Erster Elektrobus für die VBG nimmt Fahrt auf [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 31. August 2021 veröffentlicht.Im September startete der Pilotbetrieb des neuen E-Busses der VBG auf der Innovationslinie 759

Die VBG erweitert ihre Fahrzeugflotte um einen Elektrobus. Im Pilotprojekt «Energieautarker E-Bus» wird auf der Innovationslinie 759 nicht nur ein neuer eCitaro von Mercedes-Benz getestet, sondern auch ein innovatives Batterie-Ladesystem von Siemens. Der E-Bus ist den ganzen Tag unterwegs, ohne dass er zwischendurch zum Aufladen der Batterien ins Depot zurückkehren muss.

Auf der Innovationslinie 759 testet die VBG aktuelle Forschungsresultate rund um Fahrzeuge, Infrastruktur und Betrieb des öffentlichen Verkehrs im Alltag unter realen Bedingungen. Das Ziel des Projekts «Energieautarker Elektrobus» ist unter anderem ein zuverlässiger, nachhaltiger und ökonomischer Betrieb der Innovationslinie 759 mit E-Bussen. Am 1. September 2021 begann auf dieser Linie der rund einjährige Pilotbetrieb des ersten E-Busses der VBG. Das dafür eingesetzte Ladesystem mit dem am Lademast angebrachten Pantografen sowie auf dem Busdach angebrachten Kontaktpunkte ist das erste dieser Art – für die VBG, für Siemens in der Schweiz und für Mercedes weltweit.

Mit dem E-Bus in die Zukunft

Auf der Linie 759 waren bisher ausschliesslich Dieselbusse im Einsatz. Diese legen jährlich rund 635’000 Kilometer zurück und verbrauchen dabei rund 235’000 Liter Diesel. Dies soll sich ändern. Die «Innovationslinie 759» soll mittelfristig die erste, ausschliesslich mit Elektrobussen betriebene Buslinie der VBG werden.

«Das Ziel dieses E-Bus-Projekts ist ein zuverlässiger, nachhaltiger und ökonomischer Betrieb der Innovationslinie 759 mit Elektrobussen. Wir sind stolz darauf, das innovative Ladesystem von Siemens und den modernsten eCitaro von Mercedes-Benz in der realen Betriebsumgebung betreiben zu können.»

, so Matthias Keller, Direktor der VBG.

Zu diesem Zweck wurden 2019 verschiedene Anbieter verglichen. Am Ende überzeugte das Ladesystem von Siemens mit seiner starken Ladeleistung. Mit der Wahl des vollelektrisch angetriebenen eCitaro von Mercedes-Benz stösst zudem ein ressourcenschonendes und topmodernes Fahrzeug zur VBG-Flotte hinzu.

Keine Rückkehr ins Depot

Der Elektrobusbetrieb auf der Innovationslinie 759 erfolgt primär nach dem Prinzip der Streckenladung. Dazu wird die Batterie des Elektrobusses tagsüber während der ganzen täglichen Betriebsdauer nicht im Depot, sondern an der Haltekante am Flughafen Zürich aufgeladen. So ersetzt ein Elektrobus einen Dieselbus und es ist keine zusätzliche Fahrzeugbeschaffung nötig. Die für den E-Bus-Betrieb nötige Ladeinfrastruktur wurde im Mai 2021 durch Siemens an der Busstation am Flughafen Zürich erstellt.

«Die Inbetriebsetzung dieses Siemens-Ladesystems ist für unser Unternehmen ein bedeutender Meilenstein, denn das Projekt markiert den Schweizer Markteintritt von Siemens im Bereich der eBus-Ladeinfrastruktur. Mittlerweile haben wir mit Bernmobil, den Verkehrsbetrieben Zürich und Transport Public Fribourg weitere namhafte Kunden von unseren Ladelösungen überzeugen können»

, so Gerd Scheller, Country CEO von Siemens Schweiz.

Bei der gewählten Lösung ist der Pantograf am Lademast angebracht. Für die Aufladung senkt sich der Pantograf auf die Kontaktpunkte auf dem Bus hinab und lädt dessen Batterien während der Standzeit an der Haltestelle auf. So muss nicht jedes einzelne Fahrzeug mit einem Pantografen ausgerüstet werden.

