestellen Stadion (Ein- und Ausstieg) und Kaserne (Aus­stieg in Richtung Liestal). In Liestal halten die Busse zentral vor dem Gerichtsgebäude. An jeder Bahnhaltestelle befindet sich eine Fahrgastinfo mit dem Standort der Bushaltestelle. 

Damit die Anschlüsse von und auf die Linien 92 und 93 gewährleistet sind, wurden die Ab­fahrts­zeiten auf diesen beiden Linien teilweise im Minuten­bereich leicht verschoben.

Baselland Transport dankt Ihnen für Ihr Verständnis und wünscht eine gute Fahrt.

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Text-QuelleBLT / VDWB
Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

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Kommentare

6 Kommentare

  1. Ein mit dem gesunden Menschenverstand nicht nachvollziehbarer Umbau. Wenn man schon die traditionelle 75 cm-Spurweite aufgibt, hatte man gleich auf Normalspur mit Fahrzeugen die nach dem Karlsruher Modell bis Basel durchfahren könnten wechseln sollen. Auch das normalspurige Läufelfingerli müsste nach dem System der Flügelzüge bis Basel durchgebunden werden. Da schafft die grosse SBB nicht, was bei der kleinen Bündner Roten mit den Capricorn-Zügen zur Selbsverständlichkeit werden soll bzw. im Prättigau bereits ist.

  2. Abklärungen hatten ergeben, dass der Pendler aus Waldenburg gerne in Liestal umsteigt, da er mit dem Schnellzug schneller in Basel ist als mit der durchgehenden Strassenbahn und somit jeden Morgen eine Viertelstunde länger schlafen kann.
    Ausserdem hätten mit der Normalspurbahn in Oberdorf und Hölstein noch mehr Häuser abgerissen werden müssen als bei der Umspurung auf Meterspur – zu Lasten der Steuerzahler!

  3. Es ist mir absolut unverständlich warum man nicht bei der 75cm Spurbreite geblieben ist und statt dessen einfach neues Rollmaterial auf 75cm art bauen liess. Statt dessen verkehren ab ende 2022 diese Lindwurm Trams auf der neuen Trasse, ohne den Charme des bisherigen Waldenburgerlis.

  4. Ich hätte auch auf Normalspur gewechselt. Auch wenn es mehr Häuser wären die abgerissen werden müssen. So bringt die Umspurung nicht sehr viel, ausser eine Standartisierung der Spurweiten der BLT. Dann hätte man aber auch das gleiche Rollmaterial nehmen können.

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