WAGI Museum: Geplante Rückholung Triebwagen ABe 4/4 5 der Biasca-Aquarossa Bahn nach Schlieren [aktualisiert]

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 8. Mai 2021 veröffentlicht.

Infolge Auflösung einer Depotanlage in Grono (GR), muss diverses historisches Rollmaterial der ehemaligen Ferrovia Mesolcinese (FM) an einen neuen Platz. Darunter befindet sich auch ein Triebwagen der ehemaligen Biasca-Aquarossa Bahn aus dem Jahre 1963. Dieser soll nun nach Schlieren zurückkehren.

Bereits Ende April 2021 ist das WAGI Museum mit der Società Esercizio Ferroviario Turistico (SEFT) in diesem Zusammenhang in Kontakt getreten. Das Fahrzeug befindet sich in einem guten Zustand. Bei einer Besichtigung durch Vertreter des Vereins WAGI Schlieren konnten auch noch weitere Gegenstände deklariert werden, welche im neuen WAGI-Museum in Schlieren eine Heimat finden. Somit bleibt auch ein Stück der Tessinerbahnen in der Fabriksammlung erhalten. Damit der Triebwagen in Schlieren ausgestellt werden kann, sind nun weitreichende Abklärungen im Gange. Im Notfall soll das Fahrzeug vorerst im Raum Limmattal geschützt untergebracht werden können und so vor dem Abbruch bewahrt werden.

Neben kleineren Abänderungen, welche auf die Betriebszeit des Triebwagens zurückzuführen sind, befindet sich dieser noch mehrheitlich im Ablieferungszustand.

Geschichtlicher Abriss der Bahn

Schlieren lieferte zusammen mit der BBC bereits zur Eröffnung der Bahn 1911 die ersten drei Triebwagen. 1948 und 1963 folgten die neueren Fahrzeuge 4 und 5, ebenfalls von Schlieren und SAAS geliefert. Die heutige Nummer 5 hat Überlebt.

Mit einer finanziellen Beteiligung des Kantons Tessin von 30%, wurde die Bahnlinie am 6. Juli 1911 zwischen Biasca und dem im mittleren Bleniotal gelegenen Acquarossa eröffnet. Die Società per la Ferrovia Biasca-Acquarossa S.A. befand sich von 1917 bis 1964 unter der Leitung von Tomaso Marioni (1890–1969), der 1908 in das Unternehmen eingetreten war und aus einer Textilindustriellenfamilie in Claro stammte. Pläne, die Strecke talaufwärts bis nach Olivone zu verlängern, zerschlugen sich wegen der schlechten allgemeinen Wirtschaftslage im Januar 1914, als mehrere Banken im Tessin in Konkurs gingen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelte sich die Schmalspurbahn jedoch zufriedenstellend, wozu vor allem die Transporte für die in Dangio-Torre angesiedelte Schokoladenfabrik Cima Norma beitrugen. Die 1940er- und 1950er-Jahre brachten einen Verkehrsaufschwung. 1966 beschäftigte das Unternehmen 19 Mitarbeiter. Mit dem Aufkommen des Autos verschlechterte sich die Lage ab 1968 zunehmend. Am 29. September 1973 wurde der Bahnbetrieb eingestellt, die  Gleisanlagen abgebrochen und die Fahrzeuge verkauft oder verschrottet. Seither wird die Strecke Biasca–Acquarossa–Olivone von Autobussen der Nachfolgegesellschaft Autolinee Bleniesi S.A. bedient.


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Text-QuelleWAGI Museum
Redaktionhttps://www.bahnonline.ch
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Kommentare

1 Kommentar

  1. Der BA-Triebwagen ist ein Klassiker des Schweizer Rollmaterialbaus der noch weitgehend im Ablieferungszustand erhalten ist. Der Innenraum kann in Schlieren ohne irreversible Eingriffe gut für Ausstellungszwecke genutzt werden. Ein schöner, wertvoller Zuggang für das Wagi-Museum.

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