Projektphasen des Pilotprojekts E-Bus

Der Elektrobus eCitaro stammt von Mercedes-Benz. Die Batteriegrösse wurde nicht maximal, sondern optimal auf die Ausgangslage gewählt.

«Mit seinem modularen Aufbau von Lade- und Batterietechnologie passt sich der eCitaro perfekt an die individuellen Einsatzprofile und Wünsche der Verkehrsbetriebe an. Damit unterstützen wir den Weg zur umweltfreundlichen Elektromobilität in Städten und Gemeinden. Wir freuen uns daher besonders, dass wir der VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG auch für ihren anspruchsvollen Einsatz die passende Lösung anbieten können. Verbunden mit einer Premiere, denn dieser eCitaro ist das erste Modell mit Aufladung über Ladeschienen.»

, so Frank Scherhag, CEO Evo Bus (Schweiz).

Der Ladestrom besteht zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen, welcher in der einjährigen Pilotphase noch aus dem normalen Stromnetz eingekauft wird. Mittelfristig soll der Bus weitgehend energieautark eingesetzt werden. So soll der Strom, welcher für den Betrieb der Linie 759 benötigt wird, lokal und regional – zum Beispiel mit Solaranlagen auf den Depots – produziert und für die Linie 759 verwendet werden. Betrieben wird der Elektrobus durch die Firma Eurobus im Auftrag der VBG. Bei erfolgreichem Abschluss des Pilotprojekts E-Bus erfolgt anschliessend die sukzessive Umrüstung der Linie 759 auf E-Bus-Betrieb im Rahmen der ordentlichen Fahrzeugersatzbeschaffungen.

Siemens: Erste Ladestation für Elektrobusse am Busterminal Flughafen Zürich
Schweizer Markteintritt von Siemens im Bereich eBus-Ladeinfrastruktur

Die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG hat am Busterminal Flughafen Zürich ihre erste eBus-Schnellladestation in Betrieb genommen. Das Projekt am grössten Busbahnhof der Schweiz markiert gleichzeitig den Schweizer Markteintritt von Siemens im Bereich der Ladeinfrastruktur für Elektrobusse. Mittlerweile haben mit Bernmobil, den Verkehrsbetrieben Zürich und Transport Public Fribourg weitere namhafte Kunden Siemens-Ladelösungen bestellt. Das Unternehmen verfügt mit den Sicharge-UC-Produkten über ein komplettes Portfolio von High-Power-Ladestationen (Off-Board oder On-Board Pantographen) und umfassende Ladelösungen für grosse Busdepots.

Die VBG betreibt seit zwei Jahren die Innovationslinie 759, welche den Flughafen Zürich mit den Ortschaften Opfikon, Wallisellen, Dübendorf und Wangen verbindet. Das Unternehmen führt in den kommenden Monaten auf dieser 13,7 km langen Strecke einen eBus-Pilotbetrieb durch. Siemens Schweiz hat für dieses Projekt die komplette Ladeinfrastruktur am Busterminal Flughafen Zürich installiert. Bei der VBG kommt das System Sicharge UC 400 inklusive Lademast mit absenkbarem (invertiertem) Pantographen zum Einsatz. Vorteil des Pantographen ist, dass die Verbindung der Ladevorrichtung mit dem Fahrzeug vollautomatisch erfolgt; das manuelle Anschliessen eines Steckers entfällt. 

Zum Einsatz kommt der Elektrobus eCitaro der Marke Mercedes-Benz.

Massgeschneiderte Lösung


Der 6,5 Meter hohe Siemens-Lademast ist 2,5 Tonnen schwer und steht unter dem überdachten Teil des Terminals. Um die Passagierströme im grössten Busbahnhof der Schweiz nicht zu stören, ist das dazugehörige Ladezentrum inklusive Gleichrichter und Steuerung in einem Technikraum im nahegelegenen Parkhaus untergebracht. Beim Pilotbetrieb macht der VBG-Elektrobus am Flughafen Zürich jeweils einen fahrplanmässigen Halt von 9 bis 12 Minuten. In dieser Zeit werden die Fahrzeugbatterien wieder aufgeladen. Die Ladeleistung (fahrzeugseitig) ist für einen Dauerbetrieb von 300 Kilowatt ausgelegt. Kurzzeitig kann das Sicharge-UC-400-System den Elektrobus mit einer Spitzenleistung von 400 Kilowatt laden. Zum Lieferumfang gehört zudem ein mobiler Depotlader mit einer Leistung von 40 Kilowatt. Mit diesem kann das Fahrzeug während den Standzeiten bei Bedarf zusätzlich geladen werden.  

Flexibel einsetzbare Systeme


Siemens-Lösungen sind schon in einigen europäischen Ländern erfolgreich im Einsatz. Das Unternehmen verfügt mit den Sicharge-UC-Produkten über ein komplettes Portfolio von High-Power-Ladestationen (Off-Board oder On-Board Pantographen) und umfassende Ladelösungen für grosse Busdepots. Das Sicharge-UC-Ladesystem deckt das gesamte Leistungsspektrum von 100 bis 600 Kilowatt ab. Um die steigenden Anforderungen der Fahrzeugindustrie hinsichtlich höherer Spannungen zu erfüllen, können Stationen mit bis zu 1000 Volt integriert werden. Damit lassen sich elektrische Fahrzeuge zukunftssicher, mit höchster Effizienz und mit unterschiedlichen Anschlusssystemen und Batterien flexibel auf der Strecke oder im Depot laden.

Die VBG-Lösung am Flughafen Zürich ist ein Beispiel für einen Lademast mit integriertem Pantographen. Siemens ermöglicht jedoch auch ein automatisiertes Laden, bei dem der Pantograph auf dem Fahrzeug vormontiert wird. Beide Varianten werden vom eigentlichen kompakten Ladegerät (Charging Center) mit Strom versorgt.

Das modulare Konzept der Sicharge-UC-Familie erlaubt zudem die Erweiterung des Ladegeräts mit mehreren Dispensern, daher verteilten Ladeanschlüssen. Daran können sequenziell unterschiedliche Busse geladen werden. Durch diese Modularität ist das System flexibel ausbaufähig. Die angebotenen Pantographensysteme und schlanken Dispenser nehmen Rücksicht auf den oftmals beschränkten Platz an dem Ort, an dem das Fahrzeug geladen werden soll, zum Beispiel im Depot.  

Interessanter Wachstumsmarkt


Elektrische Busse spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, die Schadstoff- und Lärmbelastung in Städten zu reduzieren und damit die Lebensqualität zu erhöhen. Allein durch den Einsatz eines eBusses mit einer täglichen Laufleistung von ca. 200 km können, sogar im Vergleich zu modernsten Dieselbussen, jährlich etwa 60 Tonnen CO2 eingespart werden. Die Zahl elektrischer Fahrzeuge im Bus- und Logistikumfeld steigt und gewinnt daher auch für Betreiber von Fahrzeugflotten immer mehr an Bedeutung. Aus diesem Grund wird es für sie zunehmend wichtiger, dass Fahrzeuge verschiedener Hersteller geladen werden können. Dabei sollte der Ladeprozess optimal in den täglichen Betrieb integriert werden. Das Sicharge-UC-Portfolio ist mit dem Ladestandard Combined Charging System (CCS) kompatibel und ermöglicht dadurch herstellerunabhängiges Laden. Zudem ist es in den unterschiedlichsten Leistungsklassen verfügbar, so dass verschiedene Fahrzeugtypen wie Busse und Lastkraftwagen geladen und Depots optimal ausgelastet werden.
Extremer Einsatz in der Schweiz: Mercedes-Benz eCitaro fährt bis zu 22 Stunden und 370 Kilometer täglich im Linienbetrieb
Erster Einsatz des eCitaro mit Ladeschienen zur Aufladung der Batterien
Anspruchsvolle Bedingungen: Innovationslinie der VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG
Fahrer und Fahrgäste profitieren von hochwertiger Komfort- und Sicherheitsausstattung

Die neue Variante des eCitaro mit Ladeschienen für schnelle Zwischenladungen macht es möglich: Die Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) setzen den Mercedes-Benz eCitaro ab September 2021 fast rund um die Uhr im regulären Linienbetrieb ein. Damit kann der vollelektrisch angetriebene Niederflur-Stadtbus seine hohe Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Erster Einsatz des eCitaro mit Ladeschienen zur Aufladung der Batterien

