BAV beschliesst neue ERTMS-Strategie

Die Einführung von ERTMS (European Rail Traffic Management System) mit dem darin enthaltenen ETCS (European Train Control System) hat zum Ziel, europaweit einen einheitlichen Signalisierungs- und Zugbeeinflussungsstandard zu etablieren. Mit der Umsetzung der bisherigen ETCS-Strategie des BAV ist das Schweizer Normalspurnetz heute weitestgehend mit diesem Standard ausgerüstet. Die neue ERTMS-Strategie des BAV besteht aus einer Aktualisierung der ETCS-Strategie und einer Erweiterung um weitere Systeme wie die Sicherungsanlagen und den bahnspezifischen Mobilfunk GSM-R. Damit soll der Bahnverkehr noch leistungsfähiger und wirtschaftlicher gemacht und der grenzüberschreitende Verkehr weiter vereinfacht werden.

Seit der Jahrtausendwende verfolgt das Bundesamt für Verkehr (BAV) mit der ETCS-Strategie das Ziel, das schweizerische Normalspurnetz mit einem europakompatiblen und damit international durchlässigen Signalisierungs- und Zugbeeinflussungssystem auszurüsten. Seit 2018 ist das Schweizer Normalspurnetz weitestgehend interoperabel befahrbar: In- und ausländische Fahrzeuge benötigen für Fahrten auf dem Schweizer Normalspurnetz nur noch eine einzige Zugbeeinflussungsausrüstung, welche europäisch standardisiert ist.

Im Jahr 2020 hat das BAV eine Standortbestimmung zur ETCS-Strategie vorgenommen. Es kam zum Schluss, dass sich ETCS bewährt hat. Zugleich bestehen indes relevante Optimierungspotenziale.

In der Folge hat das BAV das Zielbild aktualisiert und einen entsprechenden Massnahmenplan definiert. Darin werden zusätzlich zum Zugbeeinflussungssystem die relevanten Umsysteme (Stellwerke, Leit-, Dispositions- und Funksysteme) miteinbezogen. Deshalb wird die Strategie neu als ERTMS-Strategie bezeichnet. Sie sieht einerseits vor, das Potenzial der bestehenden Systeme für eine qualitativ hochstehende Bahnproduktion auszuschöpfen. Andererseits wird kurz- bis mittelfristig ein bedarfsorientierter, aber nicht flächendeckender Weiterausbau der Führerstandsignalisierung (ETCS Level 2) angestrebt. Die flächendeckende Führerstandsignalisierung bleibt das Ziel auf lange Frist.

Für die Umsetzung des Massnahmenplans sind die Bahnen (Massnahmenerfüllung) und das BAV (Steuerung) verantwortlich. Das BAV stellt den Infrastrukturbetreibern über die Leistungsvereinbarungen mehrere hundert Millionen Franken zur Verfügung, um die ERTMS-Strategie umzusetzen. Die Modalitäten für die Finanzierung der erforderlichen Fahrzeugausrüstungen werden gegenwärtig durch das BAV geprüft.


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