Stadler manifestiert Marktführerschaft bei alternativen Antriebstechnologien: DB Regio bestellt erneut Batteriezüge

Elektro statt Diesel: DB Regio bestellt bei Stadler erneut Triebzüge vom Typ FLIRT Akku. 14 Triebzüge sollen im Nordosten Deutschlands in den Einsatz kommen. Mit der Bestellung über Batterie-Züge baut Stadler seine Marktführerschaft im Bereich der alternativen Antriebstechnologien in Deutschland mit dem bereits dritten Liefervertrag klar aus. Mindestens 113 Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien liefert Stadler in den kommenden fünf Jahren aus. Die zweiteiligen Fahrzeuge für Mecklenburg-Vorpommern sollen ab Dezember 2026 in den Fahrgasteinsatz gehen.

Die Deutsche Bahn wird mit den innovativen Batterie-Fahrzeugen von Stadler ab Ende 2026 die bisher mit Diesel betriebenen Strecken im sogenannten H-Netz Warnow in Mecklenburg-Vorpommern betreiben. Das «H-Netz» steht für «Einsatz elektrischer Batterie-Hybridfahrzeuge». Damit werden die Strecken lokal emissionsfrei befahren – ohne im gesamten Netz Fahrleitungen bauen zu müssen.

Die zweiteiligen Fahrzeuge des Typs FLIRT Akku werden über eine verkehrsvertragliche Laufzeit von 13 Jahren eingesetzt und sind auf den Bedarf des Netzes, das sich zum Teil entlang der Ostseeküste erstreckt, zugeschnitten. Das H-Netz Warnow hat einen Leistungsumfang von 1,5 Mio. Zugkilometern pro Jahr und umfasst die Strecken der RB11 zwischen Wismar – Rostock – Tessin sowie der RB12 zwischen Bad Doberan – Rostock – Graal-Müritz.

Die FLIRT Akku bieten insgesamt 99 Sitzplätze. Zwei geräumige und barrierefrei erreichbare Mehrzweckbereiche sind für die Mitnahme von Rollstühlen, Kinderwagen sowie Fahrrädern vorgesehen. Die klimatisierten und stufenlos begehbaren Fahrzeuge verfügen zudem über eine rollstuhlgerechte Toilette. Die flächendeckende Ausstattung mit WLAN, Steckdosen sowie einer Videoüberwachung der Fahrgastbereiche und einem modernen Fahrgastinformationssystem sorgen für einen zeitgemässen Fahrkomfort.

«Mit dem erneuten Auftrag der Deutschen Bahn über Batterie-Fahrzeuge bauen wir unsere Marktführerschaft im Bereich der alternativen Antriebe weiter klar aus. Stadler hat seit 2019 113 Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien in Deutschland verkauft. Es macht uns stolz, mit dem FLIRT Akku nicht nur unseren ökologischen und innovativen Beitrag zur Verkehrswende zu leisten, sondern auch eine klare wirtschaftliche Verbesserung zu ermöglichen. Betrachtet man die durchschnittliche Lebensdauer eines Schienenfahrzeugs von rund 30 Jahren, sind Batterie-Fahrzeuge günstiger als mit Diesel betriebene Züge»

, sagt Jure Mikolčić, CEO von Stadler in Deutschland.

Carsten Moll, Vorsitzender DB Regio Nordost:

«Mit den Batterie-elektrischen Triebwagen, die die Dieselfahrzeuge ablösen werden, gehen wir mit dem Land einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität. Wir sind stolz, als DB Regio das erste umweltfreundliche Netz dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern in Betrieb zu nehmen.»

FLIRT Akku: Der Weltrekord-Zug

Der FLIRT Akku ist die batteriebetriebene Ausführung der FLIRT-Typenreihe von Stadler. Ausgelegt für nicht- oder nur teilelektrifizierte Strecken ist das Fahrzeug vielseitig einsetzbar. Die betriebliche Reichweite des Fahrzeugs liegt bei rund 100 km. Damit können 80 Prozent der nicht-elektrifizierten Strecken Deutschlands mit dem Regionalzug im Batteriebetrieb befahren werden. Mit 224 gefahrenen Kilometern im reinen Batteriebetrieb hält der FLIRT Akku den Weltrekord für die längste Fahrt eines Regionalzugs im reinen Batteriemodus ohne zusätzliche Ladung.

Der FLIRT Akku ist ein einstöckiger, flexibel individualisierbarer Regionalzug. Sein Fahrzeugkonzept beruht in grossen Teilen auf den schon zugelassenen und erprobten elektrischen Triebzügen FLIRT für reinen Betrieb unter Fahrleitung. Die Traktionsausrüstung sowie die wesentlichen mechanischen Komponenten werden zum grossen Teil beibehalten. Allen FLIRT gemein ist die Leichtbauweise in Aluminium. Wartungsfreundliche Konstruktionen und tausendfach bewährte Komponenten helfen, die Betriebs-, Energie- und Unterhaltskosten tief zu halten. In der batteriebetriebenen Variante sind zwei- bis vierteilige Zugkompositionen realisierbar. Dabei lässt sich der FLIRT Akku ebenso wie der FLIRT hinsichtlich der Sitzplatzzahl, des Personenflusses oder der Innenraumgestaltung sehr flexibel auf die individuellen Kundenbedürfnisse ausgestalten.

