Einweihung der Einstellhalle für die historischen Wagen der DFB

In Realp UR ist am Freitag, 4. September 2020 die neue Wagenremise der Dampfbahn Furka-Bergstrecke (DFB) eingeweiht worden. Der 3-Millionen-Bau bietet den über 100 Jahre alten Personenwagen der Dampfbahn den lang ersehnten geschützten Unterstand. Hinter dem Projekt steht die Sektion Aargau des Vereins Furka-Bergstrecke.

Bei der Einweihung und Einsegung anwesend waren Baurechtgeber, Behördenvertreter, Sponsoren und Projektmitarbeiter. Urs Züllig, Leiter des Projektausschusses, begrüsste die Gäste und dankte allen, die den Bau des imposanten Unterstandes ermöglicht haben. Projektmitarbeiter informierten über den Werdegang des Projektes seit Planungsbeginn 2010 und gaben interessante Details zur Realisierung preis.

Höhepunkte des Anlasses waren die Einsegnung des imposanten Gebäudes durch Pater Marcell Camenzind und die Schüsselübergabe an den DFB-Geschäftsleiter Josef Hamburger. Ein Dampfzug führte die Gäste zur Station Furka-Bergstrecke, wo Bewirtung und weitere Hintergrundinformationen auf sie warteten.

Ein Projekt der Dampfbahn und der Aargauer Wagenbauer

Der Wunsch nach einer Wagenremise für die historischen Personenwagen entstand schon sehr früh. Die kurze Fahrsaison der Dampfbahn von gut drei Monaten verlangt einen Schutz der wertvollen und wegen ihrer Holzkonstruktion empfindlichen Wagen vor dem rauen Bergwetter während der langen betriebsfreien Zeit. Vielfach musste im Winter meterhoher Schnee von den Wagendächern geräumt werden.

Mitte 2016 wurde das Projekt der Remise am Betriebsstützpunkt der Bahn in Realp vom Bundesamt für Verkehr (BAV) genehmigt. Doch nun galt es, das Geplante in die Realität umzusetzen und vor allem die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Aus den Mitteln der Dampfbahn und der sie unterstützenden Organisationen Verein und Stiftung Furka-Bergstrecke war in Anbetracht der übrigen Aufgaben für den Betrieb und Unterhalt der Strecke an einen Bau nicht zu denken.

Von privatem Engagement getragen

Der Sektion Aargau des Vereins Furka-Bergstrecke als Betreiberin der Wagenwerkstatt und Besitzerin der Mehrzahl der historischen Wagen gelang es in einem besonderen Effort bis April 2018 80 Prozent der erforderlichen Geldmittel sicherzustellen und dem Verwaltungsrat damit die Projektfreigabe zu ermöglichen. Damit waren knapp zwei Drittel der Gesamtsumme des Projektes gedeckt, das dritte Drittel war durch Sachbeiträge, vorhandenes Material und Eigenleistungen gesichert.

Es war beeindruckend zu sehen, wie neben namhaften Beiträgen institutioneller Organisationen vor allem auch grosse und kleine Beiträge privater Spender und Bahnbegeisterter das Projekt ermöglicht haben. Die Furkafamilie bewies erneut, dass Einsatz und Zusammenhalt Berge versetzen können.

Nach ersten Arbeiten im Jahr 2018 wurde der massive Betonbau 2019 erstellt, so dass die Wagen im Winter 2019-2020 ein erstes Mal eingestellt werden konnten. In einem getrennten Teil der Remise finden auch wertvolle Baumaschinen und Schneeräumgeräte Platz, die bisher kostenpflichtig extern eingestellt werden mussten oder im Freien standen.

Nach der Schneeschmelze 2020 begannen die abschliessenden Arbeiten, die unter anderem der äusseren Gestaltung der Remise und ihrer Umgebung galten, so dass sich das grosse Bauwerk mit freundlicher Holzfassade, integrierter Photovoltaikanlage und begrüntem Dach optimal in die Umgebung einfügt.

Die Dampfbahn Furka-Bergstrecke bewahrt das historische Kulturgut der traditionellen Strecke des Glacier-Express, die bis zur Eröffnung des Furka-Basistunnels 1982 zwischen Oberwald VS und Realp UR vorbei am Rhonegletscher über die Bergstrecke führte. Sie spielt eine wesentliche Rolle für den Tourismus der Region.

Die Wagen der DFB werden in liebevoller Freiwilligenarbeit in der Wagenwerkstatt Aarau nach Originalplänen im Stil des frühen 20. Jahrhunderts revidiert und wiederaufgebaut. Sie bieten den Passagieren der Dampfbahn zusammen mit den imposanten Dampflokomotiven ein Reiseerlebnis wie zur Zeit der Belle Époque.


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Text-QuelleDFB
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