125 Jahre Rheineck-Walzenhausen-Bergbahn

In diesem Jahr feiert die Rheineck-Walzenhausen-Bergbahn (RhW) im Appenzeller Vorderland einen runden Geburtstag. Seit dem Jahr 1896 verbindet die Bahn die Bodenseeregion mit dem Appenzellerland. Die Lockerungen rund um COVID-19 liessen kurzfristig eine Feier im kleinen Rahmen zu. Verschiedene Redner betonten die Bedeutung der Bahnverbindung.

Seit 125 Jahren verbindet die Rheineck-Walzenhausen-Bergbahn (RhW) das Appenzeller Vorderland mit dem St.Galler Rheintal. Am 27. Juni 1896 wurde die Strecke Rheineck-Walzenhausen feierlich eröffnet. Zu dieser Zeit war Walzenhausen ein aufstrebender Kurort, der Tourismus florierte und wirtschaftlich befand sich der Ort in einem Aufschwung. Betrieben wurde die Strecke zu Beginn mit dem sogenannten Wassergegengewicht-System. Dem talwärts fahrenden Wagen wurde Wasser mitgegeben, damit dieser den bergwärts fahrenden Wagen hochziehen konnte. Das dafür benötigte Wasser wurde aus dem Griffelbach bezogen. Das stellte die Bahn besonders in heissen Sommermonaten, wenn der Bach wenig Wasser führte, vor grosse Herausforderungen. Dies und sich häufende Pannen führten 1958 zum Entscheid, die Strecke komplett zu elektrifizieren und in eine Zahnradbahn umzubauen. Bereits am 1. Dezember 1958 nahm der elektrische Triebwagen den Fahrbetrieb auf. Das «Liseli» ist auch heute, nach über 62 Dienstjahren, immer noch in Betrieb und befördert zuverlässig Pendler, Touristen und Ausflügler von Tal zu Berg und umgekehrt.

Ein gemeinsames feiern

«S’Walzehuuserli» oder auch liebevoll «S’Bähnli» oder auch «TGV – Train de grande Vibration» genannt, die Bergbahn Rheineck-Walzenhausen gehört zum festen Bestandteil des Appenzeller Vorderlandes. Lange war es nicht sicher, ob ein gemeinsames Anstossen auf den runden Geburtstag der Bahn möglich ist. Die jüngsten Lockerungen des Bundes rund um die Bestimmungen zu COVID-19 liessen kurzfristig eine Feier im kleinsten Rahmen zum 125-jährigen Jubiläum zu. Der Festakt fand am 1. Juli 2021 beim Bahnhof Walzenhausen statt. Thomas Baumgartner, Direktor der Appenzeller Bahnen, begrüsste die Gäste. Peter Eggenberger, Journalist, informierte über die vielseitige Geschichte der Bahn. Michael Litscher, Gemeindepräsident Walzenhausen, Urs Müller, Stadtpräsident Rheineck und Dölf Biasotto, Landammann Kanton Appenzell Ausserrhoden überbrachten die Grussworte an die anwesenden Zuhörerinnen und Zuhörer. Sie alle betonten die Bedeutung der Bahn. Die Appenzeller Bahnen erarbeiten derzeit Lösungsansätze für die Ersatzbeschaffung des 62-jährigen Fahrzeuges. Ob die Verbindung Rheineck-Walzenhausen künftig wieder mit einer Standseilbahn oder mit einer Zahnradbahn betrieben wird, wollen die Appenzeller Bahnen gegen Ende 2021 entscheiden.

Fakten im Überblick

Mit einer Streckenlänge von knapp 2 Kilometern und einer maximalen Steigung von 253 ‰, ist die RhW nicht nur die kürzeste Linie der Appenzeller Bahnen, sondern zeitgleich auch die Steilste.

  • 1896: Eröffnung der Strecke am 27. Juni 1896
  • 1909: Eröffnung des Zubringer-Trams zur Haltestelle Ruderbach
  • 1958: Verlängerung der Strecke von der Haltestelle Ruderbach bis zum Bahnhof Rheineck. Gleichzeitige Elektrifizierung mit neuem Betriebsystem «Zahnradbahn»
  • 1993: Eröffnung des Witzwegs zwischen Heiden und Walzenhausen
  • 2006: Fusion mit den Appenzeller Bahnen 2014:   Umfassende Revision des Triebwagens «Liseli» von 1958

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Text-QuelleAB
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