Der FLIRT von Stadler ist ein einstöckiger Triebzug für den Nah- und Fernverkehr. Bis heute hat Stadler seinen Bestseller über 2000 Mal in 20 Ländern verkauft. Neben rein elektrischen, Diesel- oder gemischten Antrieb bietet Stadler den FLIRT auch mit alternativen Antrieben wie Batterie und Wasserstoff an. So entwickelt Stadler für die amerikanische San Bernardino County Transportation Authority (SBCTA) den ersten FLIRT mit Wasserstoff-Antrieb.

Medienmitteilung des Landes Mecklenburg-Vorpommern:
Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat der DB Regio den Zuschlag für die Erbringung der Verkehrsleistungen im Teilnetz Warnow erteilt. Damit werden die Linien 1, 2 und 3 der Rostocker S-Bahn ab Dezember 2024 und die Regionalbahnlinien 11 und 12 ab Dezember 2026 weiter von der DB Regio betrieben. «Das wird eine Premiere – erstmals im gesamten Land werden batterieelektrische Fahrzeuge eingesetzt. Die Regionalbahnen 11 und 12 können dann sowohl über Oberleitung als auch per Batterie mit Energie versorgt werden. Das ersetzt auf diesen Strecken das Dieselnetz. Ein wichtiger Schritt zu einer klimafreundlichen Mobilität im ganzen Land», sagte der Minister für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Reinhard Meyer.

S-Bahn-Taktung wird erhöht

Für den Betriebsstart im Dezember 2026 auf der RB 11 und 12 wurden durch die DB Regio batterieelektrische Neufahrzeuge (BEMU) vom Typ «FLIRT Akku» bestellt, die mit je 99 Sitzplätzen und zwölf Fahrradstellplätzen ausgestattet sein werden. Die klimatisierten und stufenlos begehbaren Fahrzeuge bieten Steckdosen, WLAN und ein modernes Fahrgastinformationssystem. Im bereits elektrifizierten S-Bahn-Betrieb Rostock ist vorgesehen, die aktuell eingesetzten Fahrzeuge vom Typ «Talent 2» zu erneuern. Die Züge werden insgesamt einer umfangreichen Modernisierung und einem Redesign unterzogen. In den Fahrzeugen sollen zum Betriebsstart im Dezember 2024 279 Sitzplätze und 42 Fahrradstellplätze zur Verfügung stehen sowie ein per kostenlosem WLAN zugängliches Info- und Entertainment-Portal. Zudem werden die S-Bahnen in Rostock in einer höheren Taktdichte fahren. Die S 1 verkehrt dann in einem Grundtakt von 10-Minuten, in der morgendlichen Hauptverkehrszeit weiterhin in einem 7,5-Minuten-Takt. Die Fahrten der S 2 und S 3 werden über die Linie S 1 bis Warnemünde durchgebunden und fahren in einem Stundentakt, am Wochenende zweistündlich. «Der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel gelingt nur, wenn wir attraktive Angebote schaffen. Mit einem verstärkten Angebot wird es für die Fahrgäste einfacher, das Auto stehen zu lassen. Hieran wollen wir weiter arbeiten», sagte Meyer.

Carsten Moll, Vorsitzender DB Regio Nordost: «Der Zuschlag für das Netz Warnow II ist eine wunderbare Nachricht für DB Regio und unsere Kolleginnen und Kollegen in der Region. Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Angebot überzeugen konnten und die Erfolgsgeschichte der S-Bahn Rostock weiterschreiben können. Und mit den batterieelektrischen Triebwagen für die bisherigen Diesellinien geht das Land einen wichtigen Schritt in Richtung Klimaneutralität.»

Informationen zu den Streckenverläufen

Das S-Bahn-Netz umfasst die S-Bahn-Linien S 1 (Rostock – Warnemünde), S 2 (Rostock – Schwaan – Güstrow) sowie die S 3 (Rostock – Laage – Güstrow).
Die Regionalbahnlinien verkehren auf den Strecken Wismar – Bad Doberan – Rostock – Tessin (Linie 11) und Bad Doberan – Rostock – Graal Müritz (Linie 12).

Informationen zur Vergabe

Die Vergabe ist das Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung. Den Verkehrsvertrag wird die landeseigene Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH für das Land schliessen mit einer Laufzeit bis Dezember 2039. Dieser umfasst ein Volumen von jährlich 3,4 Millionen Zug-Kilometern. Die jährlichen Kosten betragen rund 30 Millionen Euro.

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