Neuer Berner Bahntunnel ist auf der Zielgeraden

Die SBB nimmt diesen Herbst nach über sechs Jahren Bauzeit die «Entflechtung Wylerfeld» in Betrieb. Bevor Züge durch den neuen Tunnel zwischen der Scheibenbrücke und der Haltestelle Bern Wankdorf fahren, stehen noch letzte Arbeiten an. Die neuen ökologisch aufgewerteten Flächen sind bereits am Gedeihen.

Am 12. September 2022 wird die «Entflechtung Wylerfeld» in Betrieb gehen. Bis dahin stehen auf der Baustelle zwischen der Scheibenbrücke und der Haltestelle Bern Wankdorf im Berner Wylerfeldquartier noch einige Bauschritte an, wie die SBB anlässlich einer Medienführung vor Ort aufgezeigt hat.

Letzte grosse Bauarbeiten

In der aktuellen Bauphase werden Schotter und Gleise im Tunnel und der östlichen Tunnelrampe bis zur Haltestelle Bern Wankdorf eingebaut sowie die Fahrleitungen installiert. Damit die Züge aus den verschiedenen Zulaufstrecken durch den Tunnel fahren können, müssen bis zur Inbetriebnahme zudem sämtliche Betriebsgleise in ihre definitive Lage verlegt werden. Danach wird die Abstellanlage im Süden wieder aufgebaut. Diese Abschlussarbeiten dauern nach der Inbetriebnahme des Tunnels am 12. September 2022 bis im Sommer 2023 an.

Neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere inmitten der Gleise

Über den beiden Tunnelportalen entstanden zwei ungenutzte Flächen. Da im urbanen Umfeld nutzbare Flächen für ökologische Massnahmen immer rarer werden, hat die SBB die beiden Flächen von insgesamt rund 3‘000 m2 Fläche im Wylerfeld ökologisch sinnvoll aufgewertet.

Neu gibt es zwischen den Gleisen Magerwiesen, Sandlinsen, Steingabionen und Holzelemente. Diese bestehen etwa aus Wurzelstöcken, Baumstämmen und Astmaterial. Insekten wie Wildbienen finden Unterschlupfmöglichkeiten und Baumaterial für ihre Nester, und Reptilien wie etwa Blindschleichen und Mauereidechsen finden Verstecke und Aufwärmplätze. Die Standorte sind sonnenexponiert und bieten so ein besonders schützenswertes Umfeld für seltene Pflanzen. Ein Teil der Elemente wurde aus lokalen Bauabfällen gebaut. Um eine Überwucherung zu verhindern, gibt es eine dem Standort angepasste regionale Saatmischung für magere Standorte.

Bessere Kreuzungsmöglichkeit für Züge

Der neue Tunnel unterhalb der bestehenden Gleise erlaubt das unabhängige Kreuzen von Zügen auf verschiedenen Ebenen. Somit verhindert er Kreuzungskonflikte auf den vielbefahrenen Bahnstrecken Olten – Bern, Biel – Bern und Thun – Bern wo rund 900 Züge täglich verkehren. Bisher überschnitten sich ihre Fahrwege teilweise und bereits eine geringe Verspätung eines Zuges wirkte sich auf die Fahrzeiten anderer Züge aus.

Das 872 Meter lange Bauwerk beginnt im Westen mit einer 290 Meter langen Rampe, geht in einen 300 Meter langen Tunnel über und endet im Osten mit einer 282 Meter langen Rampe. Der Tunnel unterquert vom Bahnhof Bern her zwischen dem Wylerfeld und der Haltestelle Bern Wankdorf (Südseite) drei Spuren und führt in die Strecke nach Thun.

So profitieren die Reisenden
Die Entflechtung Wylerfeld ist ein Schlüsselprojekt für mehr Stabilität im Fahrplan und eine Voraussetzung für weitere Ausbauten zur Kapazitätssteigerung.

Als erste Angebotsverbesserung kann die SBB nach der Inbetriebnahme der Entflechtung Wylerfeld die Direktverbindungen zwischen Interlaken und Zürich Flughafen wieder anbieten.

Die Entflechtung Bern Wylerfeld ist zudem ein zentrales Puzzleteil für den koordinierten, schrittweisen Ausbau der S-Bahn-Bern im Aaretal und des Fernverkehrs im Berner Oberland.

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Text-QuelleSBB CFF FFS
Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
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