Zuerst Ausstattung mit Ladesteckdose rechts, dann weitere Steckdosen-Positionen, der Pantograph, jetzt die Premiere für die Aufladung mit Ladeschienen: Nicht nur die Batterie- auch die Ladetechnologie des Mercedes-Benz eCitaro ist modular aufgebaut. Damit passt sich der E-Stadtbus flexibel an die Wünsche der Verkehrsbetriebe an. Mit Stecker ist der eCitaro schnellladefähig bis zu 150 kW Ladeleistung, mit Pantograph und Ladeschienen sogar hoch­leistungsladefähig bis 300 kW. Der Unterschied: Bei einem Pantographen sind Stromab­nehmer auf dem Dach des Stadtbusses installiert. Sie werden unter einer Ladestation ausgefahren. Bei der Ausführung mit Ladeschienen ist es umgekehrt: Der Kontakt erfolgt von oben durch einen Pantographen der Ladestation. Der eCitaro für die VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG ist besonders flexibel: Neben Ladeschienen verfügt er über jeweils eine Ladesteckdose links und rechts über den vorderen Radläufen.

Anspruchsvolle Bedingungen: Innovationslinie der VBG Verkehrsbetriebe Glattal AG

Der eCitaro wird auf der Innovationslinie 759 der VBG fahren. Sie verkehrt zwischen der Gemeinde Wangen und dem Flughafen Zürich. Die Länge eines Umlaufs beträgt 27,4 Kilometer, 28 Haltestellen werden angefahren. Auf dieser Linie erprobt das Unternehmen innovative Technologien im regulären Linienbetrieb. Das Ziel: Sie soll die erste voll elektrifizierte Buslinie der VBG werden. Bisher sind hier sieben Dieselbusse im Einsatz. Sie legen im Jahr zusammen rund 635.000 Kilometer zurück und verbrauchen dabei etwa 235.000 Liter Diesel. Die Herausforderung für den eCitaro: Während des Betriebs werden die Batterien ausschliesslich innerhalb der kurzen Standzeit an der Endhaltestelle am Flughafen Zürich über die Ladeschienen aufgeladen. Hinzu kommt nachts eine Ladung per Stecker im Depot. Der Strom stammt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Der eCitaro für die VBG speichert seine Energie in Batterien mit einer Gesamtkapazität von 264 kWh.

Fahrer und Fahrgäste profitieren von hochwertiger Komfort- und Sicherheitsausstattung

Die drei Türen des Solobusses gewährleisten einen schnellen Fahrgastfluss an Haltestellen. Zur Entlastung des Fahrpersonals sind alle Türen mit einer Türautomatik ausgestattet. Ohnehin hat die VBG das Wohl der Fahrer im Auge, das zeigt die Ausstattung mit einem klimatisierten und beheizten Fahrersitz, elektromotorisch einstellbarer Lendenwirbelunterstützung sowie Kühlbox.

Fahrgäste nehmen auf der Bestuhlung City Star Eco aus eigener Fertigung Platz. Die grau-grünen Bezüge von Sitz- und Lehnfläche nehmen die Hausfarben der VBG auf. Eine Sondernutzungsfläche mit Rollstuhl- und Kinderwagenplatz sowie Klappsitzen gegenüber der Tür zwei, zwei TFT-Monitoren zur Fahrgastinformation und eine Ambientebeleuchtung über jeder Sitzreihe sind weitere Merkmale des eCitaro der VBG.

Die hochwertige Sicherheitsausstattung des eCitaro umfasst unter anderem den aktiven Brems­assistenten Preventive Brake Assist und den Abbiegeassistenten Sideguard Assist. Sicherheit besonderer Art bedeutet die Überwachung der drei Einstiege sowie des Innenraums mit Kameras.
VBG-Innovationslinie 759
Die Innovationslinie 759 der VBG bringt Innovationen ins Rollen. Sie ist eine Versuchsanlage, in der aktuelle Forschungsresultate rund um Fahrzeuge, Infrastruktur sowie Betrieb des öffentlichen Verkehrs im Alltag unter realen Bedingungen getestet werden können. Dadurch leistet sie einen Beitrag zur Frage, wie der öffentliche Verkehr der Zukunft aussehen mag.

– Mehr Informationen: www.vbg.ch/innovationslinie

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