BLT-Geschäftsjahr 2022 − «Sii hai alles gee» [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 23. Mai 2023 veröffentlicht.

Meinung

Eigene Meinung zum Thema?

Die BLT schloss das Berichtsjahr mit einem Jahresergebnis von CHF – 0,6 Millionen ab, CHF 0,8 Millionen besser als 2021. Die Auswirkungen der Coronapandemie waren nach wie vor spürbar. 44,5 Millionen Fahrgäste waren im Jahr 2022 auf dem Liniennetz der BLT unterwegs, 6,1 Millionen (+16%) mehr als im Vorjahr. Gegenüber 2019 lag die Nachfrage um 10,6 Millionen Fahrgäste (-19%) darunter. Die BLT eröffnete im Dezember 2022 mit der neuen Waldenburgerbahn die modernste Meterspurbahn Europas.

Ende März 2022 hob der Bund die verordneten Coronaschutzmassnahmen auf. Die Nachwirkungen der Pandemie und das veränderte Mobilitätsverhalten widerspiegeln sich in den moderat steigenden Fahrgastzahlen. Auch wenn diese im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Millionen Fahrgäste zunahmen, fehlten gegenüber 2019 immer noch 10,6 Millionen Fahrgäste. Das Jahresergebnis von CHF -0,6 Millionen fiel um CHF 0,8 Millionen besser aus als im Vorjahr. Die Ziele bei den Verkehrseinnahmen wurden jedoch nicht erreicht. Der Jahresverlust der Sparten Regionaler Personen- und Ortsverkehr von CHF -0,69 Millionen und Infrastruktur von CHF -0,75 Millionen konnte durch das positive Ergebnis der Sparte Marktwirtschaftlicher Bereich von CHF 0,8 Millionen nicht vollständig kompensiert werden.

Fahrgastzahlen mit steigender Tendenz

44,5 Millionen Fahrgäste waren im Jahr 2022 in den Fahrzeugen der BLT unterwegs, und sie legten insgesamt 154,7 Millionen Personenkilometer zurück. Eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 6,1 Millionen Fahrgästen und 21,9 Millionen Personenkilometern. Verglichen mit dem Jahr 2019 fehlten immer noch 10,6 Millionen Fahrgäste und 32,6 Millionen Personenkilometer. Der Aufwärtstrend auf den Buslinien verlief stärker als auf den Tramlinien. Der starke Fahrgastrückgang auf den Tramlinien im Innerstadtbereich hielt weiterhin an. Für längere Distanzen wurde das Tram weiterhin gut benutzt.

Inbetriebnahme neue Waldenburgerbahn

tramlink-doppeltraktion Be 68 102 WB_BLT_16 9 22
Tramlink-Doppeltraktion – Be 6/8 102 führend – der Waldenburgerbahn (WB) bei einer Testfahrt am 16. September 2022. / Quelle BLT

Das Jahr 2022 stand ganz im Zeichen der Erneuerung und Eröffnung der Waldenburgerbahn (WB). Die Komplexität und der ambitionierte Terminplan forderten von allen Beteiligten Höchstleistungen. Die Mitarbeitenden und die Fachspezialisten gaben alles, damit die Waldenburgerbahn pünktlich zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2022 in Betrieb gehen konnte. Das Lied des Florian-Schneider-Trios «SII HÄI ALLES GEE» wurde ihnen als Hommage gewidmet. Mit Hartnäckigkeit, Ausdauer, Teamgeist und Fachkompetenz brachten sie das anspruchsvolle Projekt zum erfolgreichen Abschluss.

Herausfordernde Startphase

Während der ersten Wochen der Inbetriebnahme kämpfte die BLT mit der Betriebs- und Fahrplanstabilität, verursacht durch tiefe Temperaturen, technische Störungen und Softwarefehler. Die BLT und Stadler Rail arbeiteten intensiv und partnerschaftlich zusammen, um die Störungen zu evaluieren und mit gezielten Massnahmen rasch zu beheben. Mittlerweile läuft der Betrieb stabil.

Energieeffizient und ressourcenschonend

Mit der Erneuerung der WB erhöhte die BLT zugleich ihre Energieeffizienz und die Produktion von erneuerbaren Energien. Die neuen Fahrzeuge bringen im Vergleich zu den alten jährliche Energieeinsparungen von 750 MWh. Mit der Rekuperation der Bremsenergie wird ein Viertel des jährlichen Energiebedarfs eingespart. Die Photovoltaikanlage auf den Dächern des Bahnhofs und der Technikkabinen versorgen die Gebäude mit bis zu 70 Prozent des jährlichen Strombedarfs. Bis ins Jahr 2035 wird die BLT die dieselbetriebenen Busse durch Elektro-Normbusse ersetzt haben. Damit können 7 GWh pro Jahr an Energie und 90 Prozent der Treibhausgasemissionen eingespart werden.

49. ordentliche GV: Verabschiedung VR- und Geschäftsleitungsmitglieder

Verwaltungsrat Lorenz Altenbach reichte als amtsältestes Mitglied seine Demission ein und wurde an der GV aus dem Verwaltungsrat verabschiedet. Im Jahr 2004 trat er als Vertreter des Kantons Solothurn in den BLT Verwaltungsrat ein. 19 Jahre lang prägte er die strategische Entwicklung der BLT vom liniengebundenen Transportunternehmen zur integrierten Mobilitätsanbieterin aktiv mit.

In der BLT geht eine Ära zu Ende. Mit Andreas Büttiker und Fredi Schödler verlässt ein eingespieltes Team die BLT, das jahrzehntelang die BLT operativ führte und nachhaltig prägte.

Fredi Schödler, stv. Direktor, leitete 21 Jahre lang den operativen Bereich Betrieb und Technik, erneuerte kontinuierlich das Rollmaterial und die Infrastruktur und trieb die Digitalisierung und technische Innovationen voran. Mit der Eröffnung und Inbetriebnahme der Waldenburgerbahn im Dezember 2022 brachte er als verantwortlicher Projektleiter das Grossprojekt erfolgreich zum Abschluss. Nun tritt er auf dem Höhepunkt seiner Karriere ab und geht in den wohlverdienten Ruhestand.

Mit dem Austritt von Andreas Büttiker findet der Stabswechsel in der operativen Geschäftsführung der BLT statt. Frédéric Monard tritt seine Nachfolge als neuer Direktor am 1. Juni 2023 an. Andreas Büttiker stand während 27 Jahren als Direktor an der Spitze des Unternehmens. Mit persönlichem Enthusiasmus, ausgesprochener Kundenorientierung, unternehmerischer Weitsicht und hohem Kostenbewusstsein hat er die BLT zu einem dynamischen, innovativen und finanziell soliden öV-Unternehmen weiterentwickelt, das für die Zukunft bestens gerüstet ist.

Bar Lounge Tram
Das BLT-Tram Be 4/8 220 wurde zum Bar Lounge Tram umgebaut, es steht ab September 2023 für Partys oder Firmenevent von bis zu 50 Personen zur Verfügung. Ein erstes Foto des goldfarbenen Fahrzeuges gibt es in diesem Beitrag zu sehen.

Links

Text-QuelleBLT
Mit Inhalten vonSandro Hartmeier
Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
Aus der Bahnonline.ch-Redaktion. Zugesandte Artikel und Medienmitteilungen, welche von der Redaktion geprüft und/oder redigiert wurden.

respond

Kommentare

Kommentar schreiben:

In Verbindung bleiben

Folgen Sie uns auf Social-Media.

Ähnliche Artikel