Dampflok 23 058 nach erfolgreicher Lastprobefahrt für Einsätze bereit

Die Reparatur des Triebwerksschadens, den die Dampflok 23 058 Ende 2017 erlitten hatte, zog sich leider bis Anfang 2020 hin. Die Gründe hierfür waren unter anderem, das warten auf neugefertigte Teile (z.B. die neue Kolbenstange) durch externe Zulieferfirmen.

Des Weiteren kamen unvorhergesehene aber nötige umfangreiche Arbeiten im Bereich der Steuerung hinzu. Am Anfang des Jahres 2020 konnten dann erste Probefahrten angesetzt werden. Zunächst waren es Leerfahrten und als Abschluss sollte eine Lastprobefahrt nach Vorgabe des Sachverständigen erfolgen. Leider zeigte sich bei der Leerfahrt nach Crailsheim am 29. Februar 2020, dass sich der rechte Kreuzkopfbolzen in der Laufbüchse der Treibstange festgefressen hatte. Daraufhin verblieb die Lok geraume Zeit in Crailsheim. Die Treibstange musste nochmals zur Bearbeitung in die Eisenbahnwerkstätten Krefeld (EWK) gebracht werden. Vor Ostern 2020 sollte eine erneute Probefahrt mit überarbeitetem Kreuzkopfbolzen stattfinden, leider endete auch diese Fahrt mit selbigem Defekt. Nach erneuter Überarbeitung der Bohrungen von Kreuzkopf und Treibstange Anfangs Juni, war dann die Leer-Rückfahrt erfolgreich. Die Geschwindigkeit konnte auf dieser Fahrt in mehreren Schritten bis hin zur Höchstgeschwindigkeit gesteigert werden. Ohne Mängel am Fahrwerk erreichte die Lok den Standort Heilbronn. Leider konnte im Zuge dessen die geforderte Lastprobefahrt nicht durchgeführt werden, weil eine entsprechende Anhängelast fehlte. Zudem trat ein weiter Mangel bei dieser Fahrt auf, die Heissdampftemperatur stieg nicht mehr auf die üblichen Temperaturen an. Als Ursache konnte im Zuge einer Untersuchung festgestellt werden, dass sich Spannungsrisse in den Kammern des Dampfsammelkastens gebildet hatten. Somit waren Nass- und Heissdampf nicht mehr vollumfänglich voneinander getrennt. 

Da bedingt durch die Corona-Pandemie keine Fahrtaufträge vorlagen, wurde beschlossen, die erst Ende Oktober nötige Kesselfristverlängerung vorzuziehen und dabei umfangreiche Reparaturschweissungen am Dampfsammelkasten sowie der Wechsel eines undichten Heizrohres, durch die Eisenbahnwerkstätten Gera ausführen zu lassen. Der TÜV Südwest Sachverständige, konnte dem Kessel einen guten Zustand bescheinigen. Deshalb ist ein Weiterbetrieb um ein Jahr nun möglich.

Zu den zahlreichen Instandhaltungsarbeiten, war es zudem nötig, die Eurovapor Gruppe 23 058 Deutschland personell neu aufzustellen. Verbunden hiermit war auch ein Wechsel des betreuenden Eisenbahnverkehrsunternehmens. In Zukunft wird die 23 058 in Deutschland durch die GfE Gesellschaft für Eisenbahnbetrieb mbH aus Crailsheim eingesetzt. Ferner war für den Betrieb in Deutschland eine vollumfängliche Instandhaltungsrichtline zu erarbeiten, welche abschliessend von einem Fachgremium Auditiert und anerkannt wurde. Alles im allen waren dies äusserst zeitaufwendige und aufreibende Punkte, welche aber mittlerweile  gut gelöst sind. Die Gruppe 23 058 Deutschland der Eurovapor ist nun in allen Punkten sehr gut und zukunftsorientiert aufgestellt. 

Nach der bestandenen Lastprobefahrt am 31. Oktober 2020, von Heilbronn nach Welzheim, ist der 2017 erlittene Fahrwerksschaden vollumfänglich behoben und die Lok steht nun für uneingeschränkte Fahreinsätze zur Verfügung. Seitens der Eurovapor Gruppe 23 058 Deutschland sind keine eigen veranstalteten Sonderfahrten vorgesehen. Die 23iger soll hauptsächlich für Mieteinsätzen, mit eigenem Personal, für diverse Sonderzugveranstalter und Vereine zum Einsatz kommen. Fahrten in Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen entsprechend der europäischen Vereinsziele des Vereins Eurovapor hinzu. Weitere Informationen zur Lok und deren Einsätzen sowie anderen Projekten der Gruppe 23 058 Deutschland werden auf der Internetseite der Eurovapor veröffentlicht. 

Die Instandsetzung und Wiederinbetriebnahme der 23 058 hat mittlerweile erhebliche Summen verschlungen. Dieser finanzielle Kraftakt war nur mit grosser Unterstützung von Spendern, Sponsoren und Stiftern möglich. Hervorzuheben gilt, die Schweizer Genossenschaft der Dampflokfreunde (GdF), ohne deren Unterstützung wäre ein Beginn der Instandsetzung nicht möglich gewesen. Auch den beteiligten Werkstätten und Sachverständigen soll noch einmal gebührend für die fachgerechte Ausführung der beauftragten Arbeiten Dank gesagt werden. 

Die Eurovapor freut sich allerdings auch weiter über weitere Unterstützung in jeglicher Form von Spenden, Stiftungen und Neumitgliedschaften egal ob aktiv oder passiv. Infos dazu finden sich auf der Vereinsseite!


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