Rekord-Velojahr bei der SBB – 2023 wird der Kauf des Velobilletts einfacher

Die Nachfrage nach Reisen mit dem Velo hat auch 2022 weiter zugenommen. Die SBB verzeichnete erneut ein Rekordjahr. Sie geht davon aus, dass dieser Trend anhält und schafft weitere Veloplätze – in Zügen und an Bahnhöfen. Ab der kommenden Saison wird es ausserdem einfacher, ein Velobillett zu kaufen.

Zum fünften Mal in Folge hat auch in diesem Jahr die Zahl der Reisenden mit Velos in Zügen zugenommen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 14 Prozent mehr Velo-Pässe verkauft. Bei den Reservationen betrug der Anstieg 3 Prozent, bei den Velo-Tageskarten 2 Prozent, wobei von Januar bis Oktober 404′ ‚920 Velo-Tageskarten verkauft wurden. Am Tag mit den meisten Veloreisenden – dem 29. Mai 2022 – wurden insgesamt 3172 Reservationen getätigt. Stabil war dagegen die Anzahl der Rückmeldungen von Kund:innen.

Zusätzliche Plätze an Wochenenden und Feiertagen

Die SBB hat an vielen Wochenenden und Feiertagen zusätzliche Veloplätze auf beliebten Strecken geschaffen, indem sie zielgerichtet den Rollmaterialeinsatz für die Velomitnahme angepasst hat und die Gepäckabteile für Velos öffnete. Zahlreiche SBB Mitarbeitende waren an diesen Tagen im Einsatz, um die Veloreisenden beim Selbstverlad zu unterstützen. An einzelnen Tagen kam es zu sehr grossem Veloandrang im ÖV. Dies besonders auch, weil an beliebten Velotagen jeweils auch viele andere Freizeitreisende unterwegs sind. Insgesamt haben sich die Reisenden jedoch besser auf den ganzen Sommer verteilt als in den Vorjahren, es gab weniger ausgeprägte Peaks. Dies lag sicher auch daran, dass das Wetter von Ende Mai bis Ende August fast durchgehend zum Velofahren einlud.

Weiterer Ausbau des Angebots – im Zug und an Bahnhöfen

Die SBB rechnet mit einer weiterhin steigenden Nachfrage für Zugreisen mit dem Velo. Deshalb entwickelt sie im Dialog mit den Verbänden und der Branche das Angebot schrittweise weiter. Insgesamt wird sie dank Anpassungen an ihren Zügen in den nächsten Jahren SBB rund 500 zusätzliche Veloplätze schaffen:

  • Sie ist seit Herbst 2022 daran, in den einstöckigen Intercity-Steuerwagen (IC Bt) im Rahmen eines Modernisierungsprojekts zusätzliche Veloplätze zu schaffen. Bis Ende 2026 sollen dank des Umbaus dieser bestehenden Flotte 300 zusätzliche Veloplätze geschaffen werden.
  • Für weitere Veloplätze wird die SBB im Rahmen eines Umbauprojekts der Eurocity-Wagen-Flotte sorgen. Mit dieser Flotte kann das Angebot für die Velomitnahme u.a. im Nachtzugsverkehr ausgebaut werden. Die bestehende Flotte von 15 Eurocity-Velowagen wird um 15 weitere Fahrzeuge mit jeweils 7 zusätzlichen Veloplätzen ergänzt, sodass in diesen künftig total 9 Veloplätze pro Wagen zur Verfügung stehen. Der genaue Umsetzungszeitpunkt für den Einbau der zusätzlichen Veloplätze ist aktuell in Planung.
  • Bei 16 IC2000-Wagen sollen bis Herbst 2025 Multifunktionszonen mit fünf weiteren Veloplätzen und Stauraum für Gepäck und Kinderwagen eingebaut werden. Damit erhöht die SBB die Anzahl Wagen mit Multifunktionszonen bei dieser Flotte von 40 auf 56 und es kommen weitere zusätzliche 80 Veloplätze hinzu. Diese Wagen werden nach der Modifikation vor allem auf den besonders nachgefragten Linien ins Wallis und nach Graubünden eingesetzt.

Auch an den Bahnhöfen macht sich der Veloboom bemerkbar. Deshalb wurden im Jahr 2022 insgesamt 900 neue Veloparkplätze geschaffen und 1100 Plätze saniert – unter anderem in Frauenfeld, Biel, Fribourg, Lugano und Mendrisio.

Weiterentwicklungen beim Velobillett und beim Reservationssystem

Ab Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 wird der Gültigkeitsbereich für Velobillette (z.B. Velo-Pass, Velo-Tageskarte) ausgeweitet und jenem des GA angeglichen. Ausserdem wird der Kaufprozess eines Velobilletts auf den Start der Velosaison vereinfacht: Bisher mussten Reisende selber zwischen einer Velo-Tageskarte oder einem Halbpreis-Streckenbillett für das Velo entscheiden. Künftig gibt ihnen das Verkaufssystem automatisch das günstigste Billett aus, wenn sie beim Kauf angeben, dass sie mit dem Velo unterwegs sind. Zudem werden nur Verbindungen angezeigt, auf denen der Veloselbstverlad möglich ist. Das Velobillett und das Billett für die Reisenden selbst können auf SBB Mobile neu in einem Buchungsschritt ausgewählt und bezahlt werden.

Das Veloreservationssystem weist hingegen noch Mängel auf. Viele Kund:innen wünschen sich etwa, dass reservierte Plätze annulliert werden, die Reservation des Veloplatzes und der Kauf des Billettes in einem Schritt erfolgen, oder die verfügbaren Plätze angezeigt werden können. Künftig soll es auch möglich sein, bei der Reservation auszuwählen, ob der Veloplatz in der 1. oder 2. Klasse liegen soll, bzw. der gewünschte Platz gezielt ausgewählt werden können. Die SBB versteht diese Anliegen und nimmt sie ernst. Sie arbeitet an deren Umsetzung, und ein Teil der gewünschten Verbesserungen soll auf die übernächste Velosaison, daher Frühjahr 2024, erfolgen. Weitere Verbesserungen sind in einem späteren Entwicklungsschritt geplant.

Der Velogipfel
Die SBB entwickelt im Dialog mit den Veloverbänden und Branchenvertretern das Angebot schrittweise weiter. Am 15. November 2022 hat zum vierten Mal der Velogipfel stattgefunden. Es handelt sich dabei um ein Spitzentreffen der wichtigsten Velo- und Konsumentenorganisationen wie Pro Velo, VCS, Schweiz Mobil, IMBA Schweiz und Cycla sowie der SBB.

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  1. Die Kombination aus Velo und ÖV ist energieeffizient, klimaschonend, schnell und gesund, d.h. in jedem Fall förderungswürdig. Was allerdings von den VelofahrerInnen noch mehr genutzt werden sollte sind, moderne, platzsparende Faltvelos. Damit könnte das beschränkt Angebot an Veloplätzen in den Zügen noch besser genutzt werden.Aber leider leiden selbst moderne, hochwertige Faltvelos immer noch unter dem schlechten Ruf der klapprigen, billigen Klappvelos, die in den 1970ern den VelofahreInnen zugemutet wurden. Mir ist immer noch die Bilder aus London vor Augen, wie sich dort Massen von PendlerInnen aus den Zügen ergiessen, ihre Bromtons entfalten und damit in die City enthuschen.

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