Zeugen der Stadtzürcher Eisenbahngeschichte neu im Inventar

Der Stadtrat von Zürich ergänzt das Inventar der Denkmalpflege um 30 Anlagen und Bauten der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) von kommunaler Bedeutung. Zusammen mit 23 Anlagen und Bauten von überkommunaler Bedeutung stehen sie für die Geschichte der Wechselwirkungen zwischen Stadtentwicklung und Verkehrsgeschichte in Zürich.

In enger Zusammenarbeit haben die Denkmalpflegefachstellen von Stadt und Kanton Zürich alle Anlagen und Bauten der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und ihrer Vorgängergesellschaften auf Stadtgebiet erfasst und bezüglich ihrer potenziellen Schutzwürdigkeit untersucht. Der Stadtrat hat beschlossen, das Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung um 30 Objekte zu ergänzen (STRB Nr. 580/2020). Der Kanton Zürich hat das Inventar der SBB-Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung bereits Anfang 2020 festgesetzt. Es umfasst 23 Anlagen und Bauten.

Den Anstoss für die gemeinsame Inventarergänzung von Stadt und Kanton Zürich gaben die städtebaulichen Entwicklungen der letzten Jahre, so etwa auf den Arealen Neugasse und Hauptwerkstätten. Die Aufarbeitung der denkmalpflegerischen Grundlagen soll die wichtigsten Zeitzeugen bewahren und gleichzeitig mehr Planungs- und Rechtssicherheit bieten. Ein Grossteil der Bauten und Anlagen befinden sich im Eigentum der Schweizerischen Bundesbahnen SBB sowie der Stadt Zürich.

Zürich und die Eisenbahn

Zürichs Eisenbahngeschichte begann 1847 mit der Inbetriebnahme der «Spanisch-Brötli-Bahn» zunächst zaghaft. Bereits 30 Jahre später war Zürich aus allen Himmelsrichtungen erreichbar. Denn mit der rasanten Stadtentwicklung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auch die Bahninfrastruktur ausgebaut. Heute ist Zürich einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Schweiz. Die Zeugen dieser Geschichte sind vielfältig: Stadtbahnhöfe erzählen vom stetigen Ankommen und Abreisen, Unterhaltsanlagen von der Entwicklung des Rollmaterials und früheren Arbeitsbedingungen, Industriegleise erinnern an die Zusammenhänge von Warenproduktion und -transport. Bahntechnische Infrastrukturen wie Bahndämme, Brücken, Viadukte und Unterführungen strukturieren nicht nur das Siedlungsgefüge, sondern sind häufig auch technik- und ingenieurshistorische Pionierleistungen.

Gesetzlicher Auftrag der Denkmalpflege

Die Denkmalpflegen von Stadt und Kanton Zürich erstellen aufgrund ihres gesetzlichen Auftrags, der im Planungs- und Baugesetz formuliert ist, Inventare über schützenswerte Bauten. Das erste und umfangreiche Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte von kommunaler Bedeutung beschloss der Stadtrat 1986. Die letzte Inventarergänzung erfolgte 2019 mit der Ergänzung um 18 Gebäude.

Ausführliche Informationen im Internet
Umfassende Informationen zur Inventarergänzung der SBB Objekte von kommunaler Bedeutung bietet eine ausführliche Online-Publikation. Die Inventarblätter der Objekte von überkommunaler Bedeutung sind auf der Webseite der kantonalen Denkmalpflege abrufbar.
Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
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