Bahnhof Mattenhof: Neuer Anschluss für das städtische Kriens

Die Entwicklung des Krienser Stadtteiles Mattenhof erreicht einen weiteren Meilenstein: Ende Oktober 2020 werden die Bauarbeiten für den Bahnhof Mattenhof abgeschlossen. Die letzten Arbeiten an der Umgebung laufen zwar noch – Reisende sowie Pendlerinnen und Pendler haben aber bereits heute deutlich verbesserte Bedingungen.

Am Bahnhof Mattenhof wird durch den Abschluss verschiedener Bauprojekte in absehbarer Zeit mit deutlich mehr Passagieren gerechnet. Kriens bekommt damit neben der Linie 1/5 auf der Luzernerstrasse ab Bahnhof Mattenhof eine zweite wichtige ÖV-Verbindung nach Luzern. In den letzten Wochen wurden dafür die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen. Zentralbahn, Bund, Kanton und Stadt Kriens investierten zusammen 20 Millionen Franken für den Bau der neuen Drehscheibe des öffentlichen Verkehrs.

Bahnhof zwischen Stadt und Allmend

Kernelement dieser Planung ist der Ausbau der «Haltestelle Mattenhof», die aus Krienser Sicht längst die Funktion des «Bahnhofs» hat. Der Bahnhof «Kriens Mattenhof» ist räumlich Teil des neu entstehenden Mattenhof-Quartiers. Wer durch das städtisch geprägte und verdichtete Quartier unterwegs ist, steht plötzlich vor dem Bahnhof. So sehr der Bahnhof damit «mitten im Quartier» steht, so sehr steht er im Grünen. Denn auf der anderen Seite des Bahnhofs blicken Fahrgäste auf die Allmend und in die Familiengartenanlagen.

Perrondächer bieten Schutz

Die umfassenden Bauarbeiten der letzten Jahre sollen den S-Bahn-Betrieb noch mehr in den Alltag der Bevölkerung in diesem Quartier bringen. So wurden die neuen Bahnperrons deutlich verlängert auf 190 Meter, was auch für neue Zugskompositionen reicht. Auf den Perrons stehen Wartebereiche, Sitzbänke und eine öffentliche WC-Anlage zur Verfügung. Dazu wurden der gesamte Perronbereich überdacht. Die Dächer setzen architektonisch und gestalterisch einen Akzent und bilden damit quasi die Visitenkarte von Kriens – mit geschwungener, holzverkleideter Untersicht statt der nüchternen Metallträger-Konstruktion der Standard-Ausführung.

Zusätzliche Unterführung

Der neue Bahnhof bildet mit dem entstandenden Bahnhofplatz organisatorisch eine Einheit. Er nimmt damit als Begegnungsort auch eine wichtige Funktion ein bei der Bildung einer Quartieridentität: Der Bahnhof ist der erste Eindruck für Ankommende und der letzte Eindruck für Abreisende. In der Mitte der jetzt 190 Meter langen Perrons verbindet eine neue Personenunterführung die beiden Perrons. Dank Treppe, Rampe und Lift können Fahrgäste nun auch mit Kinderwagen, Rollstuhl oder schwererem Gepäck von einem Perron aufs andere wechseln. Der neue Bahnhof ist komplett barrierefrei gebaut. Das betrifft auch die Perrons, bei denen der Zugang zu den S-Bahn-Wagen ohne Treppenstufen ermöglicht wird.

Gelöst wurde auch die Frage der Veloabstellplätze. Insgesamt wurden auf beiden Seiten der Perrons über 700 Abstellplätze für Velos erstellt – über die Hälfte gedeckt. Diese können kostenlos genutzt werden.

Verknüpfung mit Bussen

Am neuen Busbahnhof werden S-Bahn und Busse noch enger verknüpft. Die Buslinien 14 und 16 werden deshalb direkt zum Bahnhof Mattenhof geführt. Der Bahnhofplatz wurde durch die Verbreiterung der Ringstrassen-Überdachung bereits vergrössert. Entstehen wird hier ein attraktiver Bahnhofplatz im Zusammenspiel mit den angrenzenden Bebauungen. Zwei Haltekanten für Busse erleichtern den Passagieren den Umstieg zu den Zentralbahn-Perrons.

Stadtentwicklung Mattenhof

Bahnhöfe sind auf der ganzen Welt Zeitzeugen. Sie dokumentieren die Geschichte der Wechselwirkungen zwischen Stadtentwicklung und Verkehrsgeschichte. In Kriens beginnt diese Entwicklung erst – sowohl in Sachen Bahnhof als auch in Sachen Stadt. Denn aus der einstigen «Haltestelle» Mattenhof ist inzwischen ein Bahnhof entstanden. Der Bahnhof war immer schon ein Teil der «Idee Mattenhof»: Hier sollte – als Zentrum eines Kantonalen Entwicklungsschwerpunktes – ein neuer, städtisch geprägter Ortsteil von Kriens entstehen. 2003 wurde die S-Bahn-Haltestelle Kriens Mattenhof eröffnet. Bis dahin war Kriens eine der grössten Gemeinden der Schweiz ohne eigenen Bahnanschluss. Die gute Anbindung an schnelle Zugsverbindungen Richtung Bahnhof Luzern (4 Minuten bis Luzern) und in die Kantone Ob- und Nidwalden verhelfen diesem Ortsteil von Kriens zu einer völlig neuen Qualität. Schon in den nächsten Jahren werden die Passagierfrequenzen von über 10‘000 Personen erwartet. Insbesondere dann, wenn sich die Pläne realisieren lassen, dass auf der Strecke ein 7.5 Minuten-Takt eingeführt werden kann. Die jetzt gebauten Infrastruktur-Anlagen wurden jedenfalls bereits auf diese Frequenzen ausgelegt.

Bahnhof-Eröffnung im Jahr 2021

Die Zentralbahn steht als treibende Kraft hinter dem Bahnhofausbau. Die Eröffnung der neuen Anlage – wie sie für die Zentralbahn Tradition hat – wurde jedoch aufgrund der unklaren Situation in Zusammenhang mit den Coronavirus-Schutzmassnahmen in diesem Sommer abgesagt. Es wird nun ein Eröffnungsfest im Verlaufe des Sommers 2021 in Betracht gezogen.

Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
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