Stadt Bern: PVS beantragt dem Stadtrat Rückweisung des Ausführungskredits zum Gleisersatz Brunnhof – Fischermätteli

Die Kommission für Planung, Verkehr und Stadtgrün (PVS) hat an ihrer Sitzung vom 3. Juni 2021 den vom Berner Gemeinderat verabschiedete Ausführungskredit von 14.6 Mio. Franken, über den die Berner Bevölkerung abstimmen wird, zurückgewiesen.

Mit dem geplanten Ausführungskredit will der Gemeinderat die Gleisanlage und die Fahrleitungen der Tramlinie 6 zwischen der Effingerstrasse und der Endstation Fischermätteli sanieren. Gleichzeitig sollen sämtliche Haltestellen im Projektperimeter (Brunnhof, Cäcilienstrasse, Pestalozzi, Munzinger und Fischermätteli) hindernisfrei ausgestaltet, die Lichtsignalanlagen erneuert sowie diverse Werkleitungen saniert werden. Weiter will der Gemeinderat die städtischen Siedlungsentwässerungsanlagen, welche aus dem frühen 20. Jahrhundert stammen, ersetzen, zudem soll Energie Wasser Bern (EWB) im gesamten Projektperimeter die öffentliche Beleuchtung erneuern: Anstelle der bisherigen Natriumleuchten werden künftig energiesparende LED-Leuchten verwendet. Schliesslich sind im Zuge des Gleisersatzes auch Verbesserungen zugunsten der Verkehrssicherheit, insbesondere des Fuss- und Veloverkehrs geplant. Allerdings sind, nach dem Gemeinderat, den Verbesserungen für den Langsamverkehr angesichts der sehr beengten örtlichen Platzverhältnisse klare Grenzen gesetzt.

Der Gemeinderat beziffert die Gesamtkosten für das Projekt Gleisersatz Brunnhof – Fischermätteli, zu dem, wie oben erwähnt, zahlreiche weitere Massnahmen gehören, gemäss Kostenvoranschlag auf 39,6 Mio. Franken (inklusive MwSt). Für den Kostenanteil der Stadt Bern an die Realisierung des Gleisersatzes Brunnhof – Fischermätteli beantragt der Gemeinderat dem Stadtrat zuhanden der Stimmberechtigten einen Ausführungskredit von insgesamt 14,6 Mio. Franken.

Die zuständige Stadtratskommission PVS hat sich an ihrer Sitzung intensiv mit dem Geschäft befasst und anerkennt, dass für die Strecke Brunnhof – Fischermätteli eine Lösung gefunden werden muss. Allerdings beantragt sie dem Stadtrat das Geschäft an den Gemeinderat zurückzuweisen mit der Auflage, dass der Gemeinderat prüfen soll, ob die Tramlinie 6 vom Bahnhof zum Fischermätteli durch einen Busbetrieb ersetzt werden kann, ob die Tramlinie durch eine Umleitung und Verdichtung der Linie 17 ersetzt werden kann, und ob eine alternative, gut ausgestattete und ausgeschilderte Veloroute auf der ganzen Strecke eingeführt werden kann.

Die Kommission bemängelt, dass das vorliegende Geschäft dem Veloverkehr unter anderem wegen der neuen Lichtraumprofile mehr Nachteile als Vorteile bringt. Insbesondere die Tramschienen an den Tramhaltestellen bergen eine höhere Unfallgefahr und die Standards des Masterplan Veloverkehr können nur punktuell umgesetzt werden. Kritisiert wird zudem, dass eine nötige Auslastung der Tramlinie nicht gegeben ist, ein Tramprojekt die Strecke aber für Jahrzehnte prägen wird. Aus all diesen Gründen erachtet es die Kommission als sinnvoll, dass intensiv geprüft werden soll, ob die Tramlinie nicht durch einen Busbetrieb besser ersetzt werden kann. Erscheint ein Busbetrieb nach intensiver Prüfung nach wie vor als nicht realisierbar, wird der Gemeinderat beauftragt, eine gute Alternativroute für den Veloverkehr vorzusehen.

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