Tram Bern – Ostermundigen: Verzicht auf Dienstgleis am Viktoriaplatz

Das Dienstgleis für Bernmobil beim Viktoriaplatz in Bern wird nicht realisiert. Das hat die für das Tram Bern – Ostermundigen (TBO) zuständige Behördendelegation entschieden. Der Verzicht auf das Dienstgleis wird möglich, weil mit dem abgeschlossenen Einbau eines Gleiswechslers beim Kursaal zumindest für planbare Unterbrüche im Stadtberner Tramnetz eine Alternative zur Verfügung steht. Der Verzicht entspricht dem Wunsch aus dem Quartier.

Die Projektierung des Trams Bern – Ostermundigen (TBO) sah beim Viktoriaplatz bisher ein sogenanntes Dienstgleis vor. Es hätte die heutige Tramlinie 9 (Wankdorf) und die künftige Tramlinie nach Ostermundigen verbunden und Bernmobil bei Betriebsstörungen Handlungsspielraum geschaffen, um den Trambetrieb weiterhin aufrechterhalten zu können.

Im Rahmen des Projekts «Dr nöi Breitsch» wurde im September 2021 beim Kursaal ein Gleichwechsler eingebaut. Dieser Gleiswechsler bietet bei planbaren Betriebsunterbrüchen mit dem punktuellen Einsatz von Zweirichtungstrams eine ähnliche betriebliche Flexibilität wie das Dienstgleis. So kann zum Beispiel ein Zweirichtungstram bei einer geplanten Sperrung der Innenstadt vor der Kornhausbrücke via Gleiswechsler auf das benachbarte Trassee wechseln und in der Gegenrichtung zurückzufahren. Bei nicht planbaren Unterbrüchen wie etwa bei Unfällen oder spontanen Ereignissen ist diese Flexibilität hingegen nur mit einem Dienstgleis, nicht aber mit einem Gleiswechsler sichergestellt. Dennoch hat die Behördendelegation für TBO in einer Gesamtbetrachtung nun entschieden, auf das Dienstgleis am Viktoriaplatz zu verzichten. Sie nimmt dabei Nachteile für den Trambetrieb bewusst in Kauf. Demgegenüber entspricht der Verzicht auf das Dienstgleis einem Wunsch der Quartierorganisation sowie der Interessenvertretungen von Velofahrenden und Zufussgehenden.

Das neue Tram steigert die Transportkapazitäten auf der heute überlasteten und durch Busse bedienten Linie. Zudem spart die Umstellung auf Trambetrieb jährlich rund 1’100 Tonnen CO2. Die Arbeiten sind auf Kurs. Derzeit befindet sich das Projekt in der Bewilligungsphase. Abhängig von deren Verlauf ist der früheste Baustart 2024 möglich.

Zur Behördendelegation gehören unter anderen Regierungsrat Christoph Neuhaus, Bau- und Verkehrsdirektor des Kantons Bern, und Gemeinderätin Marieke Kruit, Stadtberner Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün. Für die Realisierung der Tramlinie nach Ostermundigen ist die TBO AG verantwortlich. Sie wird getragen durch Bernmobil, die Stadt Bern und die Gemeinde Ostermundigen